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Strukturfondsförderung
 

Europäischer Sozialfonds (ESF)

Saarland geht mit EU-Hilfe in die Offensive

Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit und die berufliche Weiterbildung werden in den kommenden Jahren wesentliche Elemente der saarländischen Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik sein. Ein weiterer Schwerpunkt aktiver Arbeitsmarktpolitik bleibt die Unterstützung für problembelastete Schulabgänger auf dem Weg in den Beruf.

Diese drei Punkte sind ein notwendiger Beitrag zur Fachkräftesicherung für die Zukunft. Unser Ziel ist die Schaffung eines starken und modernen Saarlandes. Wir erreichen dies nur auf der Basis einer starken und modernen Wirtschaft. Deren Grundlage wiederum ist eine ausreichende Zahl gut ausgebildeter Fachkräfte. Die Zukunftsfähigkeit unseres Landes hängt also stark von der nachhaltigen Deckung des Fachkräftebedarfs ab.“ Der industriellen Basis komme neben dem Mittelstand für die weitere Entwicklung eine Schlüsselrolle zu.

Ein offensives Gesamtkonzept

Das Saarland wird bis 2020 in diesen Politikbereich Millionenbeträge investieren. Zusätzlich sollen EU-Mittel eine wesentliche Rolle spielen. Auch in der bald beginnenden neuen Förderperiode kann das Saarland in erheblichem Maß vom Europäischen Sozialfonds profitieren. Wir haben dazu ein 100-seitiges offensives Gesamtkonzept eingereicht, das an bewährte Maßnahmen anknüpft, aber auch neue Instrumente und Schwerpunkte enthält.
Insgesamt konnte sich das Saarland in den vorausgegangenen Verhandlungen ESF-Mittel in Höhe von knapp 74 Mio. Euro sichern, die in den nächsten sieben Jahren Spielraum für eine gezielte Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik geben. Aus dem Saarland kommt die gleiche Summe aus öffentlichen und privaten Mitteln dazu, so dass alles in allem 148 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Im Vergleich zur abgelaufenen Förderperiode haben wir rund 14 Prozent weniger. Das hängt damit zusammen, dass unser Land in Brüssel jetzt als ‚stärker entwickelte Region’ eingestuft wird. Trotzdem ist der ESF für uns ein unverzichtbarer Faktor für mehr Wachstum und Beschäftigung. Die Ministerin rechnet damit, dass das Operationelle Programm des Saarlandes für den ESF bis November durch die Europäische Kommission genehmigt wird.

Das eingereichte Programm spiegelt wider, dass die Finanzmittel im Saarland nicht nach dem Gießkannenprinzip auf Einzelprojekte verteilt, sondern auf konkrete Schlüsselbereiche („Prioritätsachsen“) konzentriert werden. Im Mittelpunkt stehen drei Handlungsfelder:

• Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und Diskriminierung,
• Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung,
• Investitionen in Bildung, Ausbildung, Berufsbildung und lebenslanges Lernen.

Inklusion und Bekämpfung der Armut
[54 Prozent des Programmvolumens]

Die Priorität „Aktive Inklusion, Förderung der Chancengleichheit, aktive Beteiligung und Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit“ ist die zentrale Komponente des ESF-Programms. Dabei werden die bewährten Instrumente zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit - eine der bedeutendsten Ursachen für Armut – weiterhin eingesetzt. So auch das Landesprogramm ASaar, mit dem in den nächsten Jahren Tausende von Stellen für Langzeitarbeitslose angeboten werden können. „Wir wollen die Situation dieser Zielgruppe deutlich verbessern“, erklärte Ministerin Rehlinger.
Dabei werde ein spezifischer Ansatz verfolgt: Besonderes Augenmerk gilt den Langzeitarbeitslosen mit komplexen Profillagen, darunter insbesondere jungen Arbeitslosen, Menschen mit Migrationshintergrund, Alleinerziehenden, Älteren und Personen mit geringerem Bildungsniveau.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen konnte in den letzten Jahren im Saarland nicht im gleichen Maß verringert werden wie im Bundesdurchschnitt. Zwar ist die absolute Zahl deutlich zurückgegangen, der Anteil der SGB-II-Empfänger an allen Arbeitslosen ist jedoch gestiegen, so dass im Saarland von einer Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit gesprochen werden kann: „Damit ist ein erhöhtes Armutsrisiko für nicht integrierte Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen (insbesondere alleinerziehende), Personen mit geringer Qualifikation sowie ältere Personen verbunden.“ Für die berufliche Integration dieser Zielgruppen sei daher gezielt das spezifische Landesprogramm ASaar eingeführt worden.

Förderung der Beschäftigung
[22 Prozent des Programmvolumens]

Die Zahl der Erwerbstätigen, bezogen auf die Gesamtbevölkerung, ist im Saarland weiter unterdurchschnittlich. Sie betrug 2012 rund 72 Prozent, im Bund 76 Prozent. „Hier müssen wir aus der Defensive kommen, insbesondere bei der noch schlechteren Quote für Frauen mit knapp 66 Prozent und Ältere mit 56 Prozent“, sagt die Ministerin. Die Fachkräftestrategie biete dazu viele Ansatzpunkte. Auch eine intensive Gründungsförderung durch das regionale Beraternetzwerk SOG trage zur Stärkung der Erwerbsquote bei, das Thema „Unternehmensnachfolge“ als SOG-Schwerpunkt des Jahres 2014 werde praxisnahe Hilfe leisten.
Die Weiterbildungsquote im Saarland liegt mit 7,6 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 9 Prozent. Die Weiterbildungsaktivität kleiner und mittlerer Unternehmen bleibt spürbar hinter der von Großbetrieben zurück. Damit, so Ministerin Rehlinger, „droht die Gefahr, dass KMU ihren Fachkräftebedarf zukünftig nicht mehr decken können, im Wettbewerb zurückfallen, aus dem Saarland abwandern oder dass neue Firmen sich gar nicht erst bei uns ansiedeln“.
Unter der Überschrift „Anpassung der Arbeitskräfte und Unternehmen an den industriellen Wandel“ liegt daher der Fokus auf der Qualifizierung von Beschäftigten in saarländischen Unternehmen. Rund 1.300 Betriebe sollen in der Programmlaufzeit von der Förderung profitieren. Ziel der ESF-gestützten Strategie ist es, sowohl die individuelle Kompetenz der Mitarbeiter als auch die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitgeberattraktivität der Unternehmen zu sichern oder zu stärken. Rehlinger: „Ein weiterer Akzent liegt auf neuen Beratungsangeboten für saarländische Firmen. Stichworte sind das Demografie-Netzwerk Saar und die Weiterbildungsberatung für kleine und mittlere Unternehmen.“ Erstmals richteten sich Unterstützungsangebote auch auf die Gruppe der beschäftigten Analphabeten. Neuere Studien haben gezeigt, dass in Deutschland 14,5 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter als funktionale Analphabeten gelten, jeder zweite von ihnen ist in Beschäftigung. Im Saarland wird die Zahl der funktionalen Analphabeten auf 90.000 geschätzt, davon 50.000 in Beschäftigung.

Investitionen in Bildung und Ausbildung sowie lebenslanges Lernen
[20 Prozent des Programmvolumens]

Als „besonders problematische Gruppe unter arbeitsmarktpolitischen wie auch unter sozialpolitischen  Gesichtspunkten“ sieht die Landesregierung die 12.000 „frühen Schulabgänger/innen“ im Saarland. Damit sind Personen zwischen 18 und 25 Jahren gemeint, die sich nicht in Bildung oder Ausbildung befinden und über keinen Abschluss des Sekundarbereichs II verfügen. Bei den Männern sind dies immerhin 18,4 Prozent der Altersklasse.
Übergeordnetes Ziel sei es, die Zahl dieser „frühen Schulabgänger/innen“ zu verringern und möglichst viele junge Saarländerinnen und Saarländer in ein stabiles Ausbildungsverhältnis zu bringen, so die Ministerin. Es wird erwartet, dass durch berufsvorbereitende Maßnahmen (Aktivierung, Qualifizierung, Beratung) die Ausbildungsfähigkeit dieser Zielgruppe steigt und dass damit der Weg in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erleichtert wird. Für die gesamte ESF-Laufzeit rechnet die Wirtschaftsministerin mit 12.000 jungen Teilnehmer/innen: „Wir können auf Grund von Erfahrungswerten davon ausgehen, dass 40 Prozent von ihnen in eine schulische Ausbildung, in das berufliche Ausbildungssystem oder in den Arbeitsmarkt integriert werden.“ In der zu Ende gehenden Förderperiode gab es bereits eine Erfolgsquote von 37 Prozent. Diese werde man wohl steigern können, so Rehlinger, „weil die Nachfrage nach Nachwuchskräften auf dem Arbeitsmarkt gestiegen ist und deshalb die Bereitschaft der Betriebe, auch Bewerber mit schwächeren Voraussetzungen einzustellen, spürbar gewachsen ist“.
Im Bereich Bildung und Ausbildung setzt die Landesregierung eine Reihe von bewährten Instrumenten weiterhin ein, wie etwa die Projekte zum Übergangsmanagement zwischen Schule und Beruf in Kooperation mit den Landkreisen oder das Programm „Ausbildung jetzt“, mit dem Jugendliche mit besonderen Problemlagen sozialpädagogische Unterstützung bei ihrer beruflichen Ausbildung erhalten. Im Saarland gibt es mehr als 5.000 problembelastete Jugendliche, denen eine individuelle Betreuung den Übergang ins Arbeitsleben erleichtern kann.
Als neues Element im ESF-Rahmen hob Ministerin Rehlinger das Projekt „Studienpioniere“ hervor. Dabei gehe es darum, junge Menschen aus Nicht-Akademikerfamilien durch Informations- und Coaching-Angebote für ein Hochschulstudium zu sensibilisieren: „Wir wollen vor dem Hintergrund der Fachkräftesituation die duale Ausbildung stärken, wir wollen aber auch mehr Bildungsgerechtigkeit erreichen, das ist kein Widerspruch.“ Nach Angaben der Studienstiftung Saar nehmen von 100 Akademikerkindern 77 ein Studium auf, von Nicht-Akademikerkindern lediglich 23.

Foto: Saarland

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Geändertes Operationelles Programm, März 2012

Operationelles Programm ESF Saarland "Regionale Wettberwerbsfähgkeit und Beschäftigung" 2007 - 2013.

Kommunikationsplan

Hier finden Sie die Beschreibung der Publizitätsmaßnahmen zur Beschreibung des EFRE/ESF für das Saarland.

Zwischenevaluierung des Operationellen Programms des Saarlandes für den Europäischen Sozialfonds, Förderperiode 2007-2013, „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“.

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