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Kultur
 

Das Paradies im Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Blick von der Bastion ins Paradies © Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Ernst D. Unruh
Blick von der Bastion ins Paradies © Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Ernst D. Unruh
Das Paradies in der ehemaligen  Kokerei des Weltkulturerbes Völklinger Hütte folgt, anders als die Parks und Gärten traditioneller Art, einem völlig anderen Ansatz. Vor mehr als 100 Jahren bauten die Röchlings ihre ersten Koksbatterien direkt neben den Hochöfen an dem Ort, wo heute der Industrie-Kulturgarten entsteht. Wo einst Flora und Fauna regierten herrschte von da an die Maschinenwelt mit Feuer, Qualm und Staub. Doch als diese Welt der Maschinen ins Stottern geriet, gar zum Stillstand kam, konnte die Natur wieder in ihr angestammtes Areal zurückkehren. Dieser Prozess setzte vor 25 Jahren ein, eben zudem Zeitpunkt als die Völklinger Hütte stillgesetzt wurde. So lange hatte die Natur Zeit, sich zwischen den einzelnen Anlagenteilen wiederanzusiedeln und sich in einem Terrain unbetreten und unberührt von Menschen ungestört zu entwickeln. 

Im Gegensatz dazu waren Parks und Gärten lange Ausdruck adeliger Macht und Prachtentfaltung. Im 19. Jahrhundert aber begannen immer mehr Bürger, die zu Geld gekommen waren, dem Adel nachzueifern und sich zu Repräsentationszwecken private Parks und Gärten zuzulegen. 

Des Weiteren entstanden in der Zeit der Industrialisierung neue städtische Zentren, in das die Menschen auf der Suche nach Arbeit strömten. Auch hier suchten die Bürger der Städte ihr wirtschaftliches Wachstum auch in großen, weitläufigen Parkanlagen zu darzustellen. Diese städtischen Parkanlagen waren zum Einen Stätten des Sehens und Gesehen Werdens, aber auch Orte der Erholung für die von Staub, Schmutz und Lärm geplagten Arbeiterschaft. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, sind alle großen öffentlichen Gärten und Parks weltweit auch Zeugnisse industrieller Kultur.  

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte hat diese einmalige sich bietende Chance genutzt und mit dem Paradies einen für Menschen zugänglichen Ort geschaffen, indem sich Flora und Fauna auf der einen Seite und die noch vorhandenen Anlagenteile der Kokerei andererseits ein faszinierendes Gleichgewicht eingegangen sind, das es für die Zukunft zu bewahren gilt. Denn das Paradies, der Industrie-Kulturgarten, ist eine grüne Oase inmitten einer Industrieanlage, die es erlaubt, dieses spannende und aufregende Gleichgewicht, die Aussöhnung zwischen Industrie und Natur, hautnah zu erleben.

20.06.2009 bis 01.11.2010, täglich ab 10 Uhr

Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur

Kontakt

Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
Dr. Meinrad Maria Grewenig
Generaldirektor
66302 Völklingen
E-Mail-Kontakt
Telefon
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Telefax
(06898) 9100-111