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Bauen und Wohnen

 

Wohngeld

Was ist Wohngeld?

Wohngeld ist eine finanzielle Hilfe des Staates, um Bürgerinnen und Bürgern mit einem niedrigen Einkommen dauerhaft ein angemessenes und familiengerechtes Wohnen zu ermöglichen. Wer zum Kreis der Berechtigten gehört, hat darauf einen Rechtsanspruch.

Wohngeld wird als Mietzuschuss oder als Lastenzuschuss gezahlt. Mieter einer Wohnung oder eines Zimmers erhalten einen Mietzuschuss. Eigentümer eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung erhalten einen Lastenzuschuss. Voraussetzung ist, dass Mieter bzw. Eigentümer den Wohnraum selbst nutzen und die Miete bzw. die Belastung hierfür aufbringen.

Ob und in welcher Höhe Sie einen Anspruch auf Wohngeld haben, ist von 3 Faktoren abhängig:

  • der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder,
  • der Höhe des Gesamteinkommens der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder,
  • der Höhe der zuschussfähigen Miete bzw. Belastung.

Keinen Anspruch auf Wohngeld haben die Empfänger von sog. Transferleistungen, wenn deren Unterkunftskosten im Rahmen der jeweiligen Leistung berücksichtigt sind. Dazu gehören insbesondere die Empfänger von:

  • Arbeitslosengeld II und Sozialgeld nach dem SGB II,
  • Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII,
  • Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII,
  • Leistungen in besonderen Fällen und Grundleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Der Ausschluss gilt für alle Personen, die zur Bedarfsgemeinschaft gehören und bei Ermittlung der Transferleistung berücksichtigt worden sind. Den Betroffenen entstehen aber keine Nachteile, da in diesen Fällen die Unterkunftskosten von den jeweiligen Transferleistungsbehörden übernommen werden.

Kein Anspruch auf Wohngeld besteht, soweit die Inanspruchnahme missbräuchlich wäre, insbesondere wegen erheblichen Vermögens.

Weitere Hinweise zum aktuellen Wohngeldrecht finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit:


Wohngeldantrag

Wohngeld wird nur auf Antrag geleistet. Wichtig ist der Termin der Antragstellung, denn in der Regel wird das Wohngeld erst vom Beginn des Monats an geleistet, in dem der Antrag bei der Wohngeldbehörde eingegangen ist. Den Antrag für den selbst genutzten Wohnraum können nur die Mieter bzw. Eigentümer als wohngeldberechtigte Personen stellen. Erfüllen mehrere Haushaltsmitglieder diese Voraussetzung, wird vermutet, dass die antragstellende Person von den anderen Haushaltsmitgliedern zur wohngeldberechtigten Personen bestimmt worden ist.


Wohngeld beantragen

Zuständige Behörde für den Wohngeldantrag ist im Saarland die jeweilige Verwaltung des Landkreises bzw. des Regionalverbandes, in der der Wohnraum liegt. Dort erhalten Sie nähere Auskünfte und die Antragsformulare.


Wohngeldreform 2016

Neue Wohngeldregelungen ab 1. Januar 2016

Durch das Gesetz zur Reform des Wohngeldrechts und zur Änderung des Wohnraumförderungsgesetzes (WoGRefG) vom 2. Oktober 2015 (BGBl. I S. 1610) werden mit Wirkung vom 1. Januar 2016 das Wohngeldverfahren vereinfacht und die Wohngeldleistungen verbessert. Diese Verbesserungen werden unter anderem erreicht durch

• eine Anpassung der Wohngeld-Tabellenwerte an die Entwicklung der Wohnkosten und der Verbraucherpreise sowie
• eine Änderung der  Miethöchstbeträge zur Anpassung an die regional differenzierte Mietentwicklung.

Im Ergebnis wird in vielen Fallgestaltungen sich entweder erstmals ein Wohngeldanspruch ergeben oder das monatliche Wohngeld erhöhen.


Auch Bestandshaushalte werden berücksichtigt

Die im Rahmen der Wohngeldreform neugeschaffene Übergangsregelung des § 42a WoGG bezweckt, die allgemeinen Leistungsverbesserungen auf alle Haushalte, die zum Stichtag 1. Januar 2016 bereits Wohngeld beziehen, anzuwenden. Hierdurch kann sich das monatliche Wohngeld in vielen Fällen erhöhen. Zugleich ist sichergestellt, dass bei den betroffenen Haushalten allein die Anwendung des neuen Wohngeldrechts nicht zu einem geringeren Wohngeld führt.

In allen Bestandsfällen wird von Amts wegen über die Höhe der Leistung des Wohngelds neu entschieden. Dies bedeutet, dass für die Umstellung der laufenden Fälle kein gesonderter Antrag des Wohngeldhaushalts erforderlich ist. Die Entscheidung erfolgt automatisiert und durch gesonderten Bescheid. Sie gilt für den Zeitraum ab Inkrafttreten der Reform (1. Januar 2016) bis zum Ende des bisherigen individuellen Bewilligungszeitraums. Es ist vorgesehen, die automatisierte Entscheidung für alle maßgeblichen Fälle zu Jahresbeginn 2016 zu treffen. Wie hoch Ihr künftiger Wohngeldanspruch sein wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann deshalb nicht allgemein beantwortet werden. Bitte warten Sie daher Ihren neuen Wohngeldbescheid ab.

Die übrigen Rechtsänderungen (bspw. die neuen Freibetragsregelungen für Schwerbehinderte oder Alleinerziehende mit Erwerbseinkommen bei Kindern) werden regelmäßig erst ab dem Folgebewilligungszeitraum berücksichtigt. Insoweit kann sich das bewilligte Wohngeld ab dem nächsten Weiterleistungszeitraum nochmals ändern (erhöhen oder verringern).

Die Umstellung auf das neue Wohngeldrecht und die damit verbundenen zusätzlichen Arbeiten erfordern von den zuständigen Wohngeldbehörden bei den Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken einen erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand. Die jeweils zuständigen Bearbeiter sind bestrebt, die Bearbeitungszeiten trotzdem so kurz wie möglich zu halten. Bitte sehen Sie daher von einer Anfrage zum Bearbeitungsstand zu der vorstehend beschriebenen automatisierten Entscheidung ab. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Adressen, Servicezeiten und Telefonnummern der Wohngeldbehörden können Sie unter folgenden Links abrufen:


Antragsformulare können Sie aus der folgenden Liste als PDF-Datei mit interaktiven Formularfeldern öffnen, am PC ausfüllen und ausdrucken. Klicken Sie auf die für Sie zutreffende Formularbezeichnung.


Der Wohngeldrechner (überschlägige Berechnung) gibt Ihnen Auskunft zur möglichen Höhe des Wohngeldes. Den tatsächlichen Anspruch kann Ihnen verbindlich nur Ihre Wohngeldbehörde errechnen.