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Ministerium für Bildung und Kultur
 

Verdienstkreuz am Bande für Herrn Werner Karg für jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken im Bereich der Denkmalpflege

Pressemitteilung vom 15.03.2017 - 16:00 Uhr

Im Rahmen einer Feierstunde im Ministerium für Bildung und Kultur überreichte Kulturminister Ulrich Commerçon am 14.03.2017 Herrn Werner Karg aus Bischmisheim das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 

Überreichung der Ordensinsignien durch Kulturminister Ulrich Commerçon (links) an Herrn Werner Karg (rechts).
Überreichung der Ordensinsignien durch Kulturminister Ulrich Commerçon (links) an Herrn Werner Karg (rechts).

In seiner Ansprache würdigte Kulturminister Ulrich Commerçon das besondere Engagement und die Verdienste des Ausgezeichneten um die Denkmalpflege und Landeskunde im Saarland. Nach seinen Worten werde eine solche Auszeichnung nur an Persönlichkeiten verliehen, die sich wie Werner Karg weit über das gewöhnliche Maß hinaus in die Gesellschaft eingebracht und sich darum verdient gemacht haben.

Ulrich Commerçon: „Werner Karg hat sich auf vielfältige Art und Weise um die Heimatgeschichte seines Wohnortes und der Region verdient gemacht. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Sein Ansinnen zielt stets auf sachbezogene Qualitäten; jede Art der Selbstdarstellung mittels seiner landeskundlichen Forschungen liegt ihm fern. Seine überaus bescheidene und stille Art sowie sein profundes Wissen um die Materie, gepaart mit dem Wunsch, dieses auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, prägen die hervorragende Zusammenarbeit des ehrenamtlich Tätigen mit dem Landesdenkmalamt.“

Werner Karg hat nach dem Besuch der Volksschule zunächst eine Lehre im Elektrohandwerk absolviert, bevor er über den zweiten Bildungsweg sein Abitur nachmachte.

Von 1970 bis 1998 war er als Technischer Angestellter in der Saarbrücker Niederlassung einer Elektrizitätsgesellschaft angestellt. Nach Schließung der Saarbrücker Filiale war er bis zum Eintritt in die Rente im Jahre 2002 selbstständig.

Werner Karg ist seit 1966 verheiratet mit seiner Frau Margit und hat zwei Kinder.

Das Interesse von Werner Karg an Fragestellungen der Heimat- und Landeskunde setzt um die Mitte der 60er Jahren ein. Erste eigene Publikationen, Mitarbeit und Engagement in Vereinen und Gremien: 

  • 1966 bis 2007 Mitglied im Historischen Verein für die Saargegend, davon 20 Jahre als Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Landeskunde
  • Von 1979 bis 1984 Klassenelternsprecher, von 1982 bis 1984 auch Schulelternsprecher an der örtlichen Grundschule
  • Von 1979 bis 1988 ist Werner Karg Mitglied im Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Bischmisheim: als stellvertretender Vorsitzender und Vertreter der Kirchengemeinde bei der Kreissynode, ab 1987 Baukirchmeister.

Aus dieser Zeit rührt auch sein großes Interesse an Fragestellungen der Denkmalpflege, denn als Baukirchmeister ist er gemeinsam mit dem damaligen Pfarrer Bettinger, dem Architekten Spindler, dem Landeskonservator Johann Peter Lüth und dem Berliner Kunstmaler Blessmann mit der Innen- und Außenrestaurierung der Schinkelkirche befasst.

  • Von 1992 bis 2014 ist Werner Karg aktiv als Mitbegründer und Leiter der Arbeitsgemeinschaft Ortsgeschichte Bischmisheim – hervorgegangen aus der früheren Geschichtswerkstatt.

Die Liste seiner Publikationen zu Themen der Lokal- und Regionalgeschichte ist lang, Bischmisheim sein Hauptthema: Die Ortsgeschichte, seine bedeutenden und geschichtsträchtigen Bauwerke, seine Mühlen, die Gemarkungsgrenzen, aber auch die Vogesen mit ihren Burgen und Schlössern waren für Werner Karg Thema, er befasste sich mit der Entwicklung des Zentralbaus und den Vorbildern der Schinkelkirche ebenso wie mit dem herrschaftlichen Bauen in Ottweiler.

Neben eigenen Publikationen und solchen in Zusammenarbeit mit anderen – z.B. dem Landesdenkmalamt - verfasste Werner Karg auch unzählige Aufsätze in Zeitungen, Zeit- und Festschriften.

Ergänzt wird das Werk noch durch sein umfangreiches Angebot zu kulturhistorischen Wanderungen und Exkursionen zu den jeweiligen Themen.  Weit über 200 Vorträge hat Werner Karg zwischen 1974 und 2012 bei Volkshochschulen, Vereinen, Instituten u.a. gehalten.

Seine Dokumentation zu den Grenzsteinen seiner Heimatgemeinde Bischmisheim bildete den Auftakt seiner Tätigkeiten in diesem Bereich.

Ungezählte Stunden durchaus auch harter körperlicher Feldarbeit wechseln ab mit intensiver Recherche in verschiedensten Archiven und der arbeitsintensiven Aufarbeitung der erhobenen Daten. Seine ausführliche Dokumentation bildete letztlich die Grundlage, um erstmalig im Saarland eine Banngrenze in ihrem heutigen Bestand in die Denkmalliste aufnehmen zu können.

Herr Karg hat sein Erfassungssystem immer weiter perfektioniert und auch Grenzsteine anderer Saarbrücker Gemarkungen inventarisiert. Dokumentationen der historischen Banngrenzen von Ensheim, Alt-Saarbrücken, St. Arnual und Gersweiler sind so entstanden, wozu Herr Karg mehr als 800 Grenzsteine erfasst, kartiert und historisch zugeordnet hat.

Bei der Überreichung der Ordensinsignien bedankt sich Kultusminister Ulrich Commerçon bei Werner Karg für sein langjähriges Engagement und seinen unermüdlichen Einsatz für die Landeskunde im Saarland: „Der damit einhergehende Wissenszugewinn für die Denkmalpflege und die Landeskunde wäre von Seiten des Amtes alleine unmöglich erreicht worden. Sie haben sich auf vielfältige Art und Weise um die Heimatgeschichte Ihres Wohnortes und der Region verdient gemacht. Wir sind Ihnen zu großem Dank verpflichtet.“