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Arbeitsmarkt - Gute Arbeit im Saarland
 

Saarländische Arbeitsmarktpolitik – Herausforderungen und Ziele    Seite vorlesen lassen

Arbeit leistet einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen Wohlstand und ist Grundlage eines selbstbestimmten und menschenwürdigen Lebens. Arbeit ist zugleich ein zentraler Schlüssel für gesellschaftliche und soziale Teilhabe. Daher besteht das zentrale arbeitsmarktpolitische Ziel der Landesregierung darin, Beschäftigung zu schaffen und zu sichern, die allen Frauen und Männern ein existenzsicherndes Erwerbseinkommen garantiert.

Wer im Saarland keinen Job hat, soll möglichst schnell wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Aktive Arbeitsmarktpolitik bedeutet, diesen Prozess gezielt zu fördern.
Wer im Saarland keinen Job hat, soll möglichst schnell wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Aktive Arbeitsmarktpolitik bedeutet, diesen Prozess gezielt zu fördern.

Dabei ist Lage auf dem saarländischen Arbeitsmarkt gespalten. Einerseits wirkt sich die wirtschaftliche Entwicklung entlastend auf den Arbeitsmarkt aus, andererseits profitieren von einer positiven Gesamtentwicklung noch nicht alle Menschen in ausreichendem Maße. Insbesondere viele Langzeitarbeitslose mit besonderen Vermittlungshemmnissen benötigen über eine intensive Aktivierung und berufliche Qualifizierung hinaus zunehmend passgenaue Betreuungsleistungen, um überhaupt noch eine Chance zur Eingliederung in reguläre Beschäftigung zu haben.

Deshalb steht der saarländische Arbeitsmarkt trotz guter Entwicklung im letzten Jahr weiterhin vor großen Herausforderungen: Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Strukturwandels sowie der fortschreitenden Globalisierung der Wirtschaft mit ihren technologischen und organisatorischen Veränderungen müssen zum einen die steigenden Anforderungen an die berufliche Qualifikation der Beschäftigten bewältigt werden. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sowie der strukturellen Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit müssen zum anderen zunehmende Fachkräfteengpässe bewältigt und neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Um all diesen Herausforderungen gerecht zu werden, betreibt die Landesregierung aktive Arbeitsmarktpolitik mit dem Ziel, sowohl den wirtschaftlichen Strukturwandel durch die Entwicklung des Arbeitskräftepotenzials beschäftigungspolitisch zu flankieren als auch sozial benachteiligte Menschen oder Menschen mit besonderen Vermittlungshemmnissen durch die Förderung beruflicher Qualifikation und Beschäftigung in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Durch geeignete Fördermaßnahmen sollen möglichst langfristige und nachhaltige Beschäftigungseffekte erzielt werden.

Saarländische Arbeitsmarktpolitik – Handlungsschwerpunkte

Die Arbeitsmarktpolitik des Landes ist abgestimmt auf die Regelungen der Sozialgesetzbücher II (SGB II) und III (SGB III) und leistet einen qualitativ hochwertigen Beitrag zur Ergänzung der arbeitsmarktpolitischen Aktivitäten und Maßnahmen des Bundes, der Bundesagentur für Arbeit sowie der Jobcenter – neben der Landesregierung den Hauptakteuren aktiver Arbeitsmarktpolitik. Darüber hinaus setzt die Landesregierung eigene Akzente bei der föderalen Willensbildung für die Bundesgesetzgebung, um ihre arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitischen Ziele zu erreichen.

Zur Gestaltung ihrer Arbeitsmarktpolitik verfügt die Landesregierung über vielfältige Förderinstrumente. Neben den arbeitsmarktpolitischen Landesprogrammen – allen voran das Landesprogramm „ASaar“ – eröffnen die Programme des Europäischen Sozialfonds (ESF) im Rahmen der Ziele „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Region“ sowie „Stärkung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit“ dem Saarland weitere Gestaltungsräume. Der ESF ergänzt und begleitet die aus Landesmitteln finanzierten arbeitsmarktpolitischen Programme.

Darüber hinaus nimmt das Saarland eine wichtige Vorreiterrolle in der grenzüberschreitenden europäischen Arbeitskräftemobilität ein. Jeden Tag überqueren knapp 220.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf dem Weg vom Wohnort zum Arbeitsplatz die Grenzen innerhalb der Großregion. Allein ins Saarland pendeln täglich fast 55.000 Menschen aus allen Nachbarregionen an ihre Arbeitsplätze. Die Landesregierung sieht in der grenzüberschreitenden Förderung der Arbeitskräftemobilität große Potenziale für die Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs und beteiligt sich mit den Partnern in der Großregion intensiv an der Ausgestaltung der interregionalen Arbeitsmarktpolitik.

Voraussetzung für das gute Funktionieren der Sozialen Marktwirtschaft ist der Wettbewerb um die besten Ideen, um zukunftsfähige Produkte, um die beste Qualität. Der Wunsch nach wettbewerbsfähigen Arbeitskosten darf aber nicht ein Wettbewerb um die niedrigsten Löhne sein. Deshalb besteht ein weiterer Schwerpunkt der saarländischen Arbeitsmarktpolitik in der Umsetzung des Konzeptes „Fairer Lohn für gute Arbeit“. Vor diesem Hintergrund hat der saarländische Landtag ein neues Tariftreuegesetz verabschiedet. Es legt u.a. einen Mindestlohn von 8,50 Euro brutto pro Stunde fest ebenso wie die gleiche Entlohnung von Leiharbeitskräften. Auf der Bundesebene setzt sich die saarländische Landesregierung insbesondere für die Einführung eines gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohns, die Vermeidung des Missbrauchs von Werkverträgen, Equal-Pay für Leiharbeitskräfte sowie die Reduzierung atypischer Arbeitsverhältnisse ein.

In Abstimmung mit den Unternehmensleitungen und Verwaltungsspitzen, den Gewerkschaften und der betrieblichen Mitbestimmung führt die Landesregierung einen „Index Gute Arbeit“ ein zur Beurteilung der Arbeitsqualität im Saarland und sie unterstützt dazu das Projekt „Betriebsbarometer“. Die Landesregierung beteiligt sich auch am bundesweiten „Betriebspanel“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Weitere Einzelheiten zur Arbeitsmarktpolitik finden sich in der Unternavigation auf der linken Seite.

Kontakt

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
Arbeitsmarktpolitik, Arbeits- und Tarifrecht, Europäischer Sozialfonds
Lothar Gretsch
Franz-Josef-Röder-Straße 17
66119 Saarbrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
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Telefax
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