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Konferenz "Zwei- und mehrsprachig aufwachsen"Mittwoch, 18. 11. 2009, Festsäle des BildungsministeriumsDas Saarland bemüht und engagiert sich seit vielen Jahren um eine zweisprachige Erziehung und Bildung ab dem Kindergarten. Hierbei steht die Nachbarsprache Französisch traditionell im Vordergrund. Und seit mehreren Jahren ist aus einem kleinen Projekt ein landesweites pädagogisches Konzept in über 140 saarländischen Kindergärten geworden, das auch von der Europäischen Union im Rahmen der INTERREG-Programme seit dem Jahr 2001 zusätzlich gefördert wird. In deutschlandweit einmaliger Form erleben die Kinder jeden Tag die Nachbarsprache Französisch in allen Situationen, die das Zusammenleben in der Einrichtung bieten kann. Die Sprachvermittlung übernehmen französische Muttersprachlerinnen und Muttersprachler. Und diese Realität setzt sich auch in 30% der saarländischen Grundschulen ab der Klassenstufe 1 fort, bereits 3 Grundschulen bieten einen klassischen zweisprachigen Unterricht, wo fast die Hälfte des Unterrichts in französischer Sprache stattfindet.
Ein besonderes Augenmerk der Pädagogen gilt den Kindern, die bereits zweisprachig in den Kindergarten kommen oder durch den Besuch des Kindergartens die deutsche Sprache als Zweitsprache erwerben. Am Mittwoch legten Professore Massimo Vedovelli, Sprachwissenschaftler und Rektor der Ausländeruniversität Siena, und Dr. Elke Montanari von der Universität Landau dar, wie wichtig es in allen Ländern und in allen Sprachen ist, sich um den Spracherwerb und die Mehrsprachigkeit von frühester Kindheit an zu bemühen. „Eine kindgerechte und altersgemäße Heranführung an eine zweite Sprache erlaubt es nicht nur, dass die Kinder ein natürliches Spracherwerbspotenzial ausnutzen, sie bereitet auch den Weg für den Erwerb weiterer Sprachen im Laufe der schulischen Entwicklung der jungen Menschen. Je früher, je besser darf aber nicht ausgelegt werden als eine vorzeitige Verschulung der frühen Kindheit. Vielmehr gilt es, wie im Saarland praktiziert, altersgerechte und kindspezifische Angebote zu machen, die den natürlichen Spracherwerbsprozess der Kinder unterstützen. Und wir wollen diese Angebote in der Zukunft ausbauen, aber auch Kindern mit anderen Familiensprachen eine verstärkte Aufmerksamkeit widmen.“, meint der Mnister. |


