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Bergbau und Bergbaufolgen
 

Stationen des Bergbaus an der Saar

Die Tagesanlage Itzenplitz zeigt zwei der eindrucksvollsten Fördergerüste des saarländischen Steinkohlenbergbaus. Foto © Delf Slotta
Die Tagesanlage Itzenplitz zeigt zwei der eindrucksvollsten Fördergerüste des saarländischen Steinkohlenbergbaus. Foto © Delf Slotta

Der Spellenstein in St. Ingbert-Rentrisch und der Gollenstein in Blieskastel belegen, dass bereits in der Jungsteinzeit Werksteine im Tagebau gewonnen wurden. Der älteste Nachweis von untertägigem Bergbau findet sich in der Gemeinde Wallerfangen. Eine in den Fels geschlagene Inschrift an einem antiken Kupferbergwerk wird von Historikern in das 2. oder 3. Jahrhundert datiert („Incepta Officina Emiliani Nonis Mart“). Mit ihr erhebt ein gewisser Emilianus Anspruch auf das Bergwerk. Es handelt sich hier um die einzige erhaltene Okkupationsinschrift des gesamten römischen Imperiums.

Nach römischem Bergrecht war festgelegt, dass das Recht zum Bergwerksbetrieb durch die so genannte Occupatio, das Aufstellen einer Tafel mit dem Namen des Betriebsbesitzers und dem Datum des Betriebsbeginns, erworben wurde.

Die erste schriftliche Erwähnung von „steynekohlen“ an der Saar findet sich im so genannten Schöffenweistum von Neumünster bei Ottweiler aus dem Jahre 1429. Dort wird die Steinkohle in einer Aufzählung mit Erzen und Gesteinen genannt und als der Herrschaft gehörend bezeichnet.

Die frühe Kohlengewinnung war nichts anderes als ein Abgraben am Ausgehenden der Flöze über Tage. Schriftliche Belege für das Kohlengraben gehen zum Beispiel für den Bereich der heutigen Stadt Sulzbach bis ins Jahr 1462 zurück. Später ging man den Flözen im Stollenbau nach. Es wurde so lange Kohle gefördert, bis die Stollen voll Wasser liefen, einstürzten oder die natürliche Bewetterung nicht mehr ausreichte.

Erst seit der Verstaatlichung der Gruben unter Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken im Jahre 1751 kann von einer systematischen Steinkohlengewinnung mit planmäßigem Grubenausbau gesprochen werden. Die Kohlenförderung stieg dementsprechend von 3.500 Tonnen im Jahr 1740 auf 50.000 Tonnen im Jahr 1790 an. Bedingt durch den technischen Fortschritt (Dampfmaschinen zur Wasserhaltung) vollzog sich in den 1830-er Jahren der Übergang vom Stollen- zum Tiefbau. 1860 betrug die Förderung bereits mehr als 2 Millionen Tonnen bei einer Belegschaft von mehr als 11.000 Bergleuten.

Am 30. Juni 2012 endete mit der Schließung des Bergwerks Saar der 261 Jahre währende industrielle Steinkohlenbergbau an der Saar.