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Denkmalpflege
 

Bundesverdienstkreuz am Bande für ehrenamtlichen Denkmalpfleger Werner Karg

Der Minister für Bildung und Kultur, Ulrich Commerçon, überreichte dem Bischmisheimer Werner Karg das Verdienstkreuz am Bande (Foto: LDA)
Der Minister für Bildung und Kultur, Ulrich Commerçon, überreichte dem Bischmisheimer Werner Karg das Verdienstkreuz am Bande (Foto: LDA)

Am 14. März 2017 überreichte der Minister für Bildung und Kultur, Ulrich Commerçon, dem Bischmisheimer Werner Karg das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Karg erhielt die Auszeichnung für sein jahrelanges ehrenamtliches Wirken im Bereich Denkmalpflege.

Der 74-Jährige hat sich in Vereinen und Gremien engagiert und eigene Forschungen publiziert. Als Mitglied des Historischen Vereins für die Saargegend war er lange als Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Landeskunde tätig. Ebenso wirkte er im Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde seiner Heimatgemeinde Bischmisheim, wo er sich zusammen mit dem damaligen Pfarrer Bettinger, dem Architekten Spindler, dem Landeskonservator Johann Peter Lüth und dem Berliner Kunstmaler Blessmann der Innen- und Außenrestaurierung der Schinkelkirche widmete.

2012 wandte sich Werner Karg an das Landesdenkmalamt, weil er die historische Banngrenze in Bischmisheim dokumentiert hatte und einige Präzisierungen zu Flurstücken benötigte. Die Ausführlichkeit und Akribie seiner didaktisch überzeugend aufbereiteten Dokumentation wurde hier begeistert aufgenommen. Karg stellte sein Wissen und sein Engagement auch während einer universitären Veranstaltung zum Thema Grenzsteine unter Beweis, in dem er den Studierenden diese fast unbekannte landeskundliche Materie unter großem Zuspruch vermittelte.

Aus diesen Anfängen entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt. Seit mehr als fünf Jahren ist Werner Karg inzwischen im Rahmen der Denkmaltopografie der Landeshauptstadt Saarbrücken für die Inventarisation tätig. Er hat aus eigenem Antrieb bei der auch körperlich anstrengenden Feldarbeit, der intensiven Recherche in den verschiedenen Archiven und der Aufarbeitung der Daten zu Hause unzählige Arbeitsstunden investiert. Seine Dokumentation zu den historischen Grenzsteinen in Bischmisheim bildete den Auftakt seiner Tätigkeit. Dabei handelt es sich um ein in jeder Beziehung hervorragend angelegtes Werk, das in akribischer Weise die geschichtliche Entwicklung des Ortes bis in unsere heutige Zeit und den Grenzsteinbestand in Wort, Bild und Karte beinhaltet. Seine ausführliche Dokumentation bildete die Grundlage, um erstmalig im Saarland eine Banngrenze in ihrem heutigen Bestand in die Denkmalliste aufnehmen zu können.

Inzwischen hat Werner Karg sein Erfassungssystem weiter perfektioniert und auch Grenzsteine anderer Saarbrücker Gemarkungen inventarisiert. So liegen nun u.a. auch Dokumentationen der historischen Banngrenzen von Ensheim, Alt-Saarbrücken, St. Arnual und Gersweiler vor. Hunderte von Grenzsteinen hat Werner Karg erfasst, fotografiert, kartiert und historisch zugeordnet. Dabei handelt es sich um meist nur mühsam zu erforschende, weil verstreut in der Topografie stehende Zeugnisse unserer saarländischen Landesgeschichte, die er auf diese Weise nicht nur vor dem Vergessen bewahrt, sondern auch in ihren historischen Kontext einbindet.

Im Rahmen der Denkmaltopografie verfasst Werner Karg nunmehr auch die Artikel zu den jeweiligen Banngrenzen. Ohne seine akribische Arbeit wären die Grenzsteine der Landeshauptstadt Saarbrücken nur zu einem geringen Bruchteil bekannt. Von Seiten des Amtes könnte diese Tätigkeit keinesfalls geleistet werden. Aus diesem Grund ist man hier für sein stetiges Engagement sehr dankbar.

Profundes Wissen um die Materie, gepaart mit dem Wunsch, dieses auch in der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, prägen die hervorragende Zuarbeit von Werner Karg mit dem Landesdenkmalamt. Er scheut keine Mühen und Kosten, um die Objekte zu erforschen und in publikationsfähiger Weise darzustellen. Seine überaus bescheidene und stille Art, d. h. ohne große Gesten und Worte Grundlagenforschung auf dem Gebiet der saarländischen Landeskunde zu betreiben, macht die Zusammenarbeit mit ihm besonders angenehm, wiewohl gerade deswegen die ihm gebührende Ehre und das Ansehen bislang ausgeblieben waren. Umso erfreulicher ist die verdiente Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz, zu welcher auch das Landesdenkmalamt dankbar gratuliert.