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Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr
 

Spannende Spurensuche in Siersburg

25.08.2010
Seit Anfang August finden auf dem Königsberg bei Siersburg archäologische Ausgrabungen des Landesdenkmalamtes statt. Die Maßnahme gilt einer Wallanlage mit vorgelagertem Graben, die den Bergsporn abriegelt. Dass es sich um eine Bergfestung handelt, ist offensichtlich. Wann sie errichtet und benutzt wurde und wie der Wall aufgebaut ist, lag bislang  im Dunkeln.

Das war besonders schmerzlich, da die Anlage zu einer ganzen Serie vor- und frühgeschichtlicher Bergfestungen im Umfeld des Bergbaureviers von St. Barbara gehört, dessen Ausbeutung für die römische Zeit und für das Mittelalter gesichert ist. Dazu zählen die hochmittelalterlichen Burgen Siersberg, Teufelsburg, Burg Altfelsberg in St. Barbara, die frühmittelalterliche Humburg bei Düren und die eisenzeitliche Befestigung auf dem Limberg oberhalb von Wallerfangen. Hinzu kommen noch drei undatierte Wallanlagen, zwei auf dem Limberg und eine weitere auf dem Königsberg. Diese Konzentration von Festungen und ein Prunkgrab der Zeit um 500 v. Chr. aus Wallerfangen belegen die Bedeutung der Region am nordwestlichen Rand des Saarlouiser Beckens im Altertum und Mittelalter.

Die Grabung füllt also eine  Kenntnislücke der saarländischen Landesarchäologie, dient aber auch der Pflege des im Laufe der Jahrhunderte arg ramponierten Denkmals. Der Wall ist an mehreren Stellen für Wegeführungen abgetragen worden. Diese Verluste an historischer Substanz sind irreversibel, aber zumindest das Erscheinungsbild des Denkmals lässt sich durch Aufschüttungen und durch Beseitigung der modernen Einfüllung in den Graben verbessern. Diese Pflegemaßnahme steht im Zusammenhang mit der Anlage eines Premium-Wanderweges, der die Wallanlage neuerdings touristisch erschließt.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Untersuchung, die unterstützt wurde durch die Gemeinde Rehlingen-Siersburg und die Arbeiterwohlfahrt Siersburg, sind trotz des geringen Umfangs der Grabung beachtlich. Wie oft bei der Untersuchung solcher Anlagen, hat die Grabung keine aussagekräftigen Kleinfunde erbracht. Deshalb stützt sich die Datierung ausschließlich auf die architektonischen Merkmale, die eine Entstehung in vorrömischer Zeit sichern; vermutlich gehört die Festung auf dem Königsberg in die späte Bronzezeit und ist rund 3000 Jahre alt.