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Naturschutz
 

Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie

Biber
Biber

Natürliche Lebensraumtypen (LRT) von gemeinschaftlichem Interesse sind in Anhang I der FFH-Richtlinie aufgezählt. Für ihre Bewahrung oder Wiederherstellung in einem günstigen Erhaltungszustand müssen besondere Schutzgebiete ausgewiesen und Naturschutzmaßnahmen ergriffen werden.

Diese unterschiedlichen Lebensräume beherbergen eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Eine Veränderung ihrer Standortbedingungen bewirkt eine Veränderung in der Artenzusammensetzung. Die Lebensräume spielen damit eine entscheidende Rolle für die Erhaltung und Entwicklung der biologischen und damit auch der genetischen Vielfalt unserer Natur und Kulturlandschaft.

Im Saarland vorkommende Lebensräume nach Anhang I der FFH-Richlinie im Saarland

Natura 2000 Code           Bezeichnung                                    Kurzbeschreibung                                                                         
 2310 Trockene Sandheiden Dieser Lebensraumtyp besteht aus von Zwergsträuchern (z.B. Heide-Ginster und Heidekraut) dominierten trockenen Heiden mit meist einzelnen Gebüschen. Er kommt auf entkalkten oder kalkarmen Binnendünen vor. Die Zwergsträucher stellen sich ein, wenn die Böden nährstoffarm, aber nicht extrem trocken sind und kein Sand mehr verweht wird. Diese Bestände können auch als Folgevegetation von Sandrasen auftreten, wenn die Standorte durch Humusanreicherung im Oberboden verändert werden und der Wasserhaushalt dadurch verbessert wird.
 2330 Dünen mit offenen Grasflächen Dieser Lebensraumtyp besteht aus sehr lückigen Beständen von Silbergras und Kleinschmielen auf bodensauren, offenen Binnendünen. Zu ihm werden auch ausdauernde, lückige Sandtrockenrasen mit Rotem Straußgras gezäh
 3130

Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer

Der Lebensraumtyp umfasst mäßig mit Nährstoffen versorgte Stillgewässer mit amphibischen Strandlingsgesellschaften und - bei spätsommerlichem Trockenfallen - mit Zwergbinsen-Gesellschaften. Diese Vegetationseinheiten können sowohl in enger räumlicher Nachbarschaft als auch isoliert auftreten. Unter diesen Lebensraumtyp fallen auch nährstoffärmere, schlammige, periodisch trockenfallende Altwasserufer. Charakteristisch sind kurzlebige und niedrigwüchsige, meist unter 10 cm hohe Pflanzen
 3140 Kalkreiche, nährstoffarme Stillgewässer mit Armleutchteralgen Unter diesem Lebensraumtyp sind kalkhaltige Gewässer von mäßiger bis mittlerer Nährstoffversorgung mit untergetauchten Armleuchteralgenbeständen zusammengefasst. Die Bestände sind meist artenarm mit enger Anpassung an den Wasserchemismus und Nährstoffgehalt.
 3150 Natürliche nährstoffreiche Seen Dieser Lebensraumtyp umfasst natürliche, nährstofreiche Stillgewässer einschließlich ihrer Ufervegetation mit Schwimmblatt- und Wasserpflanzen-Vegetation, zum Beispiel mit Wasserlinsendecken, Laichkrautgesellschaften, Krebsscheren oder auch Wasserschlauch-Beständen.
 3160 Dystrophe Seen Der Lebensraumtyp beinhaltet nährstoffarme Stillgewässer, die durch Huminsäuren bräunlich gefärbt sind (Moorseen, Moorkolke, Randlaggs etc.). Die Moorgewässer weisen meist einen niedrigen pH-Wert auf. Die Huminsäuren stammen in der Regel aus darunter liegenden Torfsubstraten oder umgebenden Mooren.
 3260  Flüsse mit flutender Wasservegetation Unter diesem Lebensraumtyp sind natürliche und naturnahe Fließgewässer von der Ebene bis ins Bergland mit flutender Wasserpflanzenvegetation zusammengefasst. Mit der jeweiligen Fließgewässerregion wechseln sich die jeweiligen Standortbedingungen ab
 3270 Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation Dieser Lebensraumtyp umfasst naturnahe Fließgewässer mit einjähriger, stickstoffliebender Pioniervegetation aus Gänsefuß-oder Zweizahn-Gesellschaften auf den schlammigenUfern. Da die entsprechenden Standorte (vegetationsfreie schlammige Uferstreifen und Schlammbänke) im Frühjahr und
Frühsommer noch überflutet sind, ist dieser Lebensraumtyp durch kurzlebige Pflanzenarten gekennzeichnet. Die Schlammablagerungen entstehen durch Überflutung bei Hochwasser im Uferbereich meist großer Flüsse.
 4030 Trockene Heiden Dieser Lebensraumtyp umfasst gehölzarme Heiden, die auf silikatischem bzw. oberflächig entkalktem Untergrund von Zwergstraucharten dominiert werden. Dazu gehören Heiden des Flachlandes sowie Bergheiden der höheren Lagen. Dieser Heidetyp wächst auf nährstoffarmen, sauren Böden mit frischem bis trockenem Wasserhaushalt.
 6210 Naturnahe Kalk- und Trockenrasen und deren Verbuschung Trocken- und Halbtrockenrasen weisen eine an trockene, nährstoffarme und basenreiche Standorte angepasste Vegetation auf. Halbtrockenrasen entstehen dabei insbesondere durch extensive Beweidung oder Mahd. Sie zeichnen sich oft durch Orchideenreichtum aus, verbuschen jedoch nach Nutzungsaufgabe rasch und erfordern somit Pflegemaßnahmen.
 6230 Borstgrasrasen Borstgrasrasen sind Magerrasen, die durch Mahd oder extensive Beweidung entstanden sind. Sie wachsen in Baden-Württemberg vorwiegend in den silikatischen Mittelgebirgen auf nährstoffarmen, sauren Böden unter niederschlagsreichen Verhältnissen, kommen aber auch in der Ebene (Rheintal) vor. Zu diesem Lebensraumtyp werden nur artenreiche Borstgrasrasen gerechnet, während durch Überweidung stark degradierte und verarmte Ausprägungen nicht eingeschlossen sind.
 6410 Pfeifengraswiesen Der Lebensraumtyp der Pfeifengraswiesen ist von der Ebene bis ins Bergland auf überwiegend basenreichen, z.T. aber auch sauren, feuchten bis wechselfeuchten, nährstoffarmen Standorten anzutreffen. Entstanden sind sie durch einschürige, spät im Jahr stattfindende Mahd (Streumahd). Sie reagieren sehr empfindlich auf Düngung und Veränderung des Mahdregimes.
 6430  Feuchte Hochstaudenfluren Dieser Lebensraumtyp umfasst die Hochstaudenfluren und Hochgrasfluren an feuchten und nährstoffreichen Standorten der Gewässerufer und Waldränder. Die Vegetationsbestände werden meist nicht genutzt oder nur ab und zu gemäht.
 6510  Magere Flachland und Mähwiesen In diesem Lebensraumtyp sind artenreiche, wenig gedüngte, extensiv (ein- bis zweimähdig) bewirtschaftete Mähwiesen im Flach- und Hügelland zusammengefasst. Dies schließt sowohl trockene (z.B. Salbei-Glatthaferwiese) als auch frisch-feuchte Mähwiesen ein. Im Gegensatz zum Intensivgrünland sind diese Wiesen blütenreich. Der erste Heuschnitt erfolgt nicht vor der Hauptblütezeit der Gräser. Die Schwerpunktvorkommen dieses Wiesentyps befinden sich bei europaweiter Betrachtung in Südwestdeutschland.
 7140  Übergangs- und Schwingrasenmoore Übergangs- und Schwingrasenmoore sind Lebensraumtypen auf teilweise grundwasserbeeinflussten, nährstoffarmen Standorten. Sie entstehen aus einer torfbildenden Vegetation, die sich im Wesentlichen aus torfmoosreichen Seggenrieden und Schwingrasen zusammensetzt. Eingeschlossen sind insbesondere die Verlandungsgürtel nährstoffarmer Gewässer mit Schnabelsegge. Kleinflächige Bestände dieses Typs kommen auch in Hochmoorkomplexen und Flachmooren vor.
 7220  Kalktuffquellen Bei diesem Lebensraumtyp handelt es sich um Sicker-, Sturz- oder Tümpelquellen mit kalkhaltigem Wasser und Ausfällungen von Kalksinter (Kalktuff) in unmittelbarer Umgebung des Austritts von Quellwasser im Wald oder im Freiland. Die Ausfällungen entstehen chemisch durch das Entweichen von Kohlendioxid aus dem Quellwasser und biogen bei der Aufnahme von Kohlendioxid durch bestimmte Moosarten. Quellbäche, die Kalktuffbildungen aufweisen, werden ebenfalls zu diesem Lebensraumtyp gezählt.
 7230 Kalkreiche Niedermoore

Dieser Lebensraumtyp umfasst kalkreiche, nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Niedermoore und Sümpfe. Er ist gekennzeichnet durch eine niedrigwüchsige Seggen- und Binsenvegetation und Sumpfmoose an quelligen Standorten.

 8150 Kieselhaltige Schutthalden Dieser Lebensraumtyp besteht aus den natürlichen und naturnahen Silikatschutthalden des Hügel-Berglands, z.T. an trocken-warmen Standorten, mit den Gesellschaften des Gelben Hohlzahns (Galeopsietalia segetum); sekundäre Aufschlüsse durch Steinbruchbetrieb sind ausgeschlossen. Die Silikatschutthalden sind z.T. reich an Farnen und Moosen.
 8160 Kalkhaltige Schutthalden Der Lebensraumtyp der natürlichen und naturnahen Kalk- (und Mergel-) Schutthalden des Hügel- und Berglandes weist eine vielfältige Artenzusammensetzung auf. Je nach Gesteinsgröße und Nachlieferung von weiterem Schutt durch Erosion entstehen in den Hohlräumen mikroklimatische Bedingungen, die den Lebensraum für anspruchsvolle und spezialisierte Arten prägen.
 8210 Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation

In diesem Lebensraumtyp sind trockene bis frische Kalk- und Dolomitfelsen aller Höhenstufen mit ihrer Felsspaltenvegetation zusammengefasst. Die an diese Standortbedingungen gebundene Vegetation setzt sich vielfach aus Moosen und Farnen zusammen.

 8220 Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation Charakteristisch für diesen Lebensraumtyp sind natürliche Felsen, die aufgrund ihrer Größe und der spärlichen Bodenbildung in den Felsspalten nicht von Gehölzen bewachsen oder beschattet werden. Die Standorte sind daher und aufgrund ihrer Exposition extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Als Folge der Trockenheit wächst nur eine lückige Vegetation mit Moosen, Flechten und Dickblattgewächsen.
 8230 Silikatfelsen mit Pioniervegetation Der Lebensraumtyp ist an Silikatfelsen mit einer zum Teil nur sehr geringmächtigen Rohbodenauflage gebunden. Die Vegetation erreicht höhere Deckungsgrade als beim Lebensraumtyp 8220 und besteht aus einer niedrigwüchsigen Pioniervegetation. Die extrem flachgründigen Standorte trocknen bereits im Frühsommer stark aus.
 8310 Höhlen

Höhlen sind das Ergebnis einer als Verkarstung bezeichneten Auflösung von Gestein im Untergrund. Verkarstung ist die chemische Auflösung löslicher Gesteine entlang von Klüften und Schichtfugen. Zur Verkarstung geeignete Gesteine sind in erster Linie Kalk, Gips und Salz. Höhlen werden i.d.R. von spezialisierten Tierarten bewohnt, unter denen z.T. Endemiten für bestimmte Höhlensysteme vorkommen. Außerdem werden Höhlen als Winterquartiere von Fledermäusen, Amphibien und Insekten genutzt.

 9110 Hainsimsen-Buchenwald Der Lebensraumtyp umfasst das Spektrum der bodensauren Buchenwälder, deren namengebende und für diesen Typ charakteristische Pflanze die Weiße Hainsimse ist. Hainsimsen-Buchenwälder weisen nur geringe Anteile an Bodenvegetation
auf, in der Baumschicht können teilweise Stiel- oder Traubeneiche eingemischt sein.
 9130 Waldmeister-Buchenwald Zum Lebensraumtyp des Waldmeister-Buchenwaldes gehören in Mitteleuropa Buchen- und Buchen-Eichenwälder auf kalkhaltigen bis mäßig sauren, z.T. nährstoffreichen, oft lehmigen Böden. Die Beimischung der Eiche geht häufig auf menschlichen Einfluss zurück. In der Regel ist die Krautschicht dieser Wälder gut ausgebildet, oft ist sie reich an Frühjahrsblühern.
 9150 Orchideen-Kalk-Buchenwald Der Lebensraumtyp der Orchideen-Buchenwälder ist in seinem Vorkommen an Kalk- bzw. Dolomitverwitterungsböden gebunden, die oft flachgründig sind (Rendzinen). Meist trifft man diesen Waldtyp an trockenwarmen, südlich bis westlich exponierten Standorten an, die oft stark geneigt sind. In der Baum- und Strauchschicht können weitere Gehölze wie Traubeneiche, Mehlbeere, Elsbeere, Feldahorn oder Seidelbast vertreten sein. Die Krautschicht ist artenreich mit zahlreichen wärme- und kalkliebenden Arten, unter anderem vielen Orchideenarten.
 9160 Eichen-Hainbuchenwald

In diesem Lebensraumtyp sind subatlantisch geprägte Eichen-Hainbuchenwälder zusammengefasst. Sie kommen primär auf wechselfeuchten oder durch Stau- oder Grundwasser zeitweilig vernässten Standorten vor, sekundär auf Buchenstandorten in Folge der historischen Nutzung. Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder beeindrucken zeitig im Jahr durch die Blütenpracht ihrer Frühjahrsblüher.

 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald Der Lebensraumtyp des Labkraut-Eichen-Hainbuchenwaldes kommt auf Standorten in meist wärmebegünstigter Lage mit basenreichen, oft kalkreichen, lehmigen bis tonigen, wechseltrockenen Böden vor. Die Strauch- und Krautschicht dieses Waldtyps ist in der Regel sehr artenreich.
 9180 Schluchtwald In diesem Lebensraumtyp sind Schlucht- und Hangmischwälder kühl-feuchter Standorte und trocken-warmer Standorte auf Hangschutt zusammengefasst. Die Waldtypen der trockenwarmen Standorte findet man an südlich ausgerichteten Fels- und Schutthängen mit lockerem, nachrutschendem Bodenmaterial. Die Wälder sichern dort den Boden vor Rutschungen und übernehmen damit die Funktion als Bodenschutzwald. Da sie oft einen lichten Kronenschluss aufweisen, ist die Bodenvegetation üppig und reich an Frühjahrsblühern.
 91D0 Moorwälder

Dieser Lebensraumtyp umfasst Nadel- und Laubwälder auf feuchtnassem Torfsubstrat. Die Standortbedingungen sind durch Nährstoffarmut und einen hohen Grundwasserstand gekennzeichnet. Man trifft diese Waldtypen im Bereich von Hoch- und Übergangsmooren sowie sauren Niedermooren an. Dabei bilden sie je nach Bodensubstrat und anstehendem Grundwasserspiegel charakteristische Moorrandwälder oder überziehen als lockerer Bestand das ganze Moor. Die Begleitvegetation besteht in der Regel aus Torfmoos-Arten und Zwergsträuchern.

 

 91E0 Weichholzauenwald Dieser FFH-Lebensraumtyp fasst Erlen- und Eschenauenwälder entlang von Fließgewässern sowie z.T. auch quellige, durchsickerte Wälder in Tälern und an Hangfüßen zusammen. Gemeinsames Kennzeichen sind die durch periodische Überflutung geprägten Standortverhältnisse.
 91F0 Hartholzauenwald Der Lebensraumtyp der Hartholzauen sind gekennzeichnet durch eine nur kurzzeitige Überflutung und durch produktive, meist stickstoffreiche Auenlehmböden. Dominierende Baumarten sind in Abhängigkeit vom Wasserregime Esche und Eiche. Ulmen sind eingestreut. Die Strauchschicht ist meist gut ausgebildet, artenreich und wie die Krautschicht üppig.

Artensteckbriefe Natura 2000

Lebensraumtypen und Arten im Saarland

Lebensraumtypen und Arten in Deutschland

Die Lebensraumtypen und Arten (Schutzobjekte) der FFH-Richtlinie (Bundesamt für Naturschutz)

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