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Archiv des Saarlandes
 

Familiennachlass Adt erschlossen

18.05.2017
Vertrag zwischen den Gebrüdern Adt und N. Fleisch von 1855, durch den sich die Gebrüder Adt verpflichten, von N. Fleisch für die Summe von 24.000 Gulden jährlich fertige Dosen zu übernehmen, in: FNL. Adt Nr. 56
Vertrag zwischen den Gebrüdern Adt und N. Fleisch von 1855, durch den sich die Gebrüder Adt verpflichten, von N. Fleisch für die Summe von 24.000 Gulden jährlich fertige Dosen zu übernehmen, in: FNL. Adt Nr. 56

Im Rahmen eines Praktikums wurde im Landesarchiv Saarbrücken der Nachlass der saarländisch-lothringischen Industriellenfamilie Adt verzeichnet. Die Famile Adt war vor allem auf die Herstellung verschiedener Produkte aus Hartpapier spezialisiert. Spätestens seitdem  Peter Adt III. 1839 die offene Handelsgesellschaft „Gebr. Adt.“ gründete,  expandierte das Familienunternehmen rapide. Nach ersten Werken in Ensheim und Forbach kamen im Laufe des 19. Jahrhunderts weitere Standorte in Pont-à –Mousson, Marienau, Schwarzenacker und Blénod hinzu.  Von den Anfängen bis zum Jahr 1965, als der letzte adtsche „Patriarch“ Hans Adt aus dem aktiven Vorstand ausschied, blieb die Geschichte der Familie Adt  immer eng mit der der Saarregion verknüpft.


Der Familiennachlass Adt im Landesarchiv, der insgesamt rund einen laufenden Meter bzw. 91 Verzeichnungseinheiten vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zum Jahre 1980 umfasst, spiegelt die Geschichte des Unternehmens und der einzelnen Familienmitglieder ebenso wie die Zäsuren in der Unternehmensgeschichte  - etwa die Ausweisung der Adts aus Elsass-Lothringen infolge des Ersten Weltkriegs -  anschaulich wider. Den Schwerpunkt des Nachlasses  stellen private und geschäftliche Briefe dar. Neben dieser Korrespondenz finden sich im Nachlass  auch umfassende historiographische Dokumente Peter Adt’s II., vor allem aber Peter Adt’s III. Diese Dokumente stellen einzigartige Quellen zur Lokalgeschichte der Saargegend und besonders zur Geschichte Ensheims nach den Napoleonischen Kriegen dar. Erwähnenswert sind auch die recht umfangreichen Sitzungsprotokolle des Adtschen Aufsichtsrates aus der Zeit des Nationalsozialismus.