Ziel der Esther-Studie ist es, die Verhütung, Früherkennung und Therapie chronischer Alterserkrankungen zu verbessern. Insgesamt 10.000 Saarländerinnen und Saarländer im Alter von 50 bis 74 Jahren beteiligen sich an der Studie. Mit Hilfe von standardisierten Arzt- und Patientenfragebögen wurde im Zeitraum 2000 bis 2002 ihr Gesundheitszustand erfasst. Alle zwei bis drei Jahre werden die Daten in einem sog. Follow-up aktualisiert, die Studie soll sich über einen Zeitraum von 20 Jahren erstrecken.
ESTHER - Epidemiologische Studie zu Chancen der Verhütung, Früherkennung und optimierten Therapie chronischer Erkrankungen in der älteren Bevölkerung
ESTHER ist ein bundesweit einmaliges Gesundheitsprojekt, das mit überaus positiver Resonanz im gesamten Saarland durchgeführt wird. ESTHER hat zum Ziel, die Verhütung, Früherkennung und Therapie chronischer Alterserkrankungen zu verbessern. ESTHER besteht aus zwei Teilstudien - aus ESTHER Teil I (bevölkerungsbezogener Teil) und ESTHER Teil II (klinischer Teil).
Die ESTHER-Studie Teil I lieerte wichtige Erkenntnisse über Risikofaktoren bei einer Reihe chronischer Alterserkrankungen. Zwischen 2000 und 2002 fand die Rekrutierung mit überaus positiver Resonanz im Bereich der niedergelassenen Ärzte statt. Knapp 10.000 Saarländerinnen und Saarländer nahmen am bevölkerungsweiten Teil der ESTHER-Studie teil.
Der Einschluss in ESTHER Teil II erfolgte zwischen 2001 und 2003 in Kliniken im Saarland und in angrenzenden Regionen von Rheinland-Pfalz. Er fokussiert sich auf neu diagnostizierte Krebserkrankungen. Die Studie soll neue Erkenntnisse zur quantitativen Abschätzung von Ursachen verschiedener Krebserkrankungen, zum Verlauf der diagnostischen Abklärung sowie zu Determinanten der Prognose einschließlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität liefern.
ESTHER Teil I
Aufgrund der demographischen Entwicklung wird es in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten zu einem rasch zunehmenden Anteil der älteren Bevölkerung kommen. Da das Auftreten vieler chronischer Erkrankungen mit dem Alter stark ansteigt, ist mit einer erheblichen Zunahme chronischer Erkrankungen mit allen damit verbundenen negativen Konsequenzen für die Betroffenen, ihre Angehörigen sowie die Finanzierung der medizinischen Versorgung zu rechnen.
Trotz enormer Fortschritte in der Behandlung kommt der Verhütung und Früherkennung chronischer Erkrankungen eine herausragende Bedeutung bei.
Voraussetzung für eine wirksame Verhütung und Früherkennung sind wissenschaftliche Erkenntnisse über Risikofaktoren und Risikoindikatoren aus großen epidemiologischen Längsschnittstudien. In diesen Studien wird eine große Zahl gesunder Teilnehmer aufgenommen, bei denen das Auftreten chronischer Erkrankungen über mehrere Jahrzehnte in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren zu Beginn der Studie untersucht wird. Aus bisher vor allem in den USA durchgeführten Studien wissen wir beispielsweise, dass ein erhöhter Blutdruck, Übergewicht oder ein erhöhtes Serumcholesterin wichtige Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen sind. Die Ergebnisse dieser Studien sind jedoch aufgrund der Unterschiede in den Lebensverhältnissen, genetischer Faktoren sowie der medizinischen Versorgung nur sehr bedingt auf die deutsche Bevölkerung zu übertragen.
Mit ESTHER I wird im Saarland eine landesweite epidemiologische Längsschnittstudie im höheren Erwachsenenalter durchgeführt, die für die deutsche Bevölkerung relevante Ergebnisse liefern soll.
Über Zwischenergebnisse und Erkenntnisse der Studie wird in regelmäßigen Abständen in der Presse und durch Newsletters an die Teilnehmer berichtet.
Bei der Rekrutierung waren die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer zwischen 50 und 74 Jahre alt. Bereits zwischen 2002 und 2004 bekamen alle Teilnehmer erneut Post vom Studienzentrum, um herauszufinden, wie häufig chronische Erkrankungen nach der Erstbefragung aufgetreten waren. Mit 96 % hat sich ein erfreulich hoher Anteil der ursprünglichen Teilnehmer wieder gemeldet. Eine Rücklaufquote in dieser Größenordnung ermöglicht aussagekräftige, wissenschaftlich und gesundheitspolitisch nutzbare Auswertungen zu Neuerkrankungsraten und der Bedeutung bekannter und neuer Risikofaktoren und -marker.
Seit Juli 2005 läuft die zweite Nachbefragungswelle (Follow-up). Der bisherige Rücklauf der verschickten Bögen lässt wieder auf eine ähnlich gute Resonanz hoffen. Neu in den Fragebogen aufgenommen wurden Fragen zur Pflegbedürftigkeit, zum einen zur Pflege von Angehörigen als auch zur eigenen Pflegebedürftigkeit der ESTHER-Teilnehmer. Ein weiterer, wichtiger Schwerpunkt ist die Abfrage der Mobilität und Aktivität der Menschen ab 65 Jahren, um im weiteren Verlauf die Entwicklung möglicher Einschränkungen im Alternsprozess und deren Folgen abschätzen zu können.
Ein Thema, das vor allem bei der älteren Bevölkerung an Bedeutung gewinnt, ist die Merkfähigkeit im Alter. Im Rahmen der derzeit laufenden 5-Jahres-Nachbefragung werden alle Teilnehmer, die über 70 Jahre alt sind, gebeten, zusätzlich nach Eingang des Fragebogens an einer telefonischen Befragung dazu teilzunehmen. Vom ESTHER-Studienzentrum aus wird ein standardisiertes telefonisches Kurzinterview (KogTel) durchgeführt. Es besteht eine hohe Bereitschaft unter den ESTHER-Teilnehmern, zumal die Befragung mit minimalem Zeitaufwand am Telefon zu erledigen ist. Den meisten Personen macht es Spaß und keine Mühe, die interessanten Aufgaben zu lösen.
Durch diese neuen Schwerpunkte passt sich die ESTHER-Studie den physischen und psychosozialen Veränderungen des Studienkollektivs an und wird dank der motivierten Kooperation aller Teilnehmer und der saarländischen Ärzteschaft in der Lage sein, einzigartige epidemiologische Daten zu wichtigen wissenschaftlichen Fragestellungen für Deutschland zu liefern.
ESTHER Teil II (Klinischer Teil)
Da auch das Auftreten der meisten Krebserkrankungen mit dem Alter stark ansteigt, ist aufgrund der oben beschriebenen demographischen Entwicklung auch mit einer erheblichen Zunahme von Krebserkrankungen mit allen damit verbundenen Konsequenzen für die Betroffenen, ihre Angehörigen sowie die Finanzierung der medizinischen Versorgung zu rechnen.
Ist eine Krebserkrankung aufgetreten, kommt neben dem Überleben auch der gesundheitsbezogenen Lebensqualität eine herausragende Bedeutung zu. Bislang gibt es erst sehr wenige epidemiologische Längsschnittstudien zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Krebserkrankungen.
Weitere Informationen:
Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz
Referat B 5
Gesundheitsberichterstattung Saarland - Epidemiologisches Krebsregister
Präsident-Baltz-Straße 5
66119 Saarbrücken
Telefon: 0681/501-5982
Telefax: 0681/501-5998
Deutsches Krebsforschungszentrum
Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung
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