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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Neue Analysen geben detailliert Aufschluss über Belastung der Fische im Saarland

26.07.2011
Rotauge
Rotauge
Das saarländische Umweltministerium rät davon ab, vor allem fettreiche und ältere Fische zu verzehren, die in der Saar unterhalb der Staustufe Saarbrücken und in der Blies unterhalb von Neunkirchen geangelt wurden. Dies ist ein Ergebnis der erneuten Schadstoffuntersuchungen von Fischen in Saar und Blies.

Die jetzt vorliegenden differenzierten Analysen, die das Institut Fresenius in Taunusstein im Auftrag des Umweltministeriums durchgeführt hat, bestätigen erneut die Belastung der Fische mit dem gesundheitsgefährdenden PCB (polychlorierte Biphenyle). Sie liefern aber genauere Informationen über Belastungsschwerpunkte in den Gewässern sowie die Belastungsrisiken für die dort lebenden Fischarten. „Wir möchten mit diesem Gutachten im Sinne des Verbraucherschutzes vor allem den Anglern und ihren Familien  wichtige Hinweise liefern, wo sie Fische für den Verzehr angeln sollten und wo nicht“, so Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger. 

Für das aktuelle Gutachten hat das Ministerium die Zahl der Probestellen erweitert. Fischproben wurden entnommen an der Saar in Höhe von Güdingen, Burbach, Lisdorf, Fremersdorf/Rehlingen und Mettlach sowie an der Blies bei Reinheim und Niederbexbach. Auch die Zahl der untersuchten Fischarten wurde erhöht: Untersucht wurden 35 Brassen, 40 Döbel, 48 Rot-augen, 21 Barsche, 6 Forellen, 3 Barben, 2 Welse, 2 Schleien und 1 Hecht.

Die Analysen bestätigten: Grenzwertüberschreitungen findet man vor allem bei Fischarten mit erhöhten Fettgehalten wie Aal, Brasse, Wels oder Döbel. Bei diesen Arten nimmt das PCB-Risiko in den Belastungsgebieten mit dem  Alter und dem Gewicht zu.

Durch die Untersuchungen konnte (an den gleichen Fischen) nachgewiesen werden, dass Fische ohne Haut geringere Fettgehalte und damit einhergehend deutlich geringere Schadstoffbelastungen haben. Besonders bei den untersuchten Welsen, Brassen und Forellen ist dies augenfällig. Der Verzehr von Fischen ohne Haut reduziert somit deutlich die Schadstoffaufnahme. Bei Brassen  zum Beispiel reduziert sich dadurch das toxikologische Risiko um über 30 %, bei den Forellen in Bexbach um über 50 %.

Insgesamt zeigen die Untersuchungen, dass bei einem Verzicht auf den Verzehr von Brassen sowie alten und fettreichen Fischen (Döbel, Rotaugen) die Aufnahme von PCB gering gehalten werden kann. Die Untersuchungen sind somit eine gute Grundlage für eine abgestimmte neue Verzehrsempfehlung für Fische aus Mosel und Saar, die nun auf der Basis der Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung zu erarbeiten ist.

Parallel zu den Fischanalysen wurden Gewässerproben analysiert. Dazu wurden Schwebstoffe aus dem Wasser gefiltert und auf ihre PCB-Belastung untersucht. Die Proben stammen aus der Saar (Güdingen und Fremersdorf), aus der Blies (Reinheim und Bexbach) sowie aus Rossel und Bist.  

Eine erste grobe Frachtabschätzung für den Pegel Fremersdorf zeigt eine Jahresfracht von ungefähr 240 g DL-PCB, davon sind ca. 1% auf Grubenwassereinleitungen im Saarland und ca. 8 % auf Einleitungen über Rossel und Bist zurückzuführen. Der Rest der Belastung ist keiner konkreten Quelle zuzuordnen.

Lokal kann der Anteil des Grubenwassers an der Gesamtbelastung bedeutsam sein, wie an der Blies bei Bexbach festgestellt wurde. Dort kann bei mittlerer bis geringer Wasserführung der Blies der Eintrag aus der Grube Reden fast 30 % der Tagesfracht (nicht Jahresfracht) erreichen. Die Blies-Forellen sind in diesem Gewässerabschnitt deutlich mit PCB belastet.