Auftakt Grundbildungspakt Saar

Deutschland 2012
Dichter, Denker, Analphabeten

14,5 % aller Erwachsenen in Deutschland können nicht lesen!

Donnerstag
3. Mai 2012
14:00 Uhr
Ministerium für Bildung, Hohenzollernstraße 60, 66117 Saarbrücken, Sitzungssäle

Vorstellung der leo.-Level-One Studie zur Literalität von Erwachsenen auf den unteren Kompetenzniveaus

von Prof. Dr. Anke Grotlüschen
Professorin für Lebenslanges Lernen an der Universität Hamburg

Vorstellung bisheriger Maßnahmen zur Behebung des Analphabetismus im Saarland

Gründung eines saarländischen
Grundbildungspaktes
zur Behebung des Analphabetismus in Zusammenarbeit von Unternehmen, Sozialverbänden und Weiterbildung

 

Die Studie der Universität Hamburg kam zu dem Ergebnis, dass etwa 2,3 Millionen Menschen in Deutschland zwar einzelne Wörter lesend verstehen oder schreiben können, nicht jedoch ganze Sätze. Insgesamt sind damit mehr als 4 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland von Analphabetismus betroffen. Deutlich höher als bislang vermutet ist die Zahl der funktionalen Analphabeten: Etwa 7,5 Millionen beziehungsweise 14 Prozent der erwerbsfähigen Deutschen können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, nicht jedoch zusammenhängende, auch kürzere Texte wie zum Beispiel eine schriftliche Arbeitsanweisung verstehen. Eine angemessene Form der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist beim funktionalen Analphabetismus nicht möglich. Bisher gingen Schätzungen von etwa vier Millionen Menschen aus, die von funktionalem Analphabetismus betroffen sind. Fehlerhaftes Schreiben auch bei gebräuchlichen Worten betrifft laut der Studie rund 21 Millionen Menschen in Deutschland beziehungsweise knapp 40 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung.

Die Level-One Studie (leo) wurde von der Universität Hamburg im Rahmen der im Jahr 2010 realisierten nationalen Zusatzerhebung zur europäischen Weiterbildungsbefragung "Adult Education Survey" (AES) durchgeführt. Per Zufallsauswahl wurden mehr als 7.000 Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren befragt. Für leo wurde diese Zahl um eine Zusatzstichprobe von 1.350 Personen im unteren Bildungsbereich ergänzt.