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Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz
 

Projekte

1. EU-Life-Nature-Projekt „Erhaltung und Entwicklung der Borstgrasrasen in der Saar-Lor-Lux-Region“
(Laufzeit: 2006 bis 2008)

Projektträger ist die Naturlandstiftung Saar, weiterer Projektpartner ist die DELATTINIA. Das Zentrum für Biodokumentation betreut das Projekt von Seiten des Landes.

2. Neuauflage des „Verbreitungsatlas der Gefäßpflanzen des Saarlandes“ (Sauer 1993) mit ergänzender CD über den aktuellen Erfassungsstand (Laufzeit: 2006 bis 2008)

Die Daten sind auf Nachfrage beim Zentrum für Biodokumentation zu erhalten

3. Erarbeitung fachlicher Grundlagen für die Fortschreibung der Roten Listen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten in Deutschland, im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) – (Laufzeit: 2006 bis 2009)

Projektnehmer ist die DELATTINIA. Fachlich begleitet wird das Projekt vom Zentrum für Biodokumentation. Insgesamt werden für über 60 Taxa (Tiere und Pflanzen) Checklisten und Rote Listen erstellt. Die Ergebnisse werden vom Bundesamt für Naturschutz in den nächsten 2 Jahren publiziert.

4. F.&E.-Vorhaben„Pflanzenverbreitung im Klimawandel: Basisdaten zur Validierung der Modelle zu klimabedingten Veränderungen in Deutschland(Laufzeit: 2008 bis 2012)

Ziel des Vorhabens ist die bundesweite, flächendeckende Zusammenführung und Dokumentation der aktuell vorliegenden Ergebnisse aus regionalen Kartierungen der Farn- und Blütenpflanzen. Diese dient der Schaffung einer fundierten, validierten und kohärenten Datenbasis für die Modellierung, Analyse und Darstellung von Arealverschiebungen infolge des sich vollziehenden Klimawandels. Weiterhin sollen die Ergebnisse in einem ersten gesamtdeutschen Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen zusammengefasst und dokumentiert werden.

5. F.&E.-Vorhaben „recorder D Flora“ (Laufzeit: 2007 bis 2009)

Bundesweite Einführung und Optimierung der Erfassungssoftware für die ehrenamtliche Pflanzenkartierung als Datengrundlage für BfN-Aufgaben (FloraWeb, Rote Listen, Nationales Naturerbe, invasive Arten, Klimawandel)

Der größte Teil der in Deutschland durchgeführten Geländeerhebungen zur Bestandssituation der Pflanzen wird nach wie vor durch ehrenamtliche Beiträge geleistet. In den 90er Jahren wurde auf dieser Basis der national einzigartige Kerndatenbestand von FloraWeb (www.floraweb.de) aufgebaut. Auf diesem Datenbestand beruhen viele naturschutzfachliche Auswertungen für aktuelle (Nationales Naturerbe) und laufende (invasive Arten, Klimawandel, Gefährdungsanalyse für Rote Listen) Fragestellungen im BfN. Die unbezahlbare ehrenamtliche Zuarbeit konnte vor allem durch die Bereitstellung geeigneter Software für Aufbau und Auswertung regionaler Datenbestände motiviert und durch national abgestimmte Standards im Bereich der Taxonomie und der Georeferenzierung qualitativ abgesichert werden. Diese noch auf dem Betriebssystem DOS basierende Software ist jedoch veraltet und wird vor allem bei neuen Erhebungsvorhaben nicht mehr eingesetzt. Um die in den letzten Jahren abbröckelnde Motivation der ehrenamtlichen Zuarbeit aufrecht zu erhalten bzw. wieder neu zu beleben ist es dringend notwendig, eine modernisierte und aktuelle Erfassungssoftware, über die gleichzeitig ein bundesweit abgestimmter Erhebungsstandard gewährleistet wird, bereitzustellen.

6. Projekt „recorder D Fauna“ (Laufzeit: 2009 bis 2011)

In diesem Projekt wird die unter Punkt 5 bereits beschriebene Kartier-Software „recorder D“ in Deutschland auch zur Erfassung und Dokumentation der faunistischen Gruppen eingeführt. das Projekt ist von der Delattinia als Verbändeförderprojekt beim BMU/BfN beantragt worden. Das Projekt wurde im Januar 2009 erst zugesagt. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem ZfB durchgeführt.

Von Beginn an unterstützt das ZfB das Tagfaltermonitoring auch im Rahmen der Dienstaufgaben. Die Landeskoordination ist hier ansässig. Es wird jährlich mindestens ein Transektzählertreffen durchgeführt, abwechselnd zur Erfassungszeit im Gelände und im Winterhalbjahr in Seminarform. Das ZfB unterhält selbst mehrere Transekte im Umfeld des Standortes; etwa die Hälfte der Mitarbeiter zählt darüber hinaus im privaten Rahmen.

Derzeit sind 36 Transekte eingerichtet und 25 Zähler registriert. Im Durchschnitt der Jahre 2006-2008 wurden von 30 Zählern in 31 Transekten ca. 750 Begänge durchgeführt. Der jüngste Transektzähler ist 11, der älteste 73; beide gehören zu den aktivsten Zählern. Alle aktiven Zähler erhalten eine Genehmigung zum Befahren von Feld- und Forstwegen sowie zum Betreten und ggfs. Besammeln von Schutzgebieten. Das Land ist besonders daran interessiert, einerseits Daten aus Schutzgebieten zu erhalten, andererseits Daten aus zufällig ausgewählten Monitoring-Plots der Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS) zu erhalten und prüft derzeit eine finanzielle Unterstützung der Zähler, die in diesen Bereichen tätig sind. Ein Transektzähler, der an seinem täglichen Spazierweg mit dem Hund oder während der Mittagspause zählt, wird aber genauso gerne und intensiv betreut. 

Obwohl für eine umfassende Datenauswertung noch viel zu wenige Datenreihen vorliegen, gibt es schon sehr interessante Ergebnisse. So konnten die Ausbreitungsprozesse vom Brombeer-Perlmuttfalter (Brenthis daphne) seit 2004 und vom Kurzschwänzigen Bläuling (Cupido argiades) seit 2007 sehr gut durch die Transektzählungen dokumentiert werden. Auch für den in Bearbeitung befindlichen Verbreitungsatlas der Tagschmetterlinge des Saarlandes gab es zahlreiche wertvolle Raster-Neunachweise.