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Bergbau und Bergbaufolgen
 

Wasserhaltung: Ein Beispiel für den Umgang mit den "Ewigkeitslasten" des Steinkohlenbergbaus

Zwei Bergleute im Streb beim Kohleabbau. Foto: © Iris Maurer (Archivfoto Staatskanzlei)
Zwei Bergleute im Streb beim Kohleabbau. Foto: © Iris Maurer (Archivfoto Staatskanzlei)

Im Juni 2012 ging der aktive Steinkohlenbergbau im Saarland zu Ende. Aber das Thema bleibt auf der Agenda. Dabei geht es um Erinnerungskultur genau so wie um die Sicherung und Wiederverwendung ehemaliger Bergwerksanlagen. Es betrifft aber auch die Grubenwasserhaltung.

Was bedeutet der Begriff "Grubenwasserhaltung"?

Wasserhaltung oder Wassermanagement soll vermeiden, dass sich in den Hohlräumen unter Tage Grundwasser ansammelt. Während der Kohleförderung ist das unerlässlich, weil sonst Abbaustrecken gar nicht mehr erreichbar wären. Bei einem stillgelegten Bergwerk könnte man aber sagen: Wir stellen unsere teuren Pumpen ab und lassen die Hohlräume vollaufen, wir müssen in die Strecken ja nicht mehr hinein. 

Worauf bezieht sich die aktuelle Diskussion im Saarland?

Das Bergbauunternehmen hat Ende März ein "Konzept zur langfristigen Optimierung der Grubenwasserhaltung" dem Wirtschaftsministerium übermittelt. Dazu war die RAG AG nach dem so genannten Erblastenvertrag verpflichtet. Das Konzept sieht vor, die bisher noch trocken gehaltenen Schächte und Stollen bis 2035 stufenweise zu fluten. Das bedeutet eine wesentliche Veränderung des aktuellen Zustands und ist deshalb genehmigungspflichtig. Die RAG muss dafür einen förmlichen Antrag einreichen, über den dann die Bergbehörde entscheidet.

In einer vorläufigen Stellungnahme hatte im Juni 2014 das Wirtschaftsministerium auf eine Reihe von Lücken im Konzept hingewiesen. Einerseits würden Bau-, Rest- und Versatzstoffe, die unter Tage eingesetzt wurden, nicht ausreichend thematisiert, zum anderen gebe es keine Bewertung von Risiken durch Erschütterungen, insbesondere im Bereich der ehemaligen Abbaufelder Primsmulde und Dilsburg. Auch mögliche Gas-Austritte, zum Beispiel von Radon oder Methan, seien nicht hinreichend berücksichtigt. Außerdem müsse die Frage beantwortet werden, wo bei einer kompletten Flutung Wasser an der Oberfläche austrete und was das bewirken könne.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hat im Zusammenhang mit dem vorläufigen Konzept mehrfach darauf hingewiesen, "dass Gefahren für Mensch und Umwelt zuverlässig ausgeschlossen sein müssen". Ansonsten sei eine Genehmigung des erwarteten Antrags nicht möglich, insbesondere auch im Hinblick auf die Trinkwassersicherheit.

Die RAG hat im Juli 2014 entsprechende Erläuterungen und Ergänzungen nachgereicht. Die Landesregierung hat mit Schreiben vom 16. Dezember 2014 zum ergänzten Wasserhaltungskonzept dem Unternehmen ihre Stellungnahme übermittelt. 

Bürgerinformationsdienst

Bürgerinformationsdienst

Der Bürgerinformationsdienst der RAG Deutsche Steinkohle AG gibt Auskunft über die Situation der Gruben im Saarland.

Scoping-Termin

Bei einem Scoping-Termin zum geplanten Anstieg des Grubenwasserspiegels in den Wasserprovinzen Reden und Duhamel / Ensdorf wurde der voraussichtliche Untersuchungsrahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung erörtert.