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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Gesund von Anfang an: Forschungsprojekt im Saarland soll zeigen, wie Auszubildende in der Altenpflege in ein gesundes Berufsleben hineinfinden

03.02.2017, 09:00 Uhr
von links: Winfried Meiser, Minister Reinhold Jost, Erika Schmitzer, Jörg Schudmann, und Randolf Mäser  Foto: MUV
von links: Winfried Meiser, Minister Reinhold Jost, Erika Schmitzer, Jörg Schudmann, und Randolf Mäser Foto: MUV

Saarbrücken/Hamburg – Angesichts des demografischen Wandels steigt in Deutschland der Bedarf an professioneller Altenpflege. Unverzichtbar sind dafür leistungsfähige und motivierte Pflegekräfte, die in ihrem anforderungsreichen Beruf gesund und zufrieden bleiben. Ein Forschungsprojekt im Saarland soll deshalb zeigen, wie Auszubildende in der Altenpflege möglichst gut in ein gesundes Berufsleben hineinfinden. Unter dem Motto „Gesund von Anfang an“ werden Schülerinnen und Schüler aus zwei Pflegeschulen mit gezielten Impulsen in ihrer Gesundheits- und Arbeitsschutzkompetenz gefördert.

Ziel: Ausbildungssituation verbessern

Ins Leben gerufen wurde das Projekt „Gesund von Anfang an – Arbeitsschutz und Gesundheitsvorsorge für Auszubildende in der Altenpflege im Saarland“ vom saarländischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und vom Institut „CVcare“ am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Initiative kam aus dem Ministerium: „Unser Anliegen ist es, die Ausbildungssituation in der Altenpflege im Saarland systematisch zu verbessern“, erklärt Umwelt- und Verbraucherschutzminister Reinhold Jost.  „Wir wollen, dass die Auszubildenden vom ersten Tag an lernen, Fehler zu vermeiden, eigene Risiken zu erkennen und ihre Kompetenzen zu stärken. Sie sollen lernen, ihren Beruf eigenverantwortlich und gesundheitsgerecht auszuüben. Ziel ist es, die Abbruchquoten während der Ausbildung zu verringern und die Verweildauer im Beruf zu verlängern“, so Jost.

Die BGW setzt sich als Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung bereits seit vielen Jahren erfolgreich für das gesunde und sichere Arbeiten in der Pflege ein. Dabei geht es sowohl um die Arbeitsbedingungen im Betrieb als auch um das Gesundheitsverhalten der Beschäftigten – so auch aktuell im Saarland. Jörg Schudmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der BGW, erläutert: „Wir möchten mit dem Projekt herausfinden, wie sich die Gesundheits- und die Arbeitsschutzkompetenz der Auszubildenden in der Altenpflege fördern lassen. Damit möchten wir die Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Arbeitsalltags gezielt unterstützen.“

Ansatz: Kompetenzen stärken

In dem Projekt werden rund 50 Schülerinnen und Schüler der AWO Akademie Saar in Saarbrücken und des Altenpflege-Qualifikations-Zentrums der Caritas in St. Wendel intensiv durch ihre dreijährige Altenpflege-Ausbildung begleitet. Bis zum Herbst 2019 nehmen sie beispielsweise an Workshops zu Gesundheitsthemen wie Bewegung und Ergonomie, Ernährung, Kommunikation, Selbstmanagement und Leben mit Schichtarbeit teil. Weiter lernen sie mit der Gefährdungsbeurteilung das Basisinstrument zur Planung des betrieblichen Arbeitsschutzes kennen und wirken selbst an einer moderierten Gefährdungsbeurteilung mit.

Ergänzend erhalten ihre Ausbildungsbetriebe gezielte Beratung zum gesunden und sicheren Arbeiten. Dabei geht es beispielsweise um das rückengerechte Bewegen der pflegebedürftigen Menschen, den Haut- und Infektionsschutz und den Umgang mit psychischen Belastungen im Arbeitsalltag. Die Praxisanleiterinnen und -anleiter in den teilnehmenden Einrichtungen erhalten entsprechende Schulungen, ebenso die Lehrkräfte.

Ausblick: Wissenschaftliche Erkenntnisse

Zu Beginn, in der Mitte und am Ende der Ausbildung werden die am Projekt teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zu ihrem Gesundheitszustand und -verhalten, zu ihrer Arbeitsschutzkompetenz und zu ihrer Ausbildungszufriedenheit befragt. Parallel werden rund 50 weitere Schülerinnen und Schüler befragt, die die intensive Förderung nicht erhalten, und die Befragungsergebnisse aus beiden Gruppen verglichen. Davon erwarten sich die Projektbeteiligten neue Erkenntnisse zu den Themen der Befragungen sowie zum Bedarf und zur Umsetzung von Präventionsmaßnahmen in der Pflegeausbildung.


Über die BGW
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Sie ist für knapp 8 Millionen Versicherte in rund 630.000 Unternehmen zuständig. Die BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe beim Arbeitsschutz und beim betrieblichen Gesundheitsschutz. Nach einem Arbeitsunfall oder Wegeunfall sowie bei einer Berufskrankheit gewährleistet sie optimale medizinische Behandlung sowie angemessene Entschädigung und sorgt dafür, dass ihre Versicherten wieder am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können.