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Ministerium für Inneres, Bauen und Sport
 

Einweihung „Holzhäuser“ in der Landesaufnahmestelle

Pilotprojekt für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern offiziell eröffnet

Pressemitteilung vom 19.02.2016 - 18:00 Uhr

Am heutigen Freitag, 19.02.2016, hat Innenminister Klaus Bouillon die neuen Holzunterkünfte, die zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern auf dem Gelände der Landesaufnahmestelle Lebach errichtet wurden, offiziell vorgestellt. Die Häuser, die auch als Anschauungsobjekt für Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen dienen, die ähnliche Projekte planen, können schnell und unkompliziert in etwa 12 Wochen erbaut werden.

Innenminister Bouillon stellt die Holzhäuser ofiziell Medienvertretern und Interessenten vor.
Innenminister Bouillon stellt die Holzhäuser ofiziell Medienvertretern und Interessenten vor.

„Diese Holzkonstruktionen bieten die perfekte Möglichkeit für eine schnelle, winterfeste und effiziente Unterbringung von Flüchtlingen. Sie haben Heizung, Warmwasser, Sanitäranlagen, Küche und Strom“, erklärt Innenminister Bouillon bei einer Besichtigung in der Landesaufnahmestelle.
Für die kurzfristige Errichtung der Häuser hatte das Ministerium für Finanzen und Europa im Vorfeld eine Marktanalyse durchgeführt, die die Realisierbarkeit der winterfesten Behelfsbauten innerhalb weniger Monate ergeben hat.

Die Gebäude bestehen aus neun Einzelmodulen (jeweils 20 Quadratmeter), sechs Wohneinheiten, zwei Sanitärbereichen (vier Duschen, einem Herren- und einem Damen-WC) sowie einer Wohnküche und bieten zusammen Platz für 24 bis 48 Personen.
Die Schlafunterkünfte sind mit maximal vier Hochbetten sowie einem Tisch, Spinden, Steckdosen und einer Elektroheizung ausgestattet.

Nach drei Wochen im Werk wurden die Holzhäuser auf der Baustelle der Landesaufnahmestelle  Lebach montiert. In den darauffolgenden Wochen wurden Zimmer, Dachdecken, Gebäudehüllen und Technik ausgebaut und nach den abschließenden Restarbeiten konnten die ersten Bewohner nach nur 12 Wochen Bauzeit einziehen.

An dem Projekt, bei dem es sich um eine Eigenplanung des Landesamtes für Zentrale Dienste/Amt für Bau und Liegenschaften handelt, waren insgesamt 12 Firmen aus dem Saarland und eine Firma aus Rheinland-Pfalz beteiligt. Die Gesamtkosten für die Unterbringung belaufen sich auf etwa 320.000 Euro.

„Alle Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen sind herzlich eingeladen, sich die Holzhäuser vor Ort anzuschauen und sich ein Bild davon zu machen, wie die Menschen darin untergebracht sind und leben. Ich bin mir sicher, dass diese Art der Unterbringung auch nach der Verteilung der Flüchtlinge und Asylsuchenden in die Kommunen eine schnelle Lösung bei dem immer knapper werdenden Wohnraum sein kann“, wirbt Minister Bouillon für das Projekt der Landesregierung.

Neben diesem Großprojekt laufen derzeit noch weitere Umbaumaßnahmen in der Landesaufnahmestelle Lebach an:
So wird unter anderem der Gebäudekomplex in der Pommernstraße 10-14 saniert, in dem sich das sogenannte „Brandhaus“ befindet.
Außerdem ziehen Teile der Verwaltung der Zentralen Ausländerbehörde aus der Ostpreußenstraße und der Schlesierallee in das Gebäude der Landwirtschaftskammer in die Dillinger Straße um.

Zur Realisierung des neuen Ankunftszentrums (offizieller Start: 4. März 2016, detaillierte Einladung folgt), in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landes und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zusammenarbeiten, werden derzeit verschiedene Gebäude auf dem Gelände der Aufnahmestelle in Lebach hergerichtet.
Zudem werden mehrere Müllcontainerplätze installiert und das Ärztehaus wird mit einem weiteren Röntgengerät ausgestattet.

Da einige Gebäude in der Landesaufnahmestelle aufgrund intensiver Nutzung und der ständigen Zu- und Abgänge ihrer Bewohnerinnen und Bewohner in einem sanierungsbedürftigen Zustand sind, hat der Ministerrat am 7. September 2015 dem Neubau eines Verfügungsgebäudes zugestimmt. Hier können übergangsweise bis zu 120 Menschen beherbergt werden, deren bisherige Unterbringung in dieser Zeit renoviert werden kann.
Baubeginn für dieses Gebäude ist für April geplant, die Fertigstellung für den Spätherbst avisiert.