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Landesamt für Soziales
 

3.600 Kinder im Saarland nutzen Angebot der Frühförderung

18.02.2011 - Landesamt für Soziales betreut 3.600 Kinder bis 6 Jahre im Saarland, die Angebot der Frühförderung nutzen

Saarland bundesweit vorbildlich bei der Umsetzung der Frühförderung als Komplexleistung

14 Frühförderstellen bieten heilpädagoische sowie medizinisch-therapeutische Betreuung an

Saarbrücken.  „Rund 3.600 behinderte oder von Behinderung bedrohte Jungen und Mädchen im Saarland im Alter bis zu sechs Jahren erhalten eine Frühförderung mit dem Ziel, Behinderungen zu vermeiden oder bereits vorhandene Defizite abzubauen“, so der Direktor des Landesamtes für Soziales, Stephan Kolling.

Insbesondere Defizite im sprachlichen, kognitiven, sozialen und motorischen Bereich sollen mit der Frühförderung vermieden und beseitigt werden. „Wir können in den letzten Jahren eine starke Zunahme von seelischer Behinderung bedrohter Kinder im Saarland ebenso feststellen, wie eine zunehmend steigende Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund, denen eine Behinderung droht, so Kolling.

In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der zu behandelnden Kinder im Saarland um über 50 Prozent erhöht: nutzten 2006 2.200 Jungen und Mädchen das einkommensunabhängige Angebot, so waren es zum Jahresende 2010 rund 3.600 Kinder im Land. Die Ausgaben des Landesamtes für Soziales für Leistungen der Frühförderung sind von 6,1 Mio. Euro in 2006 auf über 12.6 Mio. Euro in 2010 gestiegen. Pro Jahr kostet ein Frühförderfall im Saarland rund  4.000 Euro.

Die frühe und rechtzeitige Förderung von Kindern, die behindert, von Behinderung bedroht, teilleistungsgestört, entwicklungsverzögert oder verhaltensgestört sind, ist seit rund 30 Jahren ein wichtiges Anliegen. Von Anfang an stand dabei die Überzeugung im Vordergrund, dass sich Hilfen, die Kindern im frühen Alter gewährt werden, besonders günstig auf den weiteren Verlauf einer Behinderung, Entwicklungsverzögerung oder Auffälligkeit auswirken. Rechtzeitig und fachlich qualifiziert geförderte Kinder sind in späteren Jahren oftmals völlig unauffällig in ihrem Verhalten und Erleben.

Im Saarland wurde die Komplexleistung „Frühförderung“ bundesweit vorbildlich umgesetzt: als erstes Bundesland konnte eine Rahmenvereinbarung mit den Krankenkassen im Jahr 2007 geschlossen werden. In vielen Ländern sind diese Verhandlungen heute noch nicht abgeschlossen, so Kolling. 

Unter Frühförderung ist ein fachliches Hilfe- und Förderangebot für Kinder im Alter von der Geburt bis zum Schuleintritt zu verstehen. Die spezielle Institution "Frühförderstelle", die ambulant und/oder mobil arbeitet, ist dabei der wichtigste Anbieter von Frühförderung. Frühförderung geschieht dort in einem interdisziplinären Team, d.h. medizinisch orientierte und pädagogisch-psychologisch ausgerichtete Frühförderung und die entsprechenden Berufsgruppen ergänzen sich. Für behinderte oder von Behinderung bedrohte Säuglinge, Kleinkinder und Kinder im Vorschulalter steht heute ein bedarfsgerechtes, flächendeckendes Netz von 14 Frühförderstellen im Saarland zur Verfügung. Bundesweit gibt es rund 700 Frühförderstellen.

Lässt die Beratung die Notwendigkeit einer heilpädagogischen Maßnahme oder einer sog. Komplexleistung (heilpädagogische und medizinisch-therapeutische Maßnahme) vermuten, wird ein Diagnostikverfahren eingeleitet. Ergibt sich daraus die Notwendigkeit einer Maßnahme, werden die Ergebnisse der Diagnostik einem Fachausschuss vorgelegt, der einen Förder- und Behandlungsplan entwickelt.

Weitere  Informationen sind erhältlich unter www.las.saarland.de sowie unter Tel. 0681/9978-0. Das Landesamt für Soziales befindet sich in der Hochstraße 67 in 66115 Saarbrücken.