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Ministerium für Inneres und Sport
 

Kompetenzfeststellung für Flüchtlinge: Saarland startet Pilotprojekt

In der Landesaufnahmestelle ist jetzt ein Projekt gestartet, das die Chancen von Asylbewerberinnen und -bewerbern mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit auf eine berufliche Ausbildung und Integration erhöht. Mit Hilfe des Kompetenzfeststellungstests „CAIDANCE-R“ können die Menschen ihre Fähigkeiten professionell ausloten und bewerten lassen und somit gezielter passende Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten auswählen.

Unterzeichneten eine symbolische Vereinbarung (v.li.): SHS Foundation-Gründer Prof. Hartz, Wirtschafts-Staatssekretär Barke, wissenschaftlicher Leiter HR Diagnostics Spengler, Innenminister Bouillon und Vorstand Regionen der BA, Becker
Unterzeichneten eine symbolische Vereinbarung (v.li.): SHS Foundation-Gründer Prof. Hartz, Wirtschafts-Staatssekretär Barke, wissenschaftlicher Leiter HR Diagnostics Spengler, Innenminister Bouillon und Vorstand Regionen der BA, Becker

Innenminister Klaus Bouillon: „Mit Hilfe dieses Tests bieten wir den Menschen, die zu uns kommen, bereits in der Landesaufnahmestelle die Möglichkeit, ihre Stärken auszuloten und somit schneller einen Platz auf unserem Arbeitsmarkt und in unserer Gesellschaft zu finden. Diese freiwillige Analyse der individuellen Fähigkeiten ist eine große Chance, die wir nutzen sollten.“

Beteiligt an dem in dieser Form bundesweit einmaligen Projekt sind neben dem Ministerium für Inneres und Sport, das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die SHS Foundation. Entwickelt wurde CAIDANCE-R von der HR Diagnostics AG. 
Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke: "Mit den Menschen, die hier im Saarland Zuflucht suchen, wandern auch viele Talente zu uns, die den saarländischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt bereichern können. Indem wir diese Menschen bei uns in Ausbildung und Arbeit bringen, schaffen wir eine Win-Win-Situation: Mit einem Arbeitsplatz wird es für die Geflüchteten leichter, sich bei uns zu integrieren – gleichzeitig können wir viele leere Stellen mit Fachkräften besetzen und so dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken.“

Der internetbasierte Test dauert etwa 2,5 Stunden und erhebt kognitive Fähigkeiten, Persönlichkeitsmerkmale, berufliche Interessen und Sprachkompetenzen. Es gibt sprachfreie und sprachgebundene Aufgaben (in Deutsch, Persisch, Arabisch und Englisch).
Die Ergebnisse der wahlweise einzeln oder in Gruppen durchgeführten Tests werden nach Beendigung per E-Mail an die Beratungsfachkräfte der BA gesandt und dienen anschließend als Basis für die Beratungsgespräche, bei denen alle Ergebnisse zusammengefasst und konkrete berufliche Einsatzfelder vorgeschlagen werden.

Raimund Becker, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit: „Wir wissen viel über den deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt aber noch wenig über die tatsächlichen Fähigkeiten und Kompetenzen von Geflüchteten. Hier helfen uns der Kompetenztests in einem ersten Schritt weiter, um eine gelingende Integration in unseren Arbeitsmarkt auf den Weg bringen zu können.“

Die Tests werden einmal wöchentlich in Begleitung eines Mitarbeiters der SHS Foundation und eines Mitarbeiters der Agentur für Arbeit (arab. Muttersprachler) durchgeführt.

„Jeder Mensch hat Talente. Diese herauszufinden und die Teilnehmer für den Arbeitsmarkt vorzubereiten, unterstützt die Kompetenzanalyse“, erklärt Prof. Dr. h.c. Peter Hartz, Gründer der SHS Foundation. „Die deutsche Wirtschaft braucht qualifizierte Fachleute im Zeitalter der Digitalisierung. Die Zuwanderer müssen wir in ihrem Kulturkreis abholen und sie bei dem Wechsel in unseren Kulturkreis von Beginn an unterstützen.“

Der von HR Diagnostics entwickelte Kompetenztest wird durch die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit evaluiert. Hierzu werden Fragebogen mit Experten aus der Praxis entwickelt. Diese werden von den beteiligten Vermittlungsfachkräften der Agentur für Arbeit und den zuständigen Fachkräften der Jobcenter beantwortet.
Die Fragebögen werden dann den Lauf des Integrationsprozesses begleiten und abfragen, ob die Testergebnisse den Prozessverlauf positiv beeinflusst haben und als handlungsleitendes Arbeitsmittel verwertbar sind.

„Wir verstehen es bei HR Diagnostics als unseren Auftrag, die individuellen Stärken aller Menschen zu identifizieren - ganz unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder vergangener Position“, erklärt Maik Spengler, wissenschaftlicher Leiter HR Diagnostics. „Optimale Integration gelingt durch maßgeschneiderte berufliche Förderung - dafür legt unsere Kompetenzanalyse die wissenschaftlich fundierte Grundlage.“