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Landwirtschaft und ländlicher Raum
 

Agrarförderung: eine Schnittstelle zur Europäischen Union

Die europäischen Landwirtschaftsfonds: Schnittstelle zur Europäischen Union
Die europäischen Landwirtschaftsfonds: Schnittstelle zur Europäischen Union

Damit der ländliche Raum seine vielfältigen Funktionen als Lebens-, Wirtschafts-, Natur- und Erholungsraum erfüllen kann, bedarf es einer integrierten, nachhaltigen  und innovativen ländlichen Entwicklung. Eine Entwicklung, die gekennzeichnet ist durch regionale Wirtschaftskreisläufe, Kooperationen und durch eine aktive Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen, die sich für die Zukunftsfähigkeit der Region engagieren, sowie durch eine leistungsfähige Landwirtschaft. Die Landwirtschaft im Saarland trägt neben der Produktion hochwertiger und vielfältiger Qualitätsnahrungsmittel auf einer nachhaltigen Grundlage auch dazu bei, das Landschaftsbild zu erhalten und dem Biodiversitätsverlust entgegenzuwirken. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaft und der Gesellschaft. Sie arbeitet im Einklang mit der Natur und der Umwelt. Sie erhält die Attraktivität der ländlichen Gebiete und trägt indirekt zur Förderung des Tourismus im Saarland bei.

Seit 1962 gibt es eine Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) auf europäischer Ebene. Damals wurde die Harmonisierung der Agrarpolitik beschlossen, um die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung zu garantieren und die Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten zu verringern. Sie ist bis heute die am stärksten integrierte EU-Politik. Dabei ist die GAP maßgebliches Instrument, um den Bedürfnissen der Landwirte, der Verbraucher und der Umwelt auch im globalen Kontext gerecht zu werden. Doch die GAP war und ist einer laufenden Weiterentwicklung unterworfen.

Heute gliedert sie sich in zwei sogenannte Säulen:

1. Säule: Europäischer Garantiefonds für die Landwirtschaft EGFL

Die Direktzahlungen sind eines der zentralen Elemente der Agrarpolitik. Sie sind zu 100% EU-finanziert und werden den Landwirten in Form der einheitlichen Betriebsprämie auf Antrag ausgezahlt. Die Landwirte erhalten diese Prämie für bestimmte Leistungen, z.B. die Pflege von Kulturlandschaften, die Erhaltung der natürlichen Ressourcen, die Sicherung der Ernährung oder die Erzeugung nachwachsender Rohstoffe (Energiepflanzen). Die Zahlstelle ELER/EGFL betreut rd. 1300 Landwirtschaftsbetriebe, die zusammen ca. 78.000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche (LF)  bewirtschaften. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt rd. 65 ha LF. Es gibt in der saarländischen Landwirtschaft ca. 4000 erwerbstätige Personen.

Daneben werden im EGFL noch die Maßnahmen „Europäisches Schulobstprogramm“ und „Sonderbeihilfen für Bienenzucht“ abgewickelt.


2. Säule: Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums ELER

Die 2. Säule der GAP soll die Landwirtschaft in ihrer Funktion für Land und Umwelt stärken und die Entwicklung der ländlichen Räume unterstützen. Die Maßnahmen der 2. Säule sollen nicht zuletzt die Reform der GAP in der 1. begleiten und ergänzen.
Dementsprechend trägt der ELER zur Verbesserung 
- der Wettbewerbsfähigkeit des land- und forstwirtschaftlichen Sektors;
- der Umwelt und der Kulturlandschaft;
- der Lebensqualität in ländlichen Gebieten und zur Förderung der Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft
bei.

Der ELER ergänzt nationale, regionale und lokale Maßnahmen, die zu den Schwerpunkten der Gemeinschaft beitragen. Die Kommission und die Mitgliedstaaten achten zudem auf die Kohärenz und Vereinbarkeit des ELER mit den anderen gemeinschaftlichen Fördermaßnahmen.

Im Saarland werden die ELER-Verordnungen durch das zentrale Instrument „Saarländischer Entwicklungsplan für den ländlichen Raum 2014-2020 (SEPL 2014-2020)“ umgesetzt.
Im Rahmen des SEPL 2014-2020  setzt das Saarland individuelle inhaltliche Schwerpunkte in Bezug auf eine Anreizförderung in den Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz und ländliche Entwicklung. Die Förderung unterstützt Vorhaben, die stark auf die gemeinschaftlichen Ziele, Strategien und Interventionsprioritäten ausgerichtet sind und die ohne die öffentliche Beihilfe nicht durchgeführt würden.


Um der Wichtigkeit der ländlichen Räume Rechnung zu tragen, werden in Deutschland ab dem Jahr 2015 pro Jahr 4,5 Prozent des Plafonds für die Direktzahlungen entsprechend rund 229 Millionen Euro pro Jahr zugunsten der zweiten Säule umgeschichtet. Pro Hektar erhält jeder Landwirt damit im Schnitt zwar rund 13,50 Euro weniger Prämie, allerdings werden diese Mittel für landwirtschaftliche Maßnahmen der zweiten Säule verwendet. Im Saarland wird dies in die Maßnahme zur Förderung der von der Natur benachteiligten Gebiete fließen, um einen Ausgleich für die Benachteiligung zu schaffen, die sich u.a. durch Bodenqualität, Relief und Wasserverfügbarkeit ergibt.