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Kultur
 

Kunstpreis 2014 des Saarlandes geht an Werner Bauer

06.10.2014 -

Der Völklinger Lichtkinetik-Künstler Werner Bauer erhält den Kunstpreis 2014 des Saarlandes. Die von Kultusminister Ulrich Commerçon einberufene Jury hat am Mittwoch, dem 1. Oktober, Werner Bauer aufgrund seines herausragenden künstlerischen Schaffens für die Verleihung des Kunstpreises vorgeschlagen.

Kultusminister Commerçon hat diese Empfehlung angenommen und heute bestätigt: „Mit Werner Bauer schlägt die Jury einen Künstler vor, der seit vielen Jahrzehnten eine der profiliertesten Positionen im Kunstgeschehen des Landes markiert. Sein Schaffen ist durch gewichtige Einzel- und Gruppenausstellungen in namhaften deutschen und europäischen Museen gewürdigt worden und hat Eingang in viele bedeutende Sammlungen gefunden“, so Commerçon.

1934 in Völklingen geboren, absolvierte Werner Bauer ein Lehramtsstudium und nahm 1958 an der Sommerakademie mit Oskar Kokoschka in Salzburg teil. Seit den 1960er Jahren widmet er sich, ausgehend nicht zuletzt von den an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken erarbeiteten Grundlagen der Konkreten Kunst, intensiv und unbeirrbar den interdependenten Themen Licht, Raum, Bewegung und Zeit.

In der Empfehlung der Jury heißt es u.a.: „Werner Bauers Schaffen zeichnet sich gleichermaßen durch innere Konsequenz wie durch einen teils stupenden Erfindungsreichtum aus. Gerade sein Mut zum Experiment, seine Offenheit für neue Materialien und Prozesse sind es, die sein Werk auch für eine jüngere Generation von Künstlern aktuell und beispielhaft werden lassen.

In Verbindung mit den jeweils neuesten industriellen Technologien und Materialien hat Bauer charakteristische und unverwechselbare Prinzipien und Kompositionen entwickelt, die sein Œuvre bis heute bestimmen: serielle Strukturen, methodisch erzeugte formale und optische Interferenzen, Spiegelungen, kinetische Komponenten. Stets setzt das jeweilige Werk sich in Beziehung zu den bestehenden Lichtverhältnissen einerseits sowie zur Position bzw. zur Bewegung des Betrachters andererseits.

Aus technoiden Werkstoffen – etwa Plexiglas, Silikon, Leuchtstofflampen, Folien – erschafft Bauer poetische Bildräume, die rhythmisch vibrieren und eine immaterielle Wirkung entfalten. Wenn er einerseits den Blick des Betrachters in flirrende Schwingung versetzt, so gelingt es ihm andererseits, eine Empfindung von Ruhe und Kontemplation zu vermitteln. Auf immer neue Weise öffnen Bauers handwerklich präzise konstruierte Arbeiten das Bewusstsein, öffnen Welten der Vorstellung und setzen kreative Impulse frei.“

Die Jury würdigte auch die Rolle von Werner Bauer in der Kunstvermittlung: In seiner rund 30-jährigen engagierten Tätigkeit als Kunsterzieher an saarländischen Schulen hat Werner Bauer unzähligen Schülerinnen und Schülern unseres Landes den immensen Reichtum an Erlebnissen und Erfahrungen vermittelt, den die Bildende Kunst zu bieten hat.

Weitere Informationen zu Werner Bauer (Künsterlexikon Saar): http://www.kuenstlerlexikonsaar.de/artikel/-/bauer-werner/.

Jury:

Die von Kultusminister Commerçon berufene fünfköpfige Jury bestand aus:

Dr. Andrea Jahn, Leiterin der Stadtgalerie Saarbrücken
Andrea Fischer, M. A., Albert-Weisgerber-Museum St. Ingbert
Dr. Cornelieke Lagerwaard, Mia-Münster-Haus St. Wendel
Prof. Gabriele Langendorf, Hochschule der Bildenden Künste Saar
Dr. Roland Mönig, Stiftung Saarländischer Kulturbesitz

Kunstpreis des Saarlandes:

Der Kunstpreis des Saarlandes wurde 1959 gestiftet und gehört inzwischen zu den wichtigsten saarländischen Auszeichnungen in diesem Bereich. Alle zwei Jahre honoriert die Kultusministerin bzw. der Kultusminister des Saarlandes mit diesem Preis hervorragende künstlerische Leistungen aus den Bereichen Musik, Literatur und Bildender Kunst (einschließlich Architektur).

Die Preisträgerin oder der Preisträger soll ihren bzw. seinen Wohnsitz im Saarland haben, im Saarland geboren oder mit dem kulturellen Leben des Landes verbunden sein. Der jeweilige Preisträger bzw. die jeweilige Preisträgerin wird nach einem in den Statuten vorgeschriebenen Verfahren ermittelt: ein Sachverständigen-Gremium erarbeitet Kandidatenvorschläge, anschließend schlägt eine fünfköpfige Jury die Preisträgerin oder den Preisträger vor.
Der Kunstpreis des Saarlandes wurde im Jahr 1959 erstmals vergeben, anfangs in jährlichem Turnus, seit 1966 alle zwei Jahre.