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Naturschutz
 

Schutzgebietskategorien nach dem saarländischen Naturschutzgesetz

1. Naturschutzgebiete
Bei dieser Schutzgebietskategorie handelt es sich um Gebiete, die dem Schutz der Natur und Landschaft in ihrer Gesamtheit dienen. Schutzgebiete dieser Kategorie sind die am strengsten geschützten Gebiete. Insbesondere werden die wild lebenden Pflanzen oder Tiere, Biotope oder bestimmte Lebensgemeinschaften zu ihrem Erhalt, ihrer Entwicklung, aufgrund ihres seltenen Vorkommens oder auch aus wissenschaftlichen Gründen unter den gesetzlichen Schutz gestellt. Naturschutzgebiete dürfen in der Regel nicht außerhalb der Wege betreten werden; Ausnahmen können jedoch zugelassen werden, soweit es der Schutzzweck erlaubt. Die Gebiete Wolferskopf, das Waldschutzgebiet Steinbachtal/ Netzbachtal und das Ostertal zwischen Herchweiler und Marth sind einige Beispiele für die aktuell 107 (Stand Februar 2006) Naturschutzgebiete im Saarland, die eine Gesamtfläche von 9632 Hektar (3,75 Prozent der Landesfläche) bedecken.

2. Nationalparke
Nationalparke sind ausgedehnte Gebiete, die wegen ihres besonderen Charakters bzw. ihrer Schönheit und ihrer Naturschätze national bedeutsam und schützenswert sind. Sie stellen Gebiete dar, die vom Menschen nicht oder kaum beeinflusst sind und überdies die Vorraussetzungen erfüllen, möglichst vielen heimischen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum zu dienen und demnach eine vielschichtige und große Artenvielfalt sicherstellen. Nationalparke sind grundsätzlich zugänglich und ermöglichen Erholung wie auch wissenschaftliche Umweltbeobachtungen. Im Saarland besteht noch kein Nationalpark. In Deutschland sind 16 Nationalparke ausgewiesen, etwa das Schleswig-holsteinische Wattenmeer, der Nationalpark Harz und der Bayerische Wald. Zuletzt wurde der Nationalpark Hunsrück-Hochwald als erster bundesdeutscher Nationalpark, der von Anbeginn an Ländergrenzen überschreitend geplant wurde, eröffnet.

3. Landschaftsschutzgebiete
Hiermit sind Gebiete gemeint, die zur Erhaltung und Entwicklung bzw. Wiederherstellung von Landschaftsräumen eingerichtet sind. Hier liegt ein besonderes Augenmerk auf der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes und der kulturhistorische Bedeutung. Es handelt sich in dieser Schutzgebietskategorie nicht um Landschaften, die in einem vom Menschen weitgehend unberührten Zustand sind, sondern um Landschaftsteile, die Abbild der historischen Nutzung sind. Landschaftsschutzgebiete haben eine wichtige Funktion für die naturbezogene und naturverträgliche Erholung. Zu den Landschaftsschutzgebieten im Saarland zählen beispielsweise die Saarschleife oder das Landschaftsschutzgebiet Feilbachaue-Höcherwald bei Bexbach.

4. Naturparke
Naturparke sind durch den Menschen geformte Landschaften. Sie haben eine langjährige Nutzung erfahren, sind also vom menschlichen Handeln beeinflusst. Ziel der Einrichtung Naturpark ist es, den Schutz und die Nutzung der Landschaft miteinander in Einklang zu bringen („Schutz durch Nutzung“). In dem Gebiet soll gleichsam eine nachhaltige, schonende Landnutzung betrieben und nachhaltiger Erholungstourismus gefördert werden. Zudem sollen sich Naturparke hauptsächlich aus Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebieten zusammensetzen und eine breit gefächerte Arten- und Biotopvielfalt besitzen.
Der saarländisch-rheinland-pfälzische Naturpark Saar-Hunsrück erstreckt sich auf einer Fläche von 1 976 Quadratkilometer über die beiden Bundesländer.

5. Biosphärenreservate
Biosphärenreservate beruhen auf dem 1970 von der UNESCO begründeten Programm „Man and the Biosphere“ (MAB). Biosphärenreservate sind großflächige, repräsentative Ausschnitte von Natur- und Kulturlandschaften. Das Hauptinteresse besteht darin, ein Modell zu errichten, um die nachhaltige Nutzung der Landschaft und der natürlichen Ressourcen durch den Menschen mit dem Schutz der Landschaft in Einklang zu bringen. Umweltbeobachtung, Forschung sowie Umweltbildung und Naturerlebnis sind weitere Ziele eines Biosphärenreservates. Als eines von 15 deutschen Biosphärenreservaten ist die „Biosphäre Bliesgau“ Im südlichen Saarland festgesetzt.

6. Naturdenkmäler
Naturdenkmäler sind unter Schutz gestellte Einzelobjekte der Landschaft wie beispielsweise ein bemerkenswerter Baum oder ein Felsen. Die Schutzwürdigkeit ergibt sich aus der Seltenheit, dem besonderen Charakter, der Schönheit oder auch dem wissenschaftlichen Wert eines Naturdenkmals. Beispiele für bedeutende Naturdenkmäler des Saarlandes sind die Schlossberghöhlen in Homburg oder der Brennende Berg in Dudweiler.

7. Geschützte Landschaftsbestandteile
Dieser Begriff umfasst Elemente aus der Natur und Landschaft, die zur Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung unter Schutz gestellt werden. Weitere Bedeutung haben die Landschaftsbestandteile als Habitate für bestimmte wild lebende Tier- und Pflanzenarten.  Im Saar-Pfalz-Kreis ausgewiesene geschützte Landschaftsbestandteile sind beispielsweise bei Niederbexbach oder der Kalkhalbtrockenrasen „Auf der Kahlhecke“ bei Blieskastel.

Übergabe des Naturschutzgebietes "Berghalde Victoria"

Link zum Schutzgebietskataster