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Denkmalpflege
 

Der Totenschmuck der Anne Cathérine Françoise de Chevalier

17.10.2013 -

Eine Kooperation zwischen dem Landesdenkmalamt und der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz

26. Oktober 2013 bis 19. Januar 2014

Saarbrücken – Museum für Vor- und Frühgeschichte / Museum in der Schlosskirche

Vernissage: 25.10.2013, 19:00 Uhr

Das Duttkrönchen von Tholey (Detailfoto)
Das Duttkrönchen von Tholey (Detailfoto)

Das Totenbrauchtum im 17. und 18. Jahrhundert ist stark durchsetzt von magischen und abergläubischen Elementen. Die Bestattungen, besonders jene von Mädchen und unverheirateten Frauen, wurden bisweilen durch aufwändigen Totenschmuck reich ausgestattet. Exemplarisch zeigt dies die Bestattung der Anne Cathérine Françoise de Chevalier, die 1762 im Alter von sechs Jahren in Tholey verstarb und in der dortigen Abteikirche an prominenter Stelle im Mittelschiff beigesetzt wurde.

Kernstück des Totenschmucks ist die sogenannte Totenkrone. Diese war einer Hochzeit im Jenseits zugedacht, welche der Verstorbenen im Diesseits verwehrt geblieben war. Die Tholeyer Krone ist mehrteilig und besteht aus einem Kronreif und einem mit einem Haarpfeil gehaltenen Duttkrönchen. Wie der zugehörige Armreif ist sie aus leonischen Drähten filigran gearbeitet und mit echten Perlen und Granateinlagen geschmückt. Ein vergoldetes Brautkreuz und ein reiches Ensemble an Kinderschmuck und Patengeschenken aus Korallenperlen – eine Halskette, zwei mehrreihige Armbänder und ein Kinderrosenkranz mit Amulettanhänger – komplettieren den bemerkenswerten Fund.

Medaillon des Kindergrabes von Tholey
Medaillon des Kindergrabes von Tholey