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Landesbetrieb für Straßenbau
 

Landesbetrieb für Straßenbau trifft Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit Amphibienwanderungen

11.03.2013
Kröten leben gefährlich während ihrer Wanderung zu den Laichgewässern.
Kröten leben gefährlich während ihrer Wanderung zu den Laichgewässern.

Die Sperrung von Straßen ist ein effektiver und einfacher Weg zum Schutz von Verkehrsteilnehmern und Tieren während der alljährlichen Amphibienwanderungen. Straßensperrungen sind aber als schwerster Eingriff in den Verkehrsfluss nur dort vorgesehen, wo es die Bedeutung der Straße, die Verkehrsmenge und die Verfügbarkeit einer kurzen Umleitungsstrecke erlauben. Vor diesem Hintergrund hat der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) zum Auftakt der so genannten "Krötenwanderung" zunächst nur die Sperrung der L 170 zwischen Dillingen Mitte und Rehlingen und der L 127 zwischen Rußhütte und Steinbachtal vorgesehen. Die Sperrung der L 127 wird sich zudem flexibel an den Tierbewegungen orientieren. Angesichts der Wettervorhersage ist eine Amphibienwanderung in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Die Strecke ist daher wieder befahrbar, bis sich dauerhaft zweistellige Temperaturen einstellen. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, auf den Verkehrsfunk zu achten.

Im übrigen Streckennetz schützt der LfS Mensch und Tier durch Bau und Unterhaltung von Schutzzäunen. Alljährlich werden 9 Kilometer stationäre Anlagen gewartet. Zu Beginn der diesjährigen Wanderung hat der LfS weitere 14 Kilometer mobile Anlagen gebaut. Die Auszubildenden des LfS (5 Kilometer) und der Saarforst Landesbetrieb (9 Kilometer) leisten hier wertvolle Arbeit.
Hintergrund:

Die meisten Amphibien nutzen im Verlauf eines Jahres innerhalb ihres Gesamtlebensraumes saisonal verschiedene Habitate (Laichgewässer, Sommer-/ Herbstlebensraum, Überwinterungsbereiche). Wenn im Frühjahr die Temperaturen nachts anhaltend auf über 10 Grad steigen, wächst die Aktivität  so genannter laichplatzgeprägter Arten wie z.B. Erdkröte oder Grasfrosch. Sie wandern vom Überwinterungsquartier ins Laichgewässer. Bei dieser Frühjahrswanderung kann es witterungsbedingt innerhalb kürzester Zeit zum massiven Überqueren von Verkehrswegen kommen. Auf ungeschützten Streckenabschnitten sind einerseits zu hohe Verluste bei den querenden Amphibien die Folge. Andererseits können diese Wanderungen den Verkehr gefährden. Erfahrungsgemäß  veranlassen sie Fahrzeugführer zu reflexartigen Ausweichbewegungen und bergen bisweilen auch Schleudergefahr infolge mangelnder Bodenhaftung.

Den Problemen der Amphibienwanderung begegnet der LfS seit 1977 mit Amphibienschutzanlagen. Die erste stationäre Anlage wurde im Ostertal entlang der L 122 gebaut. Ihr folgten weitere stationäre Anlagen als Querungshilfe für Amphibien und sonstige Kleintiere:

  • L 147 Otzenhausen - Landesgrenze (Richtung Züsch)
  • L 133 Reitscheid (Furschweiler) - Freisen
  • L 122 B 420 - Abg. L 122 Marth im Ostertal - Freisen
  • L 116 Altstadt - Bexbach
  • L 111 Niederwürzbach- Hassel, Bereich Niederwürzbacher Weiher
  • L 105 Mimbach - Breitfurt
  • L 150 Wadrill - Landesgrenze (Richtung Grimburg)
  • L 130 Hirzweiler - Urexweiler
  • L 133 Berschweiler - Marpingen
  • L 170 Schwemlingen - Weiler
  • L 277 Ortsausgang Karlsbrunn - Lauterbach
  • L 177 Orscholz - Oberleuken
  • L 351 Berus - Ittersdorf
  • A 8 bei Büschdorf
  • A 8 bei Perl
  • B 269 Hässfeld bei Überherrn
  • B 269 bei Körprich
  • L 141 Saarwellingen - Schwarzenholz

Die Anlagen werden in regelmäßigen Abständen überprüft und im Bedarfsfall auf den aktuellen naturschutzrechtlichen Stand der Technik gebracht. Die Standorte der mobilen Anlagen orientieren sich an den Beobachtungen der Populationsentwicklungen.

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