Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Archiv des Saarlandes
 

Zukunft der Zeitzeugensammlung zur dörflichen Alltagskultur von Gunter Altenkirch gesichert

10.03.2017
Gunter Altenkirch vor dem Museum für dörfliche Alltagskultur in Rubenheim mit einer mumifizierten Katze, die als Bauopfer diente
Gunter Altenkirch vor dem Museum für dörfliche Alltagskultur in Rubenheim mit einer mumifizierten Katze, die als Bauopfer diente

Dank einer großzügigen Schenkung durch Gunter Altenkirch kann eine für volkskundliche Forschungen wertvolle und in ihrem Umfang und Inhalt einzigartige Quelle dauerhaft gesichert und für die wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung gestellt werden. Gunter Altenkirch, bekannt als Eigentümer des Museums für dörfliche Alltagskultur und des Museums des Saarländischen Aberglaubens in Rubenheim, hat mit dem Landesarchiv einen Vertrag abgeschlossen, durch den die spätere Übernahme seiner Zeitzeugensammlung durch das Landesarchiv geregelt wird. Es handelt sich um über 300 Bände mit Protokollen von Interviews, die Gunter Altenkirch seit den 1950erJahren mit Privatpersonen aus dem Saarland und den angrenzenden Gebieten geführt hat. Die Protokolle dokumentieren in erster Linie das Alltagsleben und Brauchhandlungen in den jeweiligen Regionen und ermöglichen beispielsweise Forschungen zu Themen wie Hausbau, Handwerk, Volksglaube und Aberglaube. Damit bieten die Bände eine willkommene Ergänzung der Bestände des Landesarchivs. Das alltägliche Leben gerade der unteren sozialen Schichten, wie es in den Protokollbänden dokumentiert ist, hat in amtlichem Archivgut, das den Schwerpunkt der Überlieferung im Landesarchiv bildet, nur sehr bedingt einen Niederschlag gefunden, so dass hier eine Überlieferungslücke geschlossen werden kann. Ergänzt wird die Protokollsammlung durch Originalquellen wie Briefe, handschriftliche Kochbücher und andere Aufzeichnungen aus den Familien der Zeitzeugen. Die Auswertbarkeit des Materials wird durch von Herrn Altenkirch selbst erstellte Findmittel erleichtert, in denen auf Schlagwörter in den Protokollen und auf wissenschaftliche Literatur zur Volkskunde verwiesen wird. Die Quellen werden jedoch bald auch in digitaler Form auswertbar und durchsuchbar sein: Durch die Abteilung Volkskunde/Kulturanthropologie des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn wird die Digitalisierung und inhaltliche Erschließung der Protokolle erfolgen. Die Digitalisate werden dann auch für die Nutzung im Landesarchiv zur Verfügung stehen. Daneben sollen die Protokolle im Portal Alltagskulturen im Rheinland einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und recherchierbar gemacht werden. Auf die künftige Auswertung der Sammlung Altenkirch und neue Forschungsergebnisse zur dörflichen Alltagskultur darf man insofern gespannt sein.