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Internationale Grundschul-Lese-Untersuchungen (IGLU)

IGLU 2006 - Internationale Grundschul-Lese-Untersuchungen und nationale Erweiterungsstudie IGLU - E 2006

Die Internationale-Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) ist Teil einer international vergleichenden Studie (Progress in International Reading Literacy Study, PIRLS) der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA). In den an IGLU teilnehmenden Staaten wurden einheitliche Lesetests eingesetzt, die auf einer Konzeption von Grundbildung (Literacy) basieren. Der Begriff der "reading literacy" definiert in pragmatischer Absicht grundlegende Kompetenzen, die in der Wissensgesellschaft bedeutsam sind und Menschen befähigen, Lesen in unterschiedlichen, lebenspraktisch bedeutsamen Verwendungssituationen einsetzen zu können.
IGLU liegt ein Rahmenkonzept zur Erklärung von Leistungsergebnissen zugrunde, das auf die multidimensionalen Verflechtungen von Ursachen und Wirkungen verweist. Neben den schulinternen Bedingungen, zu denen Merkmale der Lehrkraft und der Klasse sowie die Qualität des Unterrichts und Merkmale der ganzen Schule gehören, weisen auch außerschulische Faktoren - Merkmale des Elternhauses aber auch gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen - einen Zusammenhang mit dem individuellen Lernerfolg auf. Aus diesem Grund wurden neben den Lesetests im Rahmen von IGLU daher bedeutsame Hintergrundmerkmale mit Hilfe von Fragebögen für die am Lernprozess beteiligten Personengruppen (Schüler, Eltern, Deutschlehrkräfte, Schulleiter) erhoben. Das IGLU-Modell von Lesekompetenz umfasst drei Bereiche:
  • das Verständnis der Information eines Textes, wobei vier verschiedene Verstehensprozesse unterschieden werden;
  • die Leseintention, mit der gelesen wird (unterschieden wird zwischen dem Lesen von literarischen und informierenden Texten); sowie
  • die Lesemotivation, das Leseselbstkonzept und das Leseverhalten der Leserinnen und Leser.

Während der eingesetzte Lesetest die beiden erstgenannten Bereiche berücksichtigt, wird der letztgenannte Bereich über den Schülerfragebogen erfasst.

Um Paralleluntersuchungen zu vermeiden und Grundschulkinder nicht über Gebühr zu belasten, wurde IGLU um die Komponenten Naturwissenschaften und Mathematik erweitert (IGLU-E). Die Verbindung mit IGLU bietet darüber hinaus den Vorteil, Wechselbeziehungen zwischen Lesekompetenz und mathematisch-naturwissenschaftlicher Grundbildung auf der Basis gemeinsamer Kontextvariablen zu untersuchen. IGLU-E untersucht an einer großen, für Deutschland repräsentativen Stichprobe Leistungen von Grundschülerinnen und Grundschülern am Ende der vierten Jahrgangsstufe in mehreren Fächern und ordnet die Ergebnisse international ein. Die Testaufgaben sprechen Grundkompetenzen im Leseverständnis, in Mathematik und in den Naturwissenschaften an, die in der Lebenswelt von Grundschulkindern bedeutsam sind und zugleich als wichtige Basis für das anschließende Lernen in der Sekundarstufe I dienen. Die IGLU-Ergebnisse ermöglichen einen differenzierten Blick auf Stärken und Schwächen des deutschen Bildungssystems im Primarbereich. Das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) und das Institut für Mathematik und ihre Didaktik der Universität Kiel zeichnen für die erweiterten Komponenten verantwortlich.

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