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Polizei
 

Für 7.512 Abc-Schützen beginnt am 29. August die Schule

Polizei kündigt Kontrollen an und gibt Tipps zum sicheren Schulweg

Am Montag, dem 29. August 2016, ist Schulanfang. Für 7.512 Abc-Schützen wird es spannend: Sie sind jetzt "in der Schule!". Die Gesamtschülerzahl der Grundschulen im Saarland beträgt dann 30.466. Die Polizei kündigt Kontrollen an und gibt Tipps zum sicheren Schulweg.
Schulkinder auf dem Schulweg - Foto: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn
Schulkinder auf dem Schulweg - Foto: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn

Für die Erstklässler beginnt nach den Sommerferien ein neuer Lebensabschnitt. Sie gehen auf die "große Schule" und müssen sich möglicherweise an einen neuen Weg dorthin gewöhnen. Aber auch die anderen Grundschüler sind im Straßenverkehr relativ unerfahren, lassen sich zuweilen ablenken und reagieren für andere Verkehrsteilnehmer oft plötzlich und unerwartet. Die Autofahrer müssen deshalb generell innerorts und speziell in der Nähe von Schulen mit unvorhersehbarem Verhalten der Kinder rechnen.

Verunglückte Kinder bei Verkehrsunfällen im Saarland

Im Jahr 2015 wurde ein Kind bei einem Verkehrsunfall getötet. Bei der Gesamtzahl der Verunglückten ist ein Rückgang um 1,3 % gegenüber 2014 festzustellen. 40 Kinder wurden bei Verkehrsunfällen schwer verletzt, was einem Rückgang um 24,5 % gegenüber 2014 (53 Schwerverletzte) entspricht. Bei der Zahl der leicht verletzten Kinder ist ein Anstieg um 3,2 % (260 in 2015, 252 in 2014) festzustellen.


Die Grafik "Verunglückte bei Verkehrsunfällen je 100.000 der Altersgruppe" verdeutlicht, dass das Risiko von Kindern, bei einem Verkehrsunfall zu verunglücken, d. h. getötet oder verletzt zu werden, signifikant unter dem durchschnittlichen Risiko der Jugendlichen und "Jungen Fahrer" liegt. Im Jahr 2015 verunglückten im Saarland von 100.000 Kindern 267, während in den Jahren 2010 bis 2014 von 100.000 Kindern 291 verunglückten.


Wenn Autofahrer, Eltern, Kinder und Lehrer gleichzeitig die folgenden Tipps beachten, wird der Schulweg sicherer:

Verkehrszeichen 136
Verkehrszeichen 136

Schulweg festlegen und ausprobieren

  • Noch in den Ferien Schulweg gemeinsam aussuchen und am besten mehrmals einüben.
  • Konzentration fördern.
  • Auch auf dem Bürgersteig Abstand zum Fahrbahnrand halten.
  • Respekt vor dem Straßenverkehr fördern, aber keine Ängste aufbauen.
  • Straßen nur an sicheren Stellen überqueren, vordringlich Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) und Verkehrsampeln benutzen. 
  • Wenn die Schule bereits begonnen hat, sporadisch noch mal mitgehen.
  • Keine zu große Kontrolle! Vertrauen Sie Ihrem Kind!
  • Ideal, wenn Kinder in Gruppen gehen.
  • Bei kurzem Schulweg am besten zu Fuß zur Schule. Die Kinder gewinnen an Erfahrung und werden sicherer (Eigenverantwortung).

Zeit und Weg

  • Genügend Schlaf ist wichtig.
  • Rechtzeitig frühstücken
  • Witterungsangepasste Kleidung!
  • Nicht auf den letzten "Drücker" losgehen - keine Hektik und kein Stress!

Kinder sollen für Fahrzeugführer gut erkennbar sein

  • Insbesondere in der dunklen Jahreszeit helle, reflektierende Kleidung und Ranzen tragen.
  • Gegebenenfalls Beleuchtung und Strahler am Fahrrad ständig kontrollieren.

Parkchaos im Umfeld der Schule vermeiden

  • Lassen Sie Ihr Kind die letzten Meter zu Fuß laufen.
  • Tragen Sie nicht zu einem Parkchaos bei (Übersichtlichkeit!).
  • Gefahren beim Überqueren der Fahrbahn.
  • Gefahren beim plötzlichen Hervorlaufen zwischen parkenden Autos.
Kind am Straßenrand zwischen parkenden Fahrzeugen - Foto: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn
Kind am Straßenrand zwischen parkenden Fahrzeugen - Foto: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn

An Sicherung der Kinder im Auto denken

  • Kinder unter 12 Jahren, die kleiner als 1,50 m sind, benötigen eine geeignete, amtlich genehmigte Rückhalteeinrichtung (Kindersitz).

  • Beim Neukauf möglichst einen Sitz nach der Norm ECE-R 44-04 oder UN/ECE-R 129 auswählen. Unterschied: Die Norm UN/ECE-R 129 berücksichtigt die Größe und das Gewicht, die Norm ECE-R 44 richtete sich nur nach dem Gewicht.

  • Kindersitze der Norm ECE-R 44-03 sind noch gültig, ältere Kindersitze der Norm ECE-R-44-01 oder 44-02 dürfen nicht mehr verwendet werden.

  • ISOFIX-Systeme erleichtern den Einbau des Kindersitzes im Fahrzeug. Beim Kauf darauf achten, dass der Sitz im eigenen Fahrzeug tatsächlich verwendet werden darf.

  • "i-Size Sitze" bieten einen besseren Schutz beim Seitenaufprall und verhindern einen fehlerhaften Einbau, da eine ISOFIX-Montage vorgeschrieben ist.

  • Transportieren Sie Kinder ausnahmslos nur in geeigneten Kindersitzen (auch auf kurzen Strecken), seien Sie Vorbild und legen Sie selbst immer den Sicherheitsgurt an!
Typenschild eines Kindersitzes
Typenschild eines Kindersitzes

Fahrrad und Bus

Sofern der Schulweg zu Fuß nicht möglich ist, bedenken Sie bitte folgendes:

  • Kinder sollten mit dem Fahrrad erst nach der Radfahrausbildung in den Jugendverkehrsschulen (während des 3./4. Grundschuljahres) in die Schule fahren. Vorher sind Sie sehr gefährdet, weil Sie überfordert sind.
  • Helm und reflektierende Kleidung tragen! Vorbildfunktion der Eltern!
  • Die grundlegenden Verkehrsregeln sollten gegebenenfalls bekannt sein.
  • Bei Fahrten mit dem Bus Haltestellen bekannt  machen, am Anfang mitgehen, wenn nötig abholen.

Zahlreiche Tipps für Eltern und Lehrer bietet die Broschüre "Mit dem Bus zur Schule - aber sicher", mit deren Hilfe Kindern sicheres Verhalten im Zusammenhang mit Schulbusfahren vermittelt werden kann. Die Broschüre ist auf dem Themenportal des Landesinstituts für Präventives Handeln (LPH) als Download zur Verfügung gestellt.

Verkehrszeichen 245

Die Polizei wird in den ersten Wochen nach Schulbeginn insbesondere im Umfeld der Schulen Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Ferner wird das Anlegen der Rückhaltesysteme kontrolliert. Die Zentralen Verkehrspolizeilichen Dienste des Landespolizeipräsidiums werden wie in den zurückliegenden Jahren verstärkt Busse kontrollieren, die Schüler befördern.


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