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Landesbetrieb für Straßenbau
 

Platanenallee entlang der L 115 - Bliesstraße und Süduferstraße in Neunkirchen unter Dauerbeobachtung - Pilzbefall zwingt Landesbetrieb für Straßenbau zu Sicherheitsmaßnahmen

Medieninformation vom 11.01.2017

11.01.2017
Vom „Massaria-Pilz“ befallene Äste. Deutlich ist die Trennlinie zwischen dem befallenen Holz auf der Oberseite und dem gesunden Holz auf der Unterseite des Astes zu sehen. Die Folge sind plötzliche Astbrüche.
Vom „Massaria-Pilz“ befallene Äste. Deutlich ist die Trennlinie zwischen dem befallenen Holz auf der Oberseite und dem gesunden Holz auf der Unterseite des Astes zu sehen. Die Folge sind plötzliche Astbrüche.

In der Weihnachtswoche hat der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) Baumkontrollen entlang der L 115 - Bliesstraße und Süduferstraße in Neunkirchen durchgeführt. Anlass waren Astbrüche, die auf einen Pilzbefall der Platanenallee hindeuteten. Die Kontrollen wurden inzwischen in Abstimmung mit der Stadt Neunkirchen und dem Landesamt für Umweltschutz und Arbeitssicherheit durch einen Sachverständigen abgeschlossen.

 

Sie bezogen sich auf  115 Platanen, die auf einer Länge von 1.600 Metern teilweise beidseitig entlang der Landstraße stehen. Im Rahmen einer zunächst durchgeführten Standard-Baumkontrolle bestätigte sich der Verdacht des Pilzbefalls. Viele Bäume sind von der „Massariakrankheit“ befallen, einem Schlauchpilz, der vor allem nach heißen und trockenen Sommern ein rasches Absterben von Platanenästen mit geringer Vitalität und verstärkte Totholzbildung verursacht. Die befallenen Äste zeigen sich im Sommer noch belaubt, wodurch Routinesichtkontrollen der Baumkontrolleure von unten erheblich erschwert werden. Der Pilz greift Äste auch zunächst von oben an und verursacht eine schnell arbeitende Holzfäule, die in extremen Fällen vitale Äste binnen weniger Monate absterben lassen kann. Die damit einhergehende Sprödbruchgefahr zwingt den LfS im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht –insbesondere unter Berücksichtigung von Schnee- und Eislast im Winter- zu massiven Gehölzpflegemaßnahmen.

 

Als Sofortmaßnahmen wurden zum Jahresende zwei gefahrenträchtige Bäume gefällt, einer wegen umfangreichen Massaria-Pilz-Befalls, ein weiterer wegen einer durch einen anderen Pilz verursachten Aushöhlung des Stammes in Bodennähe.

An zahlreichen anderen Platanen wurden mit Hilfe von Hubsteigern Totholzäste entfernt, die zum Teil lose in den Baumkronen hingen.

Aufgrund des relativ hohen Alters der Platanen von ca. 80 bis 110 Jahren, suboptimaler Baumstandorte mit erheblich zu kleinen Baumscheiben sowie durch Straße und Gehwege bedingte Versiegelung der angrenzenden Flächen sind baumpflegerische Maßnahmen im direkten Umfeld nur schwer umsetzbar. So könnten eine Bodenauflockerung, der Einbau von Wurzelbrücken und eine zusätzlich Bewässerung während extremer Trockenphasen nur geringfügige Verbesserungen für die Bäume bewirken.

Mit den im Dezember durchgeführten Sofortmaßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit ist die Maßnahme nach alledem nicht beendet. Infolge der festgestellten Defekte ist nicht auszuschließen, dass mittelfristig weitere Platanen gefällt werden müssen. Bereits jetzt ist absehbar, dass an verschiedenen Bäumen massive Eingriffe in die Baumwipfel und die Entfernung von bis zu 7 Metern langen Ästen notwendig werden. Die Allee wird zur Vermeidung von Verkehrsgefahren zudem im laufenden Jahr intensiv beobachtet und kontrolliert.