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10. Februar: Fachtagung zu Erinnerungsarbeit und Konstituierung „Runder Tisch Erinnerungsarbeit“

19.01.2017 -

  • Fachtagung am 10. Februar „Wie Erinnern? Bilden! Vernetzen! Motivieren!“ der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes mit saarländischen Akteurinnen und Akteuren der schulischen und außerschulischen Erinnerungsarbeit. 
  • Konstituierung "Runder Tisch Erinnerungsarbeit" auf Einladung von Kultusminister Ulrich Commerçon.
  • Themenbezogenes öffentliches Rahmenprogramm des Historischen Museums Saar am Veranstaltungsabend. 
Erik Harms-Immand: "Auf der Tagung wollen wir zusammen mit den regionalen Erinnerungsakteurinnen und -akteuren einen Leitfaden für ein Mehr an inhaltlicher Vernetzung und ein Mehr an interner und externer Kommunikation erarbeiten.“ Bild: © pico - fotolia
Erik Harms-Immand: "Auf der Tagung wollen wir zusammen mit den regionalen Erinnerungsakteurinnen und -akteuren einen Leitfaden für ein Mehr an inhaltlicher Vernetzung und ein Mehr an interner und externer Kommunikation erarbeiten.“ Bild: © pico - fotolia

Unter dem Titel „Wie Erinnern? Bilden! Vernetzen! Motivieren!“ hat die Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes im Auftrag des Ministers für Bildung und Kultur des Saarlandes, Ulrich Commerçon, rund 150 saarländische Akteurinnen und Akteure der schulischen und außerschulischen Erinnerungsarbeit zu einer ganztägigen Fachtagung am 10. Februar ins Ministerium für Bildung und Kultur eingeladen. Im Vorfeld der Fachtagung konstituiert sich auf Einladung von Minister Commerçon der Runde Tisch Erinnerungsarbeit. Das Historische Museum Saar bietet am Veranstaltungsabend ein themenbezogenes öffentliches Rahmenprogramm an. 

„Wie Erinnern? Bilden! Vernetzen! Motivieren!“
Fachtagung zur Erinnerungsarbeit im Saarland am 10. Februar 9:30 Uhr bis ca. 15:30 Uhr
Ministerium für Bildung und Kultur
Trierer Str. 33, 66111 Saarbrücken

Dass sich unsere Gesellschaft an die NS-Zeit, an Verfolgung und Widerstand erinnern muss, gehört zu deren Selbstverständnis. Die Frage ist vielmehr, wie wir uns erinnern, wenn Menschen fehlen, die mit ihrem Leben diese Zeit bezeugen. Gleichzeitig sieht sich eine Generation, die keine Erinnerung an die Jahre 1933 bis 1945 hat, mit dieser Aufgabe des Erinnerns konfrontiert. Welche Methoden, Mittel und Materialien sind dafür im Schulunterricht notwendig? Wie sieht eine zeitgemäße jugendorientierte Vermittlung in außerschulischen Gesellschaftsbereichen aus? Wie müssen sich die Akteurinnen und Akteure der Erinnerungsarbeit organisieren? Wie müssen sie kommunizieren?

Aus diesem Grund hat die Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes im Auftrag des Ministers für Bildung und Kultur des Saarlandes, Ulrich Commerçon, unter dem Titel „Wie Erinnern? Bilden! Vernetzen! Motivieren!“ rund 150 saarländische Akteurinnen und Akteure der schulischen und außerschulischen Erinnerungsarbeit am 10. Februar zu einer Fachtagung zur Erinnerungsarbeit im Saarland ins Ministerium für Bildung und Kultur (Trierer Str. 33, 66111 Saarbrücken) eingeladen. Die Fachtagung, die um 09:30 Uhr beginnt, umfasst einen Impulsvortrag, drei Themenworkshops und eine Abschlussdiskussion zu den erarbeiteten Tagungsergebnissen.

Im Vorfeld der Tagung konstituiert sich ebenfalls in Ministerium für Bildung und Kultur auf Einladung von Minister Commerçon der Runde Tisch Erinnerungsarbeit. Er soll – unterstützt von einer bei der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes angesiedelten Koordinierungsstelle – eine intensivere und nachhaltige Vernetzung aller Bereiche und Ebenen der saarländischen Erinnerungsarbeit organisieren. Die Konstituierung des Runden Tisches Erinnerungsarbeit wurde von einem Kreis von über 20 Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Bereichen der saarländischen Erinnerungsarbeit vorbereitet.  

Als themenbezogenes abendliches Rahmenprogramm veranstaltet das Historische Museum Saar um 19:00 Uhr in der Saarbrücker Schlosskirche einen öffentlichen Fachvortrag des renommierten Gedenkstättenpädagogen Prof. Dr. Günter Morsch, dem Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen und Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, zur Bundesgedenkstättenkonzeption. Der Eintritt ist kostenlos.  

„Es gilt das bislang Geleistete im Bereich der Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit im Saarland zu stärken, indem wir den Akteurinnen und Akteure zusammenbringen und ihnen tragfähige Plattformen bieten – Plattformen, über die sie sich dauerhaft über übergeordnete erinnerungspädagogische Fragestellungen intensiver austauschen und sich und ihre Aktivitäten in der Öffentlichkeit deutlich sichtbarer präsentieren können“, beschreibt Dr. Erik Harms-Immand, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes, die anstehenden Aufgaben des „Runden Tisches Erinnerungsarbeit“. „Seit vielen Jahren engagieren sich im Saarland eine Reihe von Akteurinnen und Akteuren der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft, der Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Schulen, der außerschulischen Jugendarbeit und der Kommunal- und Landesverwaltung für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und die begangenen Verbrechen als Mahnung für nachfolgende Generationen. Jedoch gibt es bisher keine saarlandweite Austauschplattform für übergeordnete Grundsatzfragen und langfristige Strategien der Erinnerungsarbeit. Darüber hinaus fehlt der Erinnerungslandschaft im Saarland im Vergleich zu fast allen anderen Bundesländern und vielen Regionen Deutschlands sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich eine gemeinsame Informations- und Kommunikationsstruktur. Diese Lücke wollen wir nun schließen. Auf der Tagung wollen wir zusammen mit den regionalen Erinnerungsakteurinnen und -akteuren einen Leitfaden für ein Mehr an inhaltlicher Vernetzung und ein Mehr an interner und externer Kommunikation erarbeiten“, so Harms-Immand.

Die Koordinierung dieses beginnenden Vernetzungsprozesses zu übernehmen entspreche dem Selbstverständnis der Landeszentrale als inhaltlich unabhängige und überparteiliche Schnittstelle zwischen Staat, Politik, Bildung, Medien und Zivilgesellschaft. „Die Landeszentrale sieht ihre Arbeit vor allem darin, Netzwerke aufzubauen, sodass vorhandene Inhalte, handlungsorientierte Konzepte und Positionen der Akteurinnen und Akteure, ob im Bereich der demokratischen Bildung oder als Engagement gegen diskriminierende Weltanschauungen, besser zur Geltung und an andere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gezielt weitergereicht werden. Das gilt ebenso für die Kommunikation der Akteurinnen und Akteure der Erinnerungsarbeit untereinander sowie deren Wirkung in die Öffentlichkeit hinein“, so Harms-Immand.

Ihrem Titel „Wie Erinnern? Bilden! Vernetzen! Motivieren!“ entsprechend, widmet sich die Tagung drei Themenschwerpunkten: der Schule als Ort der Bildung, dem Runden Tisch als Form der inhaltlichen und kommunikativen Vernetzung und neuen, zeitgemäßen Formen der jugendorientierten Vermittlung.

Nach einem Impulsvortrag von der Leiterin des Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide, Dr. Christine Glauning, zu aktuellen Herausforderungen der Erinnerungsarbeit folgend drei Workshops dem Dreiklang Bilden-Vernetzen-Motivieren: Beate Müller, Leiterin des „Lernort Geschichte“, Jugendhaus Stuttgart, arbeitet mit den Teilnehmern zum Thema „Zielgruppenspezifische Vermittlung“, während Dr. Eva Kell, Geschichtslehrerin und Lehrbeauftragte für Fachdidaktik am Historischen Institut der Universität des Saarlandes, sich dem Thema Erinnerungsarbeit in der Schule annimmt. Dieter Burgard, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Rheinland-Pfalz, bietet einen Workshop zur internen und externen Kommunikation der Akteurinnen und Akteuren der Erinnerungsarbeit an.