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Habkirchen: Gräber der älteren Eisenzeit und römische Villa im Leitungsgraben

22.07.2015 -

Gräber der frühen Eisenzeit und Reste einer römischen Villa bei Baumaßnahmen in Habkirchen gefunden

In Habkirchen durch den EVS geplante Baumaßnahmen zur Verbesserung der Abwasserentsorgung riefen frühzeitig die Archäologen auf den Plan. Sie vermuteten, gestützt auf einen aus dem Planungsgebiet stammenden spätmerowingerzeitlichen Gürtelbeschlag (7. Jh.), ein frühmittelalterliches Gräberfeld, fanden aber bei den vor Baubeginn durchgeführten und vom Bauträger finanzierten  Sondagen überraschend Gräber der frühen Eisenzeit und Reste einer römischen Villa. Vier Gräber konnten geborgen werden – sicher ist dies nur ein kleiner Ausschnitt aus einem Gräberfeld. Hinweise auf Grabhügel waren nicht festzustellen. In drei Gräbern waren die Toten verbrannt, in einem wahrscheinlich unverbrannt beerdigt worden. Außer Tongefäßen diente ein eisernes Toilette- Besteck (Pinzette und Fingernagel- Reiniger) als Beigabe. Es ist in die Stufe Hallstatt C zu datieren (ca. 800-600 v.Chr.).

Römische Siedlungsreste konnten nur in einem kleinen Ausschnitt untersucht werden, da sich die Grabungen auf die Notwendigkeiten der Bauarbeiten konzentrieren mussten. Das Fundmaterial – darunter etliche Münzen und Fibeln aus Bronze – weist eine Nutzungszeit vom 1. bis zum 4. Jh. n. Chr. aus. Die Ausstattung des Gebäudes war recht gut, wie Reste von farbigem Wandverputz zeigen.

Zwei Tongefäße aus einem Grab
Zwei Tongefäße aus einem Grab