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Denkmalpflege
 

Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert im Saarland

Bronzetafel an der Alten Schmelz in St. Ingbert erinnert an DSD-Förderer und GlücksSpirale – Friedenskirche in Saarbrücken wird restauriert

Der St. Ingberter Oberbürgermeister Hans Wagner, Saartoto-Geschäftsführer Michael Burkert und der Ortskurator Saarland der DSD Dr. Ulrich Bollert (v.l.) beim Anbringen der Bronzetafel am Herrenhaus der Alten Schmelz
Der St. Ingberter Oberbürgermeister Hans Wagner, Saartoto-Geschäftsführer Michael Burkert und der Ortskurator Saarland der DSD Dr. Ulrich Bollert (v.l.) beim Anbringen der Bronzetafel am Herrenhaus der Alten Schmelz

Für die Restaurierung des Herrenhauses der Siedlung Alte Schmelz in St. Ingbert stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Lotterie GlücksSpirale 2011 und 2014 insgesamt 75.000 Euro zur Verfügung. Damit wurde die Aufarbeitung der historischen Holzfenster, Klappläden und Türelemente unterstützt.

Am 19. Januar 2017 überbrachte Dr. Ulrich Bollert, Ortskurator Saarland der DSD, dem St. Ingberter Oberbürgermeister Hans Wagner im Beisein von Saartoto-Geschäfstführer Michael Burkert zur Erinnerung an die gelungene Restaurierung eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Dadurch bleibt das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten sichtbar und kann zu weiterer Unterstützung motivieren.

Das Ensemble Alte Schmelz ist eine der ganz seltenen erhaltenen Gesamtanlagen dieser Art, die nicht nur für das Saarland und die Bundesrepublik, sondern für den europäischen Raum von besonderer Bedeutung ist. Das spätbarocke Herrenhaus der Alten Schmelz befindet sich am westlichen Ortsrand von St. Ingbert. Es wurde 1807 als Wohnhaus der Unternehmerfamilie Krämer errichtet. Der längsrechteckige, spätbarocke Putzbau steht auf einem hohen Sockelgeschoss, über dem sich zwei Wohngeschosse und ein Mansarddach erheben. 1831 verlängerte man den Bau um drei Fensterachsen nach Osten, 1875 wurde das Gebäude zum Verwaltungssitz umgebaut.

 

Ende 2016 stellte die DSD dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär sie ist, 40.000 Euro für Dachreparaturen, Verputz- und Anstricharbeiten sowie die Instandsetzung von Türen und den Einbau eines Altars in der altkatholischen Friedenskirche in Saarbrücken zur Verfügung. Den symbolischen Fördervertrag überbrachte DSD-Ortskurator Dr. Ulrich Bollert am 26. Januar im Rahmen eines Pressetermins an Pfarrer Oliver van Meeren. Mit dabei waren auch Saartoto-Geschäftsführer Peter Jacoby und die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz.

Die Friedenskirche am Südrand der Saarbrücker Innenstadt entstand zwischen 1743 und 1751 nach Plänen von Friedrich Joachim Stengel als östlicher Abschluss des Ludwigplatzes. Ihr Turm wurde 1763 fertig. Als man 1820 begann, den Bau als Gymnasium zu nutzen, zog man eine Zwischendecke ein. 1892 richtete die altkatholische Gemeinde das Gebäude wieder als Gotteshaus her und erneuerte das Innere vollständig. Die Kriegsschäden von 1944 beseitigte man beim Wiederaufbau zwischen 1961 und 1966. Die barocke Saalkirche mit ihrem Walmdach weist an der Nordseite einen breiten Mittelrisalit mit Pilastern und einem Dreiecksgiebel auf. Der Turm an der Südseite besteht aus drei quadratischen Geschossen und einem achteckigen Aufsatz, den eine Schweifhaube abschließt.

Die altkatholische Kirchengemeinde begann im vorvergangenen Jahr, die seit längerem festgestellten Schäden zu beheben. Aufsteigende Feuchtigkeit, Risse im Mauerwerk und an der Decke, starke Verschmutzungen und der teilweise absturzgefährdete Deckenputz sind zu restaurieren. In diesem Zusammenhang soll zugleich der Innenraum neu gestaltet werden.

 

Das Herrenhaus der Alten Schmelz und die Friedenskirche sind zwei von über 40 Denkmälern, die die private Denkmalschutzstiftung durch Spenden ihrer rund 200.000 Förderer und dank der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, mit nunmehr 100 Verträgen im Saarland fördern konnte. Zu weiteren 2016er-Projekten der DSD im Saarland gehören die Klosterkapelle in Mandelbachtal, bei der im Rahmen der Gesamtsanierung die Natursteinbauteile saniert und repariert werden mussten, die Kapelle Canisianum in Saarlouis, wo die Stiftung im Rahmen der Dach- und Fassadensanierung die Malerarbeiten an der Fassade förderte, sowie die Katharinenkapelle in Nohfelden. Ein besonderes Förderprojekt ist die 1894 bis 1898 von Heinrich Güth in neogotischer Formensprache erbaute Johanneskirche in Saarbrücken, bei der sich die Stiftung an der Fassadenrestaurierung beteiligte.

Bundesweit unterstützte die DSD 2016 über 490 Projekte mit mehr als 23,7 Millionen Euro. Sie fördert Kirchen, Klöster, Schlösser, Bürgerhäuser, technische Denkmäler, archäologische Grabungen und historische Grünanlagen. Die zahlreichen, oft unauffälligen Denkmale aller Gattungen machen – besonders wenn man näher hinschaut – eindrucksvoll deutlich, wie wichtig die engagierte Hilfe Vieler für den Erhalt der deutschen Kulturlandschaften ist. Die Förderung der Denkmalschutzstiftung versteht sich daher auch immer als eine Anerkennung des beispielhaften Bemühens der Denkmaleigentümer, Fördervereine, Kommunen und Gemeinden bei ihrem Einsatz für diesen kulturellen Erinnerungsschatz, um gerade in diesem Jahr auf Luthers Begriffsformung anzuspielen. Sei 1985 setzt sich die DSD bundesweit kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Denkmale ein. Für rund 5.000 Denkmale stellte sie in dieser Zeit über eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung. Die vielfältigen Aktivitäten der Denkmalschutzstiftung umfassen zudem eine intensive Bildungsarbeit mit pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen, Fort- und Weiterbildungen für denkmalpflegerische Berufe und auch die bundesweite Koordination des „Tags des offenen Denkmals“.

Weitere Infos und Beispiele unter: www.denkmalschutz.de