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Modellversuch „Fördern statt Sitzenbleiben“ gestartet

23.08.2011 - Am Montag (22. August) fiel der offizielle Startschuss für den vierjährigen Modellversuch „Fördern statt Sitzenbleiben“, der ab dem Schuljahr 2011/2012 an der Schulform Gymnasium durchgeführt wird. Auf einer Informationsveranstaltung im Bildungsministerium haben die elf Modellschulen ihre Förderkonzepte vorgestellt. Nach der Präsentation traten sie mit Wissenschaftlern und Didaktikexperten in einen intensiven Meinungsaustausch.
Gemeinsam geht Bildung besser.
Gemeinsam geht Bildung besser.
Zur pädagogischen Bedeutung des Modellversuchs sagte der saarländische Bildungsminister Klaus Kessler: „Der Modellversuch zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler nach dem Übergang von der Grundschule an das Gymnasium in ihrer neuen Lernwelt stabilisiert werden, womit der Fokus stärker auf eine gezielte individuelle Förderung gelegt werden soll. Lerndefizite von Schülerinnen und Schülern sollen frühzeitig erkannt und ausgeglichen werden. Der Modellversuch ist der Einstieg in eine neue Lern- und Förderkultur zum Umgang mit Stärken und Schwächen von Schülerinnen und Schülern am Gymnasium.“ An der Veranstaltung nahm auch der renommierte Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Jörg Schlömerkemper von der Goethe Universität Frankfurt teil. Er erörterte in einem Impulsreferat zum Thema „Sitzenbleiben“ den aktuellen wissenschaftlichen Stand.

Der Modellversuch „Fördern statt Sitzenbleiben“ wird an der Schulform Gymnasium durchgeführt und gilt für die Klassenstufen 5 und 6. Ab dem Schuljahr 2011/12 wird zunächst in der Klassenstufe 5 das Sitzenbleiben probeweise ausgesetzt, im darauffolgenden Schuljahr 2012/13 auch in der Klassenstufe 6. Die Möglichkeit einer freiwilligen Klassenwiederholung bleibt erhalten.

Damit ein Gymnasium an dem Modellversuch teilnehmen kann, muss ein entsprechender Beschluss der Schulkonferenz vorliegen. Darüber hinaus muss das Gymnasium die geplanten Fördermaßnahmen darlegen und Vorschläge zur Evaluation des Förderkonzeptes einreichen.

Die Förderkonzepte der elf teilnehmenden Gymnasien setzen sich aus unterschiedlichen Fördermaßnahmen zusammen, die jedoch alle auf dem Grundprinzip der individuellen Förderung basieren. Zu den geplanten Maßnahmen zählen beispielsweise:

- Lernstandsdiagnostik (z. B. Lernstandsanalysen und regelmäßige Lernstandstests)

- Selbstreflexionsmodelle (z. B. Lernverträge und Lerntagebücher)

- Methodisches Arbeiten: „Lernen lernen“

- Einrichtung von Lernwerkstätten, z. B. in Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen

- Einzelförderung in Kernfächern

Das Bildungsministerium stellt den am Modellversuch teilnehmenden Schulen für jede Klasse der Klassenstufen 5 und 6 eine zusätzliche Förderstunde zur Verfügung. Die Schule kann bis zu einem Drittel dieser Förderstunden in Geldmittel umwandeln und diese für besondere pädagogische Vorhaben verwenden.

Die Lern- und Leistungsentwicklung der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler wird statistisch erfasst und in pädagogischen Konferenzen beraten und ausgewertet. Eine externe Evaluation (Fragebogen) ist in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) vorgesehen.