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Naturschutz
 

Schutzgebiete

Wozu brauchen wir Schutzgebiete?

Durch die Ausweisung von Schutzgebieten können die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege verwirklicht werden und so unmittelbar zur Erhaltung von Arten und ihren Lebensräumen beitragen. Mit den unterschiedlichen Schutzgebietskategorien werden verschiedene Schwerpunkte gesetzt.

Großschutzgebiete oder Nationale Naturlandschaften

Für die Großschutzgebiete Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke wurde 2003 die Dachmarke Nationale Naturlandschaften gegründet.
Sie sind für den Erhalt der biologischen Vielfalt von großer Bedeutung, denn sie sichern ökologisch besonders wertvolle großflächige Gebiete in Deutschland. Neben der Bedeutung für die biologische Vielfalt erbringen sie auch wichtige Ökosystem-dienstleistungen wie Klimaregulation oder Gewässerschutz. Mindestens 10 % der Flächen sollen landesweit zu einem Biotopverbundsystem vernetzt werden.
Großschutzgebiete sind auch attraktiv für den naturverträglichen Tourismus, Naturerleben und Erholung und tragen nicht unerheblich zur regionalen Wertschöpfung bei. 


Nationalparke

Nationalparke (§ 24 BNatSchG) sind ausgedehnte Gebiete, die wegen ihres besonderen Charakters bzw. ihrer Schönheit und ihrer Naturschätze national bedeutsam und schützenswert sind. Sie stellen Gebiete dar, die vom Menschen nicht oder kaum beeinflusst sind und überdies die Voraussetzungen erfüllen, möglichst vielen heimischen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum zu dienen und demnach eine vielschichtige und große Artenvielfalt sicherstellen. Hierzu soll sich auf mindestens 75 % der Schutzgebietsfläche die Natur alleine entwickeln, ohne dass der Mensch eingreift („Natur Natur sein lassen“).

2015 wurde in RheinlandPfalz und dem Saarland der 16. Nationalpark ausgewiesen: Der grenzüberschreitende Nationalpark Hunsrück-Hochwald.


Biosphärenreservate

Biosphärenreservate (§ 25 BNatSchG) beruhen auf dem 1970 von der UNESCO begründeten Programm „Man and the Biosphere“ (MAB). Biosphärenreservate sind großflächige, repräsentative Ausschnitte von Natur- und Kulturlandschaften. Das Hauptinteresse besteht darin, eine Modellregion zu errichten, in der nachhaltige Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht exemplarisch verwirklicht werden soll.

Eines von zurzeit 15 deutschen Biosphärenreservaten ist das Biosphärenreservat Bliesgau“ im südlichen Saarland mit einer Fläche von 36.000 ha).


Wildnisprojekt: Urwald vor den Toren der Stadt

Seit 1997 gibt es das Projekt „Urwald vor den Toren der Stadt“ im Saarkohlenwald im Herzen des Saarlandes. „Die Natur Natur sein lassen“, lautet die Zielsetzung in diesem etwas mehr als 1.000 Hektar großen Wald-Naturschutzgebiet. Wildnis bedeutet: umgefallene Bäume, zuwachsende Wege, Baummoose und eine immer ursprünglich werdende Vegetation überwuchern langsam die Zivilisation. Der Mensch wird aus diesem Schutzgebiet, welches als so genanntes NATURA 2000-Gebiet (nach der Europäischen Vogelschutz- und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) auch Teil des europäischen Naturerbes ist, aber nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil: er ist willkommen im Urwald.

Naturschutzgroßvorhaben

Ziele des seit 1979 bestehenden Förderprogramms „chance.natur - Bundesförderung Naturschutz“ sind der Schutz und die langfristige Sicherung national bedeutsamer und repräsentativer Naturräume mit gesamtstaatlicher Bedeutung. Deutschland leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt des nationalen Naturerbes und zur Erfüllung internationaler Naturschutzverpflichtungen. Über „chance.natur“ können nur Gebiete gefördert werden, die im nationalen und internationalen Interesse für den Naturschutz außerordentlich wertvoll und für den betreffenden Lebensraumtyp in Deutschland besonders charakteristisch und repräsentativ sind.

Seit 1979 wurden in Deutschland insgesamt 77 Naturschutzgroßprojekte mit einer Gesamtfläche von mehr als 3.500 Quadratkilometern in die Förderung aufgenommen. 1989 wurde der Förderbereich durch das Gewässerrandstreifenprogramm erweitert.

Aktuelles Naturschutzgroßvorhaben im Saarland
Naturschutzgroßvorhaben LIK.Nord (2009 – vorauss. 2024)


Naturschutzgebiete

Bei Naturschutzgebieten (§ 23 BNatSchG)  handelt es sich um Gebiete, die dem Schutz der Natur und Landschaft in ihrer Gesamtheit dienen. Schutzgebiete dieser Kategorie sind die am strengsten geschützten Gebiete. Insbesondere werden die wild lebenden Pflanzen oder Tiere, Biotope oder bestimmte Lebensgemeinschaften zu ihrem Erhalt, ihrer Entwicklung, aufgrund ihres seltenen Vorkommens oder auch aus wissenschaftlichen Gründen unter den gesetzlichen Schutz gestellt. Naturschutzgebiete dürfen in der Regel nicht außerhalb der Wege betreten werden; Ausnahmen können jedoch zugelassen werden, soweit es der Schutzzweck erlaubt.


Landschaftsschutzgebiete

Landschaftsschutzgebiete (§ 26 BNatSchG) sind Gebiete, die zur Erhaltung und Entwicklung bzw. Wiederherstellung von Landschaftsräumen eingerichtet sind. Hier liegt ein besonderes Augenmerk auf der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes und der kulturhistorische Bedeutung. Es handelt sich hier nicht um Landschaften, die in einem vom Menschen weitgehend unberührten Zustand sind, sondern um Landschaftsteile, die Abbild der historischen Nutzung sind. Landschaftsschutzgebiete haben eine wichtige Funktion für die naturbezogene und naturverträgliche Erholung.


Naturdenkmäler

Naturdenkmäler (§ 28 BNatSchG) sind unter Schutz gestellte Einzelobjekte der Landschaft wie beispielsweise ein bemerkenswerter Baum oder ein Felsen. Die Schutzwürdigkeit ergibt sich aus der Seltenheit, dem besonderen Charakter, der Schönheit oder auch dem wissenschaftlichen Wert eines Naturdenkmals.


Geschützte Landschaftsbestandteile

Geschützte Landschaftsbestandteile (§ 29 BNatSchG) umfassen Elemente aus und Teile von der Natur und Landschaft, die zur Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung unter Schutz gestellt werden. Weitere Bedeutung haben die Landschaftsbestandteile als Habitate für bestimmte wild lebende Tier- und Pflanzenarten.


Kriterien für Schutzgebiete

Die Internationale Union zum Schutz von Natur und natürlichen Objekten (IUCN) hat bereits 1978 die Kriterien für Schutzgebiete weltweit aufgestellt.

Link zum Schutzgebietskataster