Denkmal
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Aufnahme der freigelegten Stadtmauer mit Nischen (Foto: LDA)
Die Ausschachtungsarbeiten für einen Hotelneubau am Saarbrücker Schillerplatz (gegenüber dem Staatstheater) im Winter und Frühling 2010 betrafen einen Bereich, der für die Geschichte der Stadt Saarbrücken von herausragender Bedeutung ist. Deshalb wurden die Bauarbeiten vom Landesdenkmalamt, Abteilung Bodendenkmalpflege, betreut und ständig archäologisch begleitet. In der Baugrube wurde die spätmittelalterliche Stadtmauer erfasst, ein Teil des ihr vorgelagerten Grabens, Wegereste, ein Brunnen, eine Kanalisation des 19. Jahrhunderts und zahlreiche Wohnhäuser innerhalb und außerhalb der Stadtbefestigung.
Die Stadtmauer war zwar bis zur heutigen Oberfläche abgebrochen, hatte sich aber im Untergrund noch auf eine Höhe von 3,50 m erhalten. Die tiefe Fundierung erklärt sich daraus, dass die Mauer auf der zur Saar gewandten Feldseite den Festungsgraben begrenzte. Sie besteht aus großen Sandsteinquadern und ist sorgsam gebaut. Die zahlreichen Nischen, die das von der Stadtseite her aufgenommene Foto erkennen lässt, stellen nachträgliche Veränderungen dar. Sie hängen mit dem Anbau von unterkellerten Gebäuden entlang der Mauer zusammen und können erst entstanden sein, nachdem die Mauer ihre fortifikatorische Funktion verloren hatte. Von diesen kleinen, individuellen Eingriffen abgesehen, konnten keine Hinweise auf eine bisher vermutete Mehrphasigkeit der Stadtmauer festgestellt werden. Der nach den neuen Grabungsergebnissen 4,50 m tiefe und über 11 m breite Festungsgraben – seine Gesamtbreite konnte nicht festgestellt werde, da er sich über die Grenze der Baugrube hinaus erstreckte – wurde 1815 endgültig aufgegeben und zugeschüttet. Danach konnten auch dicht vor der Stadtmauer Wohnhäuser errichtet werden, deren Fundamente wegen des unsicheren Untergrundes teilweise sehr weit in die Tiefe reichten und den Graben zerstörten. An mehreren Stellen war dennoch ein Rest der Grabenfüllung erhalten. Auf der Sohle (in einer Tiefe von 4,50 m unter der heutigen Oberfläche) hatte sich eine feuchte, dicke, schwarze Schlammschicht abgelagert, in die – im Wesentlichen erst nach der Aufgabe des Grabens als Festungswerk und nachdem seine Reinigung und Pflege eingestellt worden war – viel Müll geraten war. Die Erhaltungsbedingungen für organische Materialien waren dort hervorragend. Zahlreiche Lederfunde, wohl überwiegend aus der Barockzeit, konnten geborgen werden, aber auch Gefäße aus Ton und Glas, Metallgegenstände sowie Reste eines mit figürlichen Reliefs verzierten barocken Kachelofens.
Ofenkachel aus der Grabung am Schillerplatz
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