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„Akademie Reden“ in Landsweiler-RedenDas Gebäude der ehemaligen Grube Reden in Landsweiler-Reden (Gemeinde Schiffweiler) gehört mit dem Weltkulturerbe „Völklinger Hütte“ und dem ehemaligen Gruben-Standort Göttelborn zu den drei prominentesten Umstrukturierungsstandorten der saarländischen Montanindustrie. Im sogenannten Ganser-Plan, in dem in Form eines strategischen Masterplanes über die inhaltliche Schwerpunktsetzung dieser Standorte sinniert wurde, ist Reden das Leitbild „Bio- und Umweltstandort von überregionaler Bedeutung“ zugemessen worden. Nach einer Entwicklungszeit von derzeit mehr als 10 Jahren hat sich vor dem Hintergrund dieser Leitbildformulierung bereits einiges getan. Angesiedelt haben sich zunächst behördliche Einrichtungen wie die Bergämter, das Landesdenkmalamt, das Institut für Landeskunde sowie das Zentrum für Biodokumentation. Im Dezember 2008 hat der Wissenschaftspark „Gondwana – Das Prähistorium“, das in einer weltweit einzigartigen Form die erdgeschichtlichen Ökosysteme präsentiert und mittlerweile überregionale Anerkennung gefunden hat, eröffnet. Mit dem Landesdenkmalamt, dem Institut für Landeskunde und dem Zentrum für Biodokumentation sind am Standort Reden die archäologischen Sammlungen, die historisch-geographischen Kartensammlungen sowie die naturkundlichen Landessammlungen zusammengeführt worden. Darüber hinaus wurde eine sehr umfassende interdisziplinäre Regionalbibliothek aufgebaut und etabliert. Weiterhin entstanden mit der Zusammenführung von ausgewähltem Fachpersonal neue Kompetenzzentren in den bereichen Archäologie, Denkmalschutz, geografische Landeskunde sowie Landschaftsökologie und Naturschutz. Dieses neue und verdichtete Angebot an didaktisch wertvollen Lehrmaterialien und fachlichen Kompetenzen eröffnet völlig neue Möglichkeiten einer niveauvollen und qualitativ hochwertigen Umweltbildung. Vor diesem Hintergrund wurde bereits im Jahre 2008 ein innovatives Akademie-Projekt gestartet. Die ab 2009 mit einer ersten Abteilung („Landschaftsökologie und Naturschutz“) ins Leben gerufene „Akademie Reden“ beinhaltet derzeit 5 Entwicklungsrichtungen:
Das Bildungsprojekt für Schulen wurde bereits im Herbst 2008 mit einem Pilotprojekt gestartet. Das Kulturministerium hat hierfür ab April 2009 vier Lehrer zur Verfügung gestellt. Ab Herbst 2009 ist ein routinemäßiges Programmangebot für die saarländischen Schulen geplant. Die Fachschule für Landschaftsökologie und Naturschutz soll ebenfalls ab Herbst 2009 mit einem ersten Kurs von ca. 17 Kandidaten starten. Das VHS-orientierte Bildungsprogramm wird ab 2010 angeboten. Die Vorbereitungen zur Einführung eines Bachelor-Studienganges sind im Gange; das FH-Projekt wird jedoch frühestens ab 2012 realisierbar sein. Im Hinblick auf das Angebot für ausländische Stipendiaten läuft aktuell in enger Zusammenarbeit mit der Carl-Duisberg-Gesellschaft bzw. mit der assoziierten Gesellschaft InWent GmbH (Internationale Weiterbildung und Entwicklung) ein Pilot-Projekt, für das eine Förderung durch das BMU in Aussicht gestellt wurde.
Der essentielle Grundgedanke dieser ersten Fachabteilung „Landschaftökologie und Naturschutz“ innerhalb der Akademie Reden ist die zentrale Vermittlung von Artenkenntnis (Taxonomie) und von modernen feldbiologischen Erfassungsmethoden. In der gezielten Vermittlung dieser biologischen Grundlagen wird überregional ein hoher Handlungsbedarf gesehen. An vielen Fachschulen und Hochschulen werden die feldorientierten Disziplinen der organismischen Biologie überhaupt nicht oder nur noch sehr rudimentär gelehrt. Die besondere Kenntnis bzw. Fähigkeit, Tiere und Pflanzen in ihren Ökosystemen dezidiert ansprechen und ihre Biologie und Ökologie interpretieren zu können, geht zunehmend und in einem beängstigend rasanten Tempo verloren. |

