Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Qualifizieren in der Kurzarbeit
 

Landesprogramm "Weiterbildungsberatung für Unternehmen"

Zum Stand März 2009 sind im Saarland von 356 Unternehmen für 9.330 Personen Anzeigen über konjunkturelles Kurzarbeitergeld eingegangen. Im Berichtsmonat April 2009 lagen 225 Anzeigen für 5.674 Personen vor.

Die Agentur für Arbeit Saarland hat von Januar bis April 2009 über ihren Arbeitgeber-Service insgesamt schon mehr als 330 Unternehmen im Saarland beraten. Weit mehr als 30 Unternehmen haben bereits einen Antrag auf Qualifizierung ihrer Beschäftigten gestellt. Bislang sind schon über 1.000 Personen für eine Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW) vorgesehen.

Das heißt, die Unternehmen greifen die Angebote der BA und des Landes auf. Das zeigt sich auch in einem aktuellen Vergleich der Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Saarland gegenüber dem Bundesdurchschnitt: Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosigkeit im Saarland nur um 5,6 %, in Westdeutschland lag im gleichen Zeitraum der Anstieg der Arbeitslosigkeit dagegen bei 8,3 %.

Zielsetzung

Mit ihren Beratungsleistungen zur „Qualifizierung in Kurzarbeit“ stößt die Bundesagentur für Arbeit jedoch zunehmend an Kapazitätsgrenzen. Die Nachfrage der Betriebe ist sehr groß – und sie zielt nicht nur auf die Wahrnehmung konkreter Bildungsangebote. Oftmals muss in den Unternehmen zunächst der Qualifizierungsbedarf ermittelt werden oder es muss Sensibilität für die Chancen geweckt werden, die mit beruflicher Qualifizierung in der Krise verbunden sind. Auch komplexe technologische oder arbeitsorganisatorische Umstrukturierung bis hin zum weitgehenden Umbau oder gar neuen Aufbau von Betrieben müssen fachübergreifend begleitet werden können. Das aber geht vielfach über die Möglichkeiten klassischer Angebote hinaus – hier muss eine Lücke geschlossen werden.

Das neue saarländische Arbeitsmarktprogramm „Weiterbildungsberatung für Unternehmen“ verfolgt in Kombination mit bereits vorhandenen Fördermöglichkeiten zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit (z.B. Landesprogramm „Lernziel Produktivität“, Programme der Bundesagentur für Arbeit, des Landes und des ESF zur Förderung der beruflichen Weiterbildung, BA-Sonderprogramm WeGebAU) folgende Ziele:

·     Arbeitsplätze vor allem in Klein- und Mittelunternehmen (KMU) zu sichern,

·     Weiterbildungsaktivitäten von Unternehmen, die sich in konjunkturellen und strukturellen Veränderungsprozessen befinden, zu erhöhen,

·     Maßnahmen der beruflichen Qualifizierung und Weiterbildung insbesondere für gering qualifizierte und ältere Beschäftigte einzuleiten, statt zu entlassen,

·     eine systematische, umfassende und auf das jeweilige Unternehmen passgenau zugeschnittene Weiterbildungsberatung anzubieten.

Inhalt

Um die genannten Ziele zu erreichen, wird allen interessierten saarländischen Unternehmen seit April 2009 eine systematische, umfassende und auf das Unternehmen passgenau zugeschnittene Weiterbildungsberatung angeboten. Die Weiterbildungsberatung wird vom Land bis Ende 2010 mit ca. 2 Mio. € bezuschusst.

Der Berater-Pool setzt sich derzeit zusammen aus 15 professionellen Unternehmensberatern und 10 Senior-Beratern, die bis vor kurzem Personalverantwortung in saarländischen Unternehmen getragen haben. Zusätzlich werden weitere Berater derzeit akquiriert.

Alle Berater verfügen über umfassende fachliche Handlungskompetenzen:

·     Fähigkeit zum ganzheitlichen Herangehen an betriebliche Aufgabenstellungen (Technologien, Organisation, Personalentwicklung).

·     Praktischer betrieblicher Hintergrund.

·     Verbindung von Theorie und Praxis sowie interdisziplinäre Handlungskompetenz.

·     Kenntnisse der Angebotspalette betrieblicher Weiterbildung.

·     Kenntnisse über und Kontakte zu den regionalen Weiterbildungsträgern.

·     Erfahrung im Umgang mit Personalverantwortlichen.

·     Erfahrung im Umgang mit Betriebsräten.

·     Verhandlungssicheres Auftreten gegenüber den Sozialpartnern.

·     Entwicklungskompetenz (Gespür für Konzeption sowie Schulungsinhalte, Schulungsmethodik und Didaktik).

·     Einhaltung von Qualitätsstandards.

·     Wahrung von Interessenneutralität.

Die Beratung in den Unternehmen kann je nach Bedarf folgende Aspekte beinhalten:

·     Ermittlung des Qualifizierungsbedarfs in nachfragenden Unternehmen.

·     Abgleich von Qualifizierungsbedarf der Unternehmen und Qualifizierungsangeboten.

·     Entwicklung von passgenauen Qualifizierungsangeboten in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit, den Kammern sowie den Bildungsträgern.

·     Planung, Vorbereitung und Organisation von Qualifizierungsmaßnahmen.

Projektträger ist das iso-Institut mit folgenden Aufgaben:

·     Aufstellung eines Expertenteams zur Beratung in allen Angelegenheiten betrieblicher Weiterbildung.

·     Koordinierung und Organisation der Beratertätigkeit.

·     Bereitstellung von Informationsangeboten und -materialien über Förderinstrumente der betrieblichen Weiterbildung.

·     Durchführung von Informationsveranstaltungen.

Um den Einsatz der Berater in den Unternehmen zu strukturieren und um zu gewährleisten, dass die Ermittlung des Qualifizierungsbedarfs in den Unternehmen in einheitlicher Form erfolgt, wurde ein Tool zur Bedarfsanalyse entwickelt, das bereits in zwei Betrieben getestet wurde. Neben speziellen Daten zum Weiterbildungsbedarf und zu bisherigen Erfahrungen mit Weiterbildung in den Betrieben sollen – entsprechend dem ganzheitlichen Ansatz des Vorhabens – auch Daten zur wirtschaftlichen Situation der Betriebe, zu ihrer technologischen Ausstattung und Entwicklung, zur Mitarbeiter-, Qualifikations- und Altersstruktur, zur Personalpolitik sowie zur Unternehmenskultur erhoben werden. Aus den Ergebnissen der Analyse ergeben sich die konkreten und realisierbaren Qualifizierungsbedarfe.

Umsetzung

Die Umsetzung des Landesprogramms wird von der Arbeitsgruppe „Qualifizierung und Weiterbildung“ begleitet, die im Rahmen des Qualifizierungsgipfels der Landesregierung im Februar von mir eingerichtet wurde. Mitglieder sind: IHK, HWK, AK, Agentur für Arbeit Saarland, MJAGS, MWW, VSU, DGB sowie Liga der Wohlfahrtspflege und die Interessenverbände der Bildungsträger.

Demnächst werden weitere Informationsveranstaltungen auf unterschiedlichen Ebenen durchgeführt, um den saarländischen Unternehmen das Angebot vorzustellen. Im April hat bereits eine Veranstaltung mit der Arbeitskammer des Saarlandes zur Information für Betriebsräte stattgefunden. Weitere Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit VSU, HWK und IHK sind geplant ebenso wie eine Informationsbroschüre über das Beratungsangebot. Die Resonanz der saarländischen Unternehmen auf das Angebot der Weiterbildungsberatung ist bislang äußerst positiv. Seit Beginn des Projektes wurden insgesamt bereits über einhundert Unternehmen durch das iso-Institut beraten. Des Weiteren hat das iso-Institut viele Anfragen grundsätzlicher Art beantwortet. Der eigens konzipierte Flyer "Weiterbildungsberatung für saarländische Unternehmen" wurde an 5.000 Betriebe versandt. Sie können den Flyer auch aus dieser Seite herunterladen.

Foto: Saarland

Kontakt

Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport
B1 Arbeitsmarktpolitik, Arbeits- und Tarifrecht
Lothar Gretsch
Franz-Josef-Röder-Straße 23
66119 Saarbrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 501-3393
Telefax
(0681) 501-3402
iso-Institut für Sozialforschung und Sozialwissenschaft e.V.
Prof.Dr. Daniel Bieber
Trillerweg 68
66117 Saarbrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 9 54 24 - 12
Telefax
(0681) 9 54 24 - 27

Kurzarbeitergeld 1

Weiterbildungsberatung für Saarländische Unternehmen

Kurzarbeit, Weiterbildung und Qualifizierung in der Konjunkturkrise

Diese Informationsbroschüre erklärt Details!