Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Nicht alles, was grün ist, ist Gras – Kartenfächer hilft Landwirten bei der ökologischen Bewertung von Dauergrünland

31.01.2017
„Diese Bestimmungshilfe zeigt, welchen Artenreichtum wir hier im Saarland haben. Den wollen wir erhalten, darum fördern wir Dauergrünland.“ so Minister Reinhold Jost
„Diese Bestimmungshilfe zeigt, welchen Artenreichtum wir hier im Saarland haben. Den wollen wir erhalten, darum fördern wir Dauergrünland.“ so Minister Reinhold Jost

Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat mit fachlicher Unterstützung der Landwirtschaftskammer für das Saarland eine Bestimmungshilfe für extensives Dauergrünland erstellt. Die Bestimmungshilfe in Form eines Kartenfächers passt in jede Hosentasche und kann damit als praktisches Werkzeug zur Bestimmung von wertvollen Arten, die auf extensiv genutztem Dauergrünland angetroffen werden, dienen. Jede Pflanze wird mit einem Farbfoto und einer Beschreibung vorgestellt. Ziel ist es einerseits, potentielle Antragsteller auf die ELER-Förderung des extensiven Dauergrünlandes hinzuweisen und andererseits Interessierten ein praktisches Werkzeug zur Bestimmung des Artenreichtums und des ökologischen Wertes von Dauergrünland an die Hand zu geben.

„Nicht alles, was grün ist, ist Gras“, stellt Minister Reinhold Jost fest. „Diese Bestimmungshilfe zeigt, welchen Artenreichtum wir hier im Saarland haben. Den wollen wir erhalten, darum fördern wir Dauergrünland.“ Der Minister führt dazu weiter aus: „Wir haben im Saarland eine außergewöhnlich extensive Bewirtschaftung und dadurch eine vergleichsweise gute ökologische Situation der landwirtschaftlichen Flächen. Die punktuellen Defizite, die es noch gibt, packen wir mit unserer Förderung an.“

Im Laufe der Jahrhunderte hat die Arbeit der Landwirte zur Schaffung und zum Erhalt einzigartiger Kulturlandschaften geführt. Zwischen der Vielfalt der natürlichen Umwelt und landwirtschaftlichen Produktionsverfahren bestehen komplexe Beziehungen. Viele wertvolle Biotope werden durch extensive Landwirtschaft erhalten, und zahlreiche wilde Tier- und Pflanzenarten können erst durch sie überhaupt überleben.

Finanziert wurde die Herstellung der Bestimmungshilfe aus Mitteln der Technischen Hilfe des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und damit zu 50% aus Mitteln der Europäischen Union.

Hintergrund:

Das Saarland bietet im Saarländischen Entwicklungsplan für den ländlichen Raum 2014-2020  (SEPL 2014-2020) mehrere Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen an:

  • Extensive Bewirtschaftung von Dauergrünlandflächen
  • Beibehaltung von Zwischenfrüchten oder Untersaaten über den Winter
  • Blühflächen als Integration naturbetonter Strukturelemente in der Feldflur
  • Förderung extensiver Obstbestände

Diese Maßnahmen leisten wertvolle Beiträge zur Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der Ökosysteme sowie zu dem Querschnittsziel Umweltschutz. Im Mittelpunkt stehen dabei Schutzziele in den Bereichen Biodiversität, Wasser und Boden.

Extensive Dauergrünlandflächen haben, um für eine Förderung infrage zu kommen, bereits einen guten ökologischen Zustand mit hoher Biodiversität. Wenn dieser Zustand erhalten werden kann, wird einem Verlust von Arten und Lebensräumen in der Tier- und Pflanzenwelt entgegengewirkt. Durch reduzierten Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinsatz werden Beiträge zum Boden- und Gewässerschutz geleistet, zudem wird der Stickstoff- und Nährstoffaustrag reduziert. Dauergrünlandflächen haben auch eine positive Wirkung auf den Klimaschutz aufgrund des Humusaufbaus und der Kohlenstoffbindung.

Es werden wertvolle und artenreiche Dauergrünlandflächen gefördert, die bestimmten Lebensraumtypen zuzuordnen sind und auf denen bestimmte Kennarten vorkommen.
Die Bestimmungshilfe soll dazu beitragen, solche besonders wertvollen Kennarten zu identifizieren und damit artenreiches Dauergrünland als solches zu erkennen.

Die Bestimmungshilfe finden Sie zum Herunterladen auf der rechten Seite.