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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Landwirtschaftsminister Jost fordert mehr Geld für benachteiligte Anbaugebiete – „Mehr Wertschätzung für Lebensmittel: Qualität hat ihren Preis“

20.01.2017
„Wir müssen die europäische Politik dazu bewegen, dass die Direktzahlungen für ungünstige Standorte mit niedrigem Ertragspotenzial, wie im Saarland, höher ausfallen als für günstige." so Minister Jost
„Wir müssen die europäische Politik dazu bewegen, dass die Direktzahlungen für ungünstige Standorte mit niedrigem Ertragspotenzial, wie im Saarland, höher ausfallen als für günstige." so Minister Jost

Die Politik kann nicht alles regeln. Aber da, wo der Markt fundamental versagt, ist die Politik gefordert. Das machte der saarländische Landwirtschaftsminister Reinhold Jost zu Beginn der Grünen Woche in Berlin deutlich. „Wir müssen uns aktuell die Frage stellen: Wo wollen wir hin? Wollen wir komplett liberale Märkte und damit einhergehend die Abwanderung der Produktion hin zu den Gunststandorten mit besten natürlichen Voraussetzungen? Oder wollen wir eine landwirtschaftliche Produktion auch an ungünstigen Standorten in Europa, wie beispielsweise im Saarland, erhalten? Ich sage: Ja, das wollen und das müssen wir“, so Jost.

„Seit Beginn meiner Amtszeit habe ich mich für einheitliche Hektar-Sätze der Direktzahlungen in Deutschland stark gemacht. Das haben wir erreicht, das kann uns aber noch nicht zufriedenstellen“, so der Minister. „Wir müssen die europäische Politik dazu bewegen, dass die Direktzahlungen für ungünstige Standorte mit niedrigem Ertragspotenzial, wie im Saarland, höher ausfallen als für günstige. Nur so können wir Landwirtschaft flächendeckend erhalten und nicht nur konzentriert in bestimmten Regionen.“

Eine zukunftsfähige Landwirtschaft müsse auch das Tierwohl im Blick haben. „Wir werden uns künftig für noch bessere Standards in der Tierhaltung einsetzen. Das wollen wir nicht zum Nulltarif, das wollen wir im Saarland auch im Rahmen der Investitionsförderung voranbringen“, so Jost. Das Tierwohl stehe im Übrigen in direktem Zusammenhang mit der Qualität der Erzeugnisse. Und Qualität sei genau das, worauf immer mehr Verbraucher Wert legen, wie Umfragen zeigen. „Doch Qualität hat ihren Preis.“ Der Minister wird nicht müde, die mangelnde Wertschätzung von Lebensmitteln anzuprangern. Die sich etwa darin zeige, dass der Lebensmittelhandel hochwertige Agrarprodukte zu Schleuderpreisen verkaufe. Hier sei im Handel, aber auch bei Verbrauchern ein Umdenken unerlässlich.

Jost: „Wir brauchen eine gesunde, nachhaltige Landwirtschaft, die dem Umwelt- und Naturschutz, den Verbraucherinteressen und dem Tierwohl Rechnung trägt und den arbeitenden Menschen gerechte Arbeitsbedingungen und faire Entlohnung sichert.“