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Demografischer Wandel: Studie zur Sportstätten-Entwicklungsplanung für das Saarland

Der demografische Wandel wird auch Folgen für den saarländischen Sport und die Sportstätten im Land haben. Grundlage für die die Sportstätten-Planung im Land ist eine Studie des Sportwissenschaftlichen Instituts der Universität des Saarlandes. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, in welcher Kommune im Jahr 2035 noch welcher Bedarf an Sportstätten besteht.
Sportstätten-Entwicklungsplan
Sportstätten-Entwicklungsplan
Bedarfe meldet ein Verein bei der Kommune an. Die Kommune wiederum bittet das Land um finanzielle Unterstützung. Zuständig hierfür ist dann die Sportplanungskommission. Martin Karren leitet als Staatssekretär im Sportministerium diese Kommission. Er sagt: „Die vorliegenden Ergebnisse dienen als Basis, wenn Baumaßnahmen von Sportplätzen vom Land bezuschusst werden sollen. Ziel ist es, gemeinsam mit den Kommunen und Vereinen effizient und nachhaltig zu investieren. Die Studie soll die Kommunen bei ihrer Planung von Sportstätten unter-stützen.“

Klaus Lorig ist der Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetages. Lorig spricht von einem „schwierigen Weg, den die Kommunen vor sich haben und den es behutsam zu moderieren gilt“: „Hierfür sind die Ergebnisse der Studie zunächst ein wichtiger Leitfaden bei der Bewertung der Notwendigkeit bestimmter Veränderungen. Diese ergeben sich oft schon aus den finanziellen Gegebenheiten. Aber auch als Argumentationshilfe bei der oft schwierigen Moderation zwischen Vereinen, die sich aufeinander zu bewegen, zukünftig Sportplätze gemeinsam nutzen müssen, wird die Studie den Verantwortlichen in den Kommunen sicher eine wichtige Stütze und Hilfe sein.“

Gerd Meyer, Präsident des Landessportverbandes für das Saarland, sieht in der Studie einen „wichtigen Leitfaden für die Kommunen, um bei der rückläufigen Entwicklung der Bevölkerungszahlen die nötigen Anpassungen im Bereich der Sportplätze planen und umsetzen zu können.“ Meyer sagt aber auch: „Ein Bevölkerungsrückgang bedeutet nicht gleich auch, dass weniger Sport getrieben wird – schließlich sind heute viel mehr Menschen im Seniorensport aktiv. Das Bewusstsein für ein aktives Leben im Alter ist viel stärker ausgeprägt. Und schließlich müssen in Entscheidungen bei der Schließung von Anlagen im Einzelfall immer auch die sozialen Auswirkungen mit einbezogen werden. Denn die integrative Wirkung der Sportvereine gerade in sozialen Brennpunkten darf nicht unterschätzt werden.“

Am Lehrstuhl für Sportökonomie und Sportsoziologie des Sportwissenschaftlichen Instituts der Universität des Saar-landes hatte Dr. Werner Pitsch die Federführung für diese Studie. „Wichtig ist, die Ergebnisse der Studie richtig zu bewerten, richtig damit umzugehen“, sagt Pitsch. „Zwar werden vor allem Zahlen präsentiert und Entwicklungstendenzen quantifiziert. Bei der Bewertung gilt es aber zu beachten, dass diese prognostizierten Veränderung nicht von heute auf morgen erfolgen, sondern sich langsam ergeben. Dem gilt es bei der Entscheidungsfindung Rechnung zu tragen, ebenso wie anderen Faktoren, die in die Ent-scheidung über Veränderungen eingehen können und müssen.“

Hintergrund zur Studie „Demografische Veränderungen und deren Einfluss auf den Sport und den Bedarf an Sportplätzen“:
Das Sportwissenschaftliche Institut der Universität des Saarlandes hat zunächst den möglichen Nutzen quantitati-ver Vorausberechnungen der Sportentwicklung auf der Ebene einzelner Kommunen zur zielgerichteten Sportstät-tenplanung abgeschätzt. Zu diesem Zweck mussten für alle saarländischen Kommunen spezifische wahrscheinliche Bevölkerungsvorausberechnungen erstellt werden. Diese sollten Auskunft darüber geben, ab welcher Einwohnerzahl und bei welchen strukturellen Merkmalen der Kommune (zum Beispiel Ausländeranteil, Migrationsbewegungen und weitere) eine Sportstättenentwicklungsplanung sinnvoll und effektiv ist.

Auf der Grundlage der letzten vorliegenden Sportstättenstatistik, der Erkenntnisse des Projekts „Sportverhalten und Sportstättenbedarf im Saarland“ sowie der Bevölkerungsstände und -bewegungen der Jahre 2000 bis 2008 wurde eine Bevölkerungsvorausberechnung und eine Vorausberechnung der zukünftigen Sportplatznutzung durchgeführt. Für den Zeitraum bis zum Jahr 2035 kann auf dieser Basis mit hoher Wahrscheinlichkeit prognostiziert wer-den, wie viele Sportplätze in den einzelnen Kommunen für die Bürgerinnen und Bürger mindestens beziehungsweise höchstens vorgehalten werden müssen, um den Bedarf zu decken.

Sportstätten-Entwicklungsplan

Hier können Sie den aktuellen Sportstätten-Entwicklungsplan des Saarlandes downladen.