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Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr
 

Pfarrgemeinde St. Fronleichnam in Homburg weiht geothermische Heizungsanlage ein

Pressemitteilung vom 16.11.2009 - 11:35 Uhr
Umweltministerin Dr. Simone Peter nimmt am Montag, den 16. November in Homburg an den Feierlichkeiten zum Baubeginn der geothermischen Heizungsanlage der Pfarrei St. Fronleichnam teil. Kernstück dieser Anlage sind zwei geothermische Gasabsorptionswärmepumpen, die in Verbindung mit einem Gasbrennwertkessel Kita, Gemeindeshaus, Rundkirche sowie das Pfarrhaus mit Wärme versorgen werden.
Die Anlage wird über die Förderprogramme ZEP Tech und ZEP Kommunal des Ministeriums für Umwelt, Energie und Verkehr mit rund 112.000 Euro gefördert.

„Gerade Kirchenheizungen sind meist nicht auf dem heutigen Stand der Technik“, so Ministerin Peter „Insofern hat dieses Projekt Modellcharakter und soll neue Wege aufzeigen, wie man kleine Insellösungen, kleine Nahwärmenetze für solche Immobilien schaffen kann.“


Im Frühjahr 2008 hatte sich die Pfarrei St. Fronleichnam in Homburg entschieden, die Rundkirche und das Pfarrhaus (beide aus den 60er Jahren) sowie den Neubau der Kindertagesstätte und des Gemeindehauses mit Sakristei mittels einer Gaswärmepumpe mit Erdsonde zu beheizen.


Die komplette Maßnahme umfasst den Austausch der bisherigen Gasheizung der Kirche sowie des Pfarrhauses sowie die Neuinstallation einer Heizung mittels einer Gas-Absorptions-Wärmepumpe. Jede der beiden Wärmepumpen entzieht dem Erdreich über eine einzelne 70 m tiefe Erdsonde Energie zum Heizbetrieb.

Die Wärmepumpen sind zusammen mit einem Gas-Brennwert-Spitzenlastkessel von 200 kW in der erweiterten Heizzentrale installiert. Von hier aus werden alle Gebäude über ein Nahwärmesystem mit Heizenergie versorgt. Die Warmwasserbereitung wird außerdem durch eine thermische Solaranlage mit knapp 6 m² Bruttokollektorfläche unterstützt.

Die Beheizung des Kirchengebäudes erfolgt über ein speziell angefertigtes Wärmeübertragungssystem mit einem fast ausschließlichen Konvektionsanteil. Dies sorgt für eine relativ starke Luftbewegung, die zusammen mit der Temperierung eine Kondensation von Luftfeuchtigkeit an den nicht gedämmten Betonaußenbauteilen und den einfachverglasten, großflächigen Kirchenfenstern wirksam verhindert.

Die Landesregierung wird Schwerpunkte setzen beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Sie wird einen Masterplan „neue Energien“ erstellen, den Anteil der Energieerzeugung aus fossilen Energieträgern reduzieren und durch den Ausbau erneuerbarer Energien nachhaltig und kostengünstig ersetzen.

Hintergrund
Geothermie, Energie aus der Erde, ist eine erneuerbare Energiequelle, die ganzjährig zur Verfügung steht und dem Klima nicht schadet. Sie ist eine nahezu unerschöpfliche und zunehmend wirtschaftliche Energiequelle, die unabhängig vom Öl- und Gaspreis ist.
Dringt man von der Erdoberfläche in die Tiefe vor, findet man bis zu einer Tiefe von 100 Metern eine relativ konstante Temperatur von etwa 10°C vor. Je tiefer man kommt, desto höher wird die Temperatur. Durchschnittlich steigt sie pro 100 Meter im Mittel um 3°C an.
Von oberflächennaher Geothermie spricht man bis zu einer Tiefe von 400 Metern. In den meisten Fällen wird die Erdwärme der oberflächennahen Geothermie mit Hilfe von sogenannten Erdsonden in Kombination mit Wärmepumpen genutzt, durch die Gebäude mit Warmwasser und Heizwärme versorgt werden können und daher auch für den Privathaushalt eine Alternative darstellen. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.saarland.de/54837.htm.