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Ministerium für Bildung und Kultur
 

Bildungsministerium entlastet Grundschulen

Pressemitteilung vom 21.09.2016 - 15:45 Uhr
  • Absenkung der Unterrichtsverpflichtung 
  • zusätzliche Lehrerwochenstunden 
  • Einrichtung von weiteren Konrektorenstellen

Das saarländische Bildungsministerium hat mit Beginn des Schuljahres 2016/17 ein Paket zur Entlastung der Lehrkräfte und Schulleitungen an den Grundschulen des Landes auf den Weg gebracht. Dies teilt Bildungsstaatssekretärin Andrea Becker heute mit.

Demnach wurde die Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte an den Grundschulen abgesenkt und zusätzliche Lehrerwochenstunden zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus plant das Ministerium die Einführung von weiteren Konrektorenstellen.

„Die Grundschulen stellen sich der Herausforderung der zunehmenden Vielfalt unserer Schülerinnen und Schüler, fördern jedes Kind individuell und tragen in hohem Maße zur Integration zugewanderter Kinder bei. Mit unseren Maßnahmen tragen wir der besonderen Belastung von Grundschullehrerinnen und Grundschullehrern unter Beachtung der Haushaltsnotlage des Landes Rechnung“, so die Bildungsstaatssekretärin.

Im Hinblick auf die heute von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geforderte Erhöhung der Besoldung für Lehrkräfte an Grundschulen von A12 nach A13 sagte Becker: „Dies ist eine vorrangig auf Bundesebene zwischen den Tarifparteien zu klärende Frage.“

Becker wies darauf hin, dass sich das Saarland mit der Besoldung von Grundschullehrkräften „durchaus im Geleitzug anderer Bundesländer bewegt“. So gilt in den Ländern Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen ebenfalls eine Eingangsbesoldung von A12. In Sachsen werden diese Lehrkräfte an Grundschulen als Angestellte lediglich in der Entgeltgruppe E11 bezahlt.

Die Entlastungmaßnahmen im Einzelnen:

1.     Absenkung der Unterrichtsverpflichtung

Im Vorgriff auf die geplante Änderung der Verordnung über die Festlegung der Zahl der Unterrichtsstunden der Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen (PflichtstundenVO) wurde die Pflichtstundenzahl der Vollzeitlehrkräfte in unbefristetem Beschäftigungsverhältnis seit Beginn des Schuljahres statt bisher 28,5 Wochenstunden auf jetzt 28 Wochenstunden abgesenkt.

2.     Zusätzliche Lehrerwochenstunden

Zur Entwicklung des Inklusionskonzeptes wurden den Grundschulen zwei Jahre lang bis zum Ablauf des vergangenen Schuljahres 405 Lehrerwochenstunden (LWS) zur Verfügung gestellt. Diese Stunden verbleiben nun zusätzlich im Gesamtsystem der Grundschulen, werden jedoch in Orientierung an der Gesamtschülerzahl der Schulstandorte und in Abhängigkeit von den Flüchtlings- und Zuwandererzugängen zugewiesen. Schulen mit einer Schülerzahl unter 200 erhalten demnach eine LWS, mit einer Anzahl von über 200 Schülerinnen und Schüler zwei LWS, mit Schülerzahl über 300 drei LWS und mit einer Schülerzahl über 400 vier LWS. Hinzu kommen pro 10 Flüchtlingskinder jeweils eine weitere LWS. Die verbleibenden LWS werden an besonders belastete Standorte verteilt.

3.     Einrichtung von weiteren Konrektorenstellen

Zur Entlastung von Schulleiterinnen und Schulleitern an Grundschulen plant das Ministerium für Bildung und Kultur, an

  • Grundschulen mit Dépendance,
  • Gebundenen Ganztagsschulen und
  • Grundschulen mit besonderen Belastungen

jeweils eine ständige Vertreterin bzw. einen ständigen Vertreter der Schulleiterin bzw. des Schulleiters zuzuweisen (Konrektorin bzw. Konrektor). Die Maßnahme wurde vom Ministerium für Bildung und Kultur im Rahmen der geplanten Änderungen des Besoldungsgesetzes vorgeschlagen.