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Naturschutz
 

Gebietsfremde Arten in der Tier- und Pflanzenwelt

Viele in unserer Natur auftauchende gebietsfremde Arten verschwinden schnell wieder oder fügen sich problemlos in unsere Tier- und Pflanzenwelt ein. Manche dieser Arten, die nicht von Natur aus bei uns vorkommen, sind durch eine hohe Konkurrenzkraft gekennzeichnet, sind sehr gefräßig, übertragen Krankheiten, mischen sich mit heimischen Arten und bilden auf diesem Wege sogenannte Hybriden. Sie können somit ganze Lebensräume verändern. Hierdurch kann der Bestand heimischer Arten erheblich gefährdet werden. Solche sogenannten invasiven Arten führen zu einem erheblichen Verlust der biologischen Vielfalt und können dann große ökonomische und ökologische Schäden verursachen. Deshalb wurden mit europäischen und nationalen Vorschriften Regelungen eingeführt, die die Vermeidung, Eindämmung und Entfernung invasiver Arten bewirken sollen. Eine neue EU-Verordnung, die noch in nationales Recht umgesetzt werden muss, hat zum Ziel, die Ausbreitung invasiver, gebietsfremder Arten zu begrenzen. Hierzu soll eine Liste von Arten erstellt werden, für deren Abwehr Maßnahmen zu ergreifen sind. Wie erfolgreich und nachhaltig die geplanten, oft sehr teuren Maßnahmen sein werden, wird sich zeigen, da Ökosysteme sehr dynamisch und komplex sind. Es gibt (meist) keine einfachen Lösungen und Allheilmittel.
Was wir tun können, ist zu informieren. Auf dieser Seite erfahren Sie daher alles über aktuell im Saarland bekannte gebietsfremde Pflanzen- und Tierarten. Als Bürger, Gartenbesitzer, Imker, Aquarienhalter, Landwirt,
Angler, Waldbesitzer,… können Sie mit Ihrem Verhalten dazu beitragen, sensibler mit diesen problematischen Arten umzugehen, ihre Ausbreitung zu verhindern und dadurch einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu
leisten.

Neobiota: griech: neo=neu und bíos =Leben): Arten, die sich nach 1492 in einem Gebiet etabliert haben, in indem sie zuvor nicht heimisch waren.

Neobiota: griech: neo=neu und bíos =Leben): Arten, die sich nach 1492 in einem Gebiet etabliert haben, in indem sie zuvor nicht heimisch waren.

Die Entdeckung Amerikas im Jahre 1492 und der damit einsetzende Seehandel markierten einen Wendepunkt. Denn mit den Waren wurden auch viele Nutz- und Zierpflanzen sowie Tiere nach Europa eingeführt.
Dieser Zeitpunkt markiert die Trennlinie zwischen „alten“ und „neuen“ Pflanzen und Tieren.

Neophyten: neu aufgetretene Pflanzen
Neozoen: neu aufgetretene Tier
Neomyceten: neu aufgetretene Pilze

Wo fühlen sich gebietsfremde Arten wohl und wie kommen sie zu uns?

Scheinakazie/Robinie Foto: Robert Flogaus-Faust

Neobiota suchen sich Nischen, in denen sie sich ausbreiten können. Gern siedeln sie in Bau- und Ackerbrachen, aber auch entlang von Verkehrswegen. So wächst zum Beispiel das Dänische Löffelkraut, das ursprünglich nur
an den Küsten beheimatet war, inzwischen auch im Saarland. Wegen seiner Salzverträglichkeit kommt es an vielen Autobahnrändern und -seitenstreifen vor und taucht die Mittelstreifen im Frühjahr in strahlendes
Weiß. Der Riesen-Bärenklau, auch bekannt als Herkulesstaude, kam aus dem Kaukasus. Er wurde wie das Indische Springkraut, als Zierpflanze eingeführt und diente als Bienenweide oder Nahrung für das Wild, der
sogenannten Wildäsung. Die schnell wachsende Robinie wurde als exotisches Ziergehölz angepflanzt. Sie ist vor allem in unseren Städten mittlerweile fast allgegenwärtig.
Wenn invasiv auftretende Pflanzenarten wie z.B. das Indische Springkraut, an Gewässerufern wachsen, so können Samen und Wurzelteile mit dem Wasser kilometerweit transportiert werden und so zu einer noch schnelleren Ausbreitung führen. Auch Gartenabfälle, die achtlos in die freie Natur geworfen werden, können Wurzeln und Samen von gebietsfremden Arten „auswildern“.

Tiere, die ursprünglich nicht in unseren Breiten heimisch waren, finden immer wieder Möglichkeiten, aus Käfigen und Farmen zu entkommen. Oder sie werden einfach ausgesetzt (z.B. Grauhörnchen). Aus ihrer Gefangenschaft geflohene Halsbandsittiche fühlen sich inzwischen in vielen deutschen Städten wohl und gehören dort zum täglichen Erscheinungsbild, ohne allerdings großen Schaden anzurichten.


Wie wirkt sich der Klimawandel auf invasive Arten aus?

Asiatischer Marienkäfer Foto: ZfB

Der Klimawandel wirkt auf alle Arten in einer Region. Allerdings profitieren gebietsfremde Arten von Lebensraumveränderungen und gehören somit in vielen Fällen zu den Gewinnern des Klimawandels. Diese Eigenschaften verleihen Neobiota einen Konkurrenzvorteil gegenüber vielen einheimischen Arten. Die meisten bei uns vorkommenden Neobiota sind Wärme liebend – ein wärmeres Klima kommt ihren Ansprüchen folglich entgegen. So können sich viele schon etablierte Neobiota noch stärker ausbreiten und Arten, die sich sonst weiter südlich wohl gefühlt haben, wandern in den Norden, wie der Bienenfresser, das Taubenschwänzchen, die Gottesanbeterin, Portulak oder diverse Hirse-Arten.


Invasive Arten

Invasive Arten

Invasive (lat. invadere = hineingehen) Art, die in ihrem neuen Areal die Biodiversität (Vielfalt der Lebensräume, Arten und Gene) gefährdet indem sie in Konkurrenz um Lebensraum  und Ressourcen  einheimische Arten verdrängt. Im Englischen werden vorwiegend zusammenfassende Bezeichnungen wie alien species (fremde Art) oder, bei verdrängenden Potenzen, invasive species (invasive Art) verwendet, ohne Unterscheidung Pflanzen, Tieren und Pilzen.

Kontakt

Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Referat D/2
Dr. Andreas Bettinger
Arten- und Biotopschutz, Zentrum für Biodokumentaion
Am Bergwerk Reden 11
66578 Schiffweiler
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 501-3450

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