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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Gentechnisch veränderte Petunien auch im Saarland aufgetaucht

15.05.2017
„Die betroffenen saarländischen Betriebe wurden bereits informiert und die Ware aus dem Verkauf genommen“, so Minister Reinhold Jost.
„Die betroffenen saarländischen Betriebe wurden bereits informiert und die Ware aus dem Verkauf genommen“, so Minister Reinhold Jost.

Auch ins Saarland sind gentechnisch veränderte Petunien an Betriebe und Händler geliefert worden. Darauf weist der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Reinhold Jost, hin. „Wir haben die betroffenen saarländischen Betriebe bereits informiert und die Ware aus dem Verkauf nehmen lassen. Die Pflanzen müssen in den Gärtnereien oder sonstigen Betrieben jetzt entsorgt werden, etwa durch Zerkleinerung und anschließende Kompostierung“, so der Minister.

Die finnische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Evira) informierte Ende April darüber, dass mehrere auffällige, untypisch orange- bis lachsfarbene Petunien in Finnland vom Markt genommen wurden. Bei Untersuchungen wurden in diesen Petunienlinien gentechnische Veränderungen nachgewiesen. In der EU ist das Inverkehrbringen sowie die Freisetzung der gentechnisch veränderten Petunien und damit insbesondere deren Verkauf und Anpflanzung nicht erlaubt ist. Dies gilt unabhängig davon, dass angenommen wird, dass von den gentechnisch veränderten Petunien keine Gefährdungen für Mensch und Umwelt ausgehen. Der Verdacht, dass einige der in Finnland untersuchten gentechnisch veränderten Petunienlinien aus Deutschland kommen, hat sich mittlerweile bestätigt. Die gentechnisch veränderten Petunien wurden bereits für den Verkauf gesperrt und müssen nun vernichtet werden. Auch ins Saarland sind gentechnisch veränderte Petunien an Betriebe und Händler geliefert worden.

Da der Verkauf und die Anpflanzung gentechnisch veränderter Petunien in Deutschland nicht erlaubt ist, sind die in Betrieben noch vorhandenen gentechnisch veränderten Petunien dementsprechend aus dem Verkauf zu nehmen und zu vernichten. Dabei müssen die Pflanzen so entsorgt werden, dass die Vermehrungsfähigkeit vollständig zerstört wird. Die Vernichtung der gentechnisch veränderten Petunien kann durch Zerkleinerung und anschließende Kompostierung erfolgen. Ebenso ist die Vernichtung durch Verbrennen, Dämpfen, Autoklavieren, Einfrieren, Kochen oder Trocknen möglich. Wenn das Pflanzenmaterial durch Kompostieren zerstört wird, kann das Kompostieren auf dem Grundstück des jeweiligen Betriebs stattfinden oder das Material kann an eine Kompostierungsanlage abgegeben werden, nachdem es inaktiviert wurde (z. B. durch Häckseln, Trocknen).

Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz als im Saarland zuständige Gentechnikbehörde hat eine Allgemeinverfügung erlassen, um sicher zu stellen, dass die gentechnisch veränderten Petunien nicht weiter in den Verkauf gelangen, betroffene Pflanzen sachgerecht zerstört werden und das Pflanzenmaterial entsorgt wird. Welche Petunienlinien nachweislich gentechnisch verändert sind, ist in der zum Download bereitstehenden Liste (Liste gentechnisch veränderter Petunien) aufgeführt.
Da die Handelsnamen im Zuge des Vertriebs aber teilweise geändert werden, empfiehlt das Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz den Händlern aus Vorsorgegründen grundsätzlich keine orange- bzw. lachsfarbene Petunien von ihren Lieferanten anzunehmen und zu veräußern.

Privatpersonen, die entsprechende Petunien in ihrem Besitz haben, wird empfohlen, diese über den Restmüll zu entsorgen.

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