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Waldkalkung
Baumwurzel eines umgestürzten Baumes
Seit vielen Dekaden werden die natürlich ablaufenden Versauerungsprozesse im Boden durch die Emission von Schwefel- und Stickoxiden beschleunigt. Die großen zusammenhängenden Waldgebiete im Saarland stocken überwiegend auf nährstoffarmen Ausgangsgesteinen. Diese Böden weisen ein eingeschränktes Puffervermögen auf und sind nur begrenzt in der Lage, eingetragene Säuren anthropogener Herkunft zu kompensieren. Die Basenverarmung in der Bodenzone spiegelt sich auch im Ernährungszustand der aufstockenden Bestände wider. Nährstoffungleichgewichte und die zunehmende Freisetzung von Säurekationen wie Al3+ führen zu Wurzelschäden und erhöhen die Anfälligkeit für Witterungsextreme und Schädlingsdruck. Zur Kennzeichnung der Versauerung und der funktionalen Eigenschaften forstlich genutzter Böden im Saarland werden seit 2005 umfangreiche analytische Untersuchungen durchgeführt. Grundlage für die Regionalisierung der Daten bilden die Einheiten der Forstlichen Standortskartierung. Eine Bewertung der Ergebnisse zeigt, dass insbesondere die Böden aus Buntsandstein sowie devonischen Quarziten und Schiefern durch eine extrem saure Bodenreaktion und eine gravierende Basenverarmung gekennzeichnet sind. In Einzelfällen wurde bereits eine irreversible Zerstörung der Tonminerale und damit ein Verlust der Bodenfunktionen nachgewiesen.
Zur Stabilisierung der Waldökosysteme und zur Erhaltung der Bodenfunktionen werden im Staatsforst neben waldbaulichen Maßnahmen im Sinn einer Waldvitalisierung auch Kompensationskalkungen durchgeführt. In den Jahren 2006 bis 2009 wurde im Raum Homburg, St. Ingbert, Saarbücken und Warndt eine Gesamtfläche von rd. 11.300 ha mit einer Ausbringungsmenge von 3 to dolomitischen Kalks pro Hektar behandelt. Allen Maßnahmen ist eine Untersuchung von Bodenzone und Beständen zum Nachweis der Kalkungsbedürftigkeit sowie eine naturschutzfachliche und –rechtliche Prüfung vorgeschaltet, an ausgewählten Monitoringstandorten werden zusätzlich die Auswirkungen der Kalkapplikation auf die Vegetation beobachtet. Kalkungssensible Biotope sind als Ausschlussflächen von der Kalkung ausgenommen. Wirkungskontrollen im Abstand von drei Jahren nach applizierter Kalkung dienen zur Beurteilung der Entwicklung von Böden und Beständen. |
Hubschrauber bei WaldkalkungKontaktLandesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz
Fachbereich 5.2 - Bodenschutz und Waldökologie
Dr. Karl Dieter Fetzer
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