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Landwirtschaft und ländlicher Raum
 

Ländliche Entwicklung

Der ländliche Raum – Blick auf Auersmacher
Der ländliche Raum – Blick auf Auersmacher

Ländliche Räume in Deutschland unterscheiden sich im Landschaftsbild, in den natürlichen Standortbedingungen, der regionalen Tradition, im kulturellen Angebot und vor allem hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Situation. Neben wirtschaftlich sich gut entwickelnden Regionen gibt es strukturschwache Regionen, die mit erheblichen ökonomischen und sozialen Problemen zu kämpfen haben. Viele Regionen sind von demografischen Wandel betroffen. Aufgrund einer niedrigen Geburtenrate nimmt die Bevölkerung ab. Durch den Anstieg der Lebenserwartung steigt der Anteil der älteren Menschen. Hinzu kommen Probleme in der Sicherung der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum: mangelnde Versorgung mit Ärzten, der Abbau notwendiger Infrastruktur wie Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr- und Fernverkehr, Schließung von Läden, Schulen und Kindergärten.
Um die ländlichen Räume in Deutschland zukunftsfähig, lebenswert und attraktiv zu gestalten, fördert die Europäische Union Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung im Rahmen des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)“. Gefördert werden Pläne für die Entwicklung von Gemeinden und Dörfern, Breitbandinfrastruktur, dem ländlichen Charakter angepasste Infrastrukturmaßnahmen sowie Maßnahmen der Dorferneuerung in ländlichen Gebieten. Als Umsetzungsmethode der im Rahmen des ELER verfolgten Ziele dient der LEADER-Ansatz. Die ELER-Mittel werden über Bundes- und/oder Landesmittel kofinanziert.

LEADER
Kennzeichen von LEADER (Liasion entre actions de développement de l’économie rurale – Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) sind die Kooperationen ländlicher Akteure bei der Umsetzung gemeinsamer Strategien für die ländliche Entwicklung und die Umsetzung innerhalb lokaler Aktionsgruppen als öffentlich-private Partnerschaften nach dem Bottom-up-Prinzip. Diese lokalen Aktionsgruppen stellen einen Zusammenschluss der verschiedenen Akteure des ländlichen Raums in der jeweiligen Region dar (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Handwerk, Handel, Gewerbe, Tourismus, Bürgerinnen und Bürger usw.), die mit Politik und Verwaltung an konkreten Projekten der ländlichen Entwicklung arbeiten (Partizipationsprinzip). Lokale Aktionsgruppen erarbeiten ein auf den Stärken und Schwächen der jeweiligen ländlichen Region basierendes sektorübergreifendes lokales Entwicklungskonzept (LES). Sie wählen dann einzelne Projekte aus, mit deren Hilfe das Entwicklungskonzept in einem langjährigen Prozess verwirklicht werden soll.

Dorferneuerung und –entwicklung
Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft und den demografischen Wandel verändern sich Dörfer und Gemeinde im ländlichen Raum. Maßnahmen zur Dorferneuerung und –entwicklung dienen dazu, den veränderten Rahmenbedingungen im ländlichen Raum auf Gemeinde- und Dorfebene zu begegnen und durch eine aktive Innenentwicklung Dörfer lebenswert zu erhalten. Dabei geht es um bauliche und soziale Maßnahmen zur Erhaltung und Stärkung der Vitalität der Dorfkerne. Wichtig ist hierbei die Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements.
Maßnahmen zur Dorferneuerung und –entwicklung sollen einen besonderen Beitrag zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme („Innenentwicklung geht vor Außenentwicklung“) leisten, die demografische Entwicklung berücksichtigen und bürgerschaftliches Engagement aktivieren. Als konzeptionelle Grundlage für die Maßnahmen der Dorferneuerung und –entwicklung dienen insbesondere die Pläne zur Entwicklung ländlicher Gemeinden.

Bodenneuordnung
Zentraler Bestandteil der Landentwicklung ist die Bodenordnung. Das wichtigste Instrument der landwirtschaftlichen Bodenordnung ist die Flurbereinigung. Deren Aufgabe ist es, den ländlichen Grundbesitz durch Maßnahmen nach dem Flurbereinigungsgesetz neu zu gestalten. In einem Realteilungsgebiet wie dem Saarland ist sie zur Erfüllung ihrer raumwirksamen Aufgaben nach wie vor unverzichtbar. Dabei stehen die Ziele des Natur- und Umweltschutzes gleichrangig neben den Zielen der Verbesserung der Arbeits- und Produktionsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft. Die Flurbereinigung dient somit nicht nur der Land- und Forstwirtschaft, sondern ist darüber hinaus ein wirksames Instrument zur Verbesserung der Lebensverhältnisse im ländlichen Raum.

Breitbandversorgung ländlicher Räume
Die Breitbandversorgung ländlicher Räume ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der ländlichen Infrastruktur. Grundsätzlich können Gemeinden oder Gemeindeverbände eine finanzielle Förderung erhalten, mit der sie eine existierende und nachgewiesene Wirtschaftlichkeitslücke des Netzausbaus gegenüber einem privaten Unternehmen oder auch bei eigenen Ausbauaktivitäten decken können. Ziel ist es, durch den Breitbandausbau die Wettbewerbsfähigkeit land- und forstwirtschaftlicher Betriebe zu steigern und ländlichen Regionen als Lebens- und Wirtschaftsstandort allgemein zu verbessern.

Kontakt

Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Referat B/4
RBe Sabine Ballier
Ländlicher Raum, Flächenrevitalisierung, ELER-Verwaltungsbehörde
Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 501-4100
Telefax
(0681) 501-4314
Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Referat B/3
Barbara Meierhöfer
Geoinformation, Landentwicklung, Rechtsangelegenheiten der Abteilung
Keplerstraße18
66117 Saarbrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 501-3525
Telefax
(0681) 501-4314