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Denkmal
 

Katholische Pfarrkirche St. Josef in St. Ingbert wird nach Brand instandgesetzt

23.03.2009
Luftbild von Sankt Josef nach dem Brand vom 17. Juli 2007
Luftbild von Sankt Josef nach dem Brand vom 17. Juli 2007
Am 17. Juli 2007 brach aus bislang noch ungeklärter Ursache im Dachstuhl der Kath. Pfarrkirche St. Josef ein Brand aus. Die Dächer wurden vollständig zerstört, das Mauerwerk in brandnahen Bereichen zum Teil stark geschädigt und die umfangreich erhaltene bauzeitliche Ausstattung in Teilen durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Die Gewölbe hielten glücklicherweise stand, so dass die Schäden im Innenraum begrenzt blieben.

Das Bauwerk zählt zu den herausragenden Kirchenbauten des Historismus im Saarland und ist eines der architektonischen Wahrzeichen der Stadt. Erbaut wurde es 1890-1893 nach Entwurf des Mainzer Dombaumeisters Ludwig Becker (1855-1940). Bautypologisch handelt es sich um eine dreischiffige Hallenkirche mit Querhaus, polygonal geschlossenem Chor und einem hohen, städtebaulich wirksamen Glockenturm. Für die Sichtflächen wurde roter Pfälzer Sandstein aus Weidenthal verwendet. Bemerkenswert war den Zeitgenossen der „rein und korrekt durchgeführte frühgothische Stil“ (Festschrift zur Einweihung 1893).

Sankt Josef am Tag des Brandes. Foto: Stadt Sankt Ingbert
Ziel der noch 2007 aufgenommenen Sicherungs- und Wiederherstellungs-maßnahmen ist eine material- und formgetreue Instandsetzung entsprechend dem historischen Befund. Neben vorläufigen Sicherungsmaßnahmen, Schadensaufnahme, Material-untersuchungen und Planung – jeweils auf den gesamten Bau bezogen – konnten am Kirchenschiff bis zum Richtfest am 18. Dezember 2008 folgende Arbeiten durchgeführt werden: Ausmauern von Ausbrüchen und Verpressung von Rissen in den Gewölbekappen, vollständige Erneuerung des Sandsteingiebels am Choransatz, Erneuerung von Mauerkronen und Instandsetzung der Traufgesimse, Reinigung der stark salzbelasteten Putzflächen an der Gewölbeunterseite und vorlaufend restauratorische Befunduntersuchungen zu historischen Raumfassungen, Erneuerung der Putzschicht auf der Gewölbeoberseite und Aufschlagen des neuen Dachstuhls. Am Glockenturm wurde Mauerwerk großflächig durch Vernadelung und Verpressen stabilisiert. Parallel dazu wurden im Dezember 2008 Raumklimamessungen eingeleitet. Deren Ergebnisse werden benötigt, um die Steuerung der Raumklimas künftig optimal auf die Feuchte- und Salzbelastung des Mauerwerks einzustellen zu können.

In 2009 werden die Arbeiten am Kirchenschiff u.a. mit der Schiefereindeckung des Dachs, Putzarbeiten im Inneren und der Restaurierung der farbigen Verglasung fortgesetzt. Daneben wird der Turm einen Arbeitsschwerpunkt bilden. Hier sind die Brandschäden im Obergeschoss so erheblich, dass auch Mauerwerk in größerem Umfang als zunächst angenommen abgetragen und neu wiederaufgeführt werden muss. Nach dem aktuellen Bauzeitenplan ist mit dem Abschluss der Gesamtmaßnahme im Jahr 2011 zu rechnen.


Ministerium für Umwelt

Weitere Bilder zum Thema

Steinschäden am Turm: Fenstersohlbank
Steinschäden am Turm: Fiale
Instandsetzungsarbeiten am Gewölbe unter dem Wetterdach. Foto: Planungsbüro Michaeli 2008
Abstützung des beschädigten Gewölbes über der Orgelempore. Foto: Planungsbüro Michaeli 2008

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Kontakt

Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr
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