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Denkmal
 

Neues Laser-Verfahren zur Erkennung von Bodendenkmälern

19.03.2009
Seit Herbst 2008 verfügt das Landesdenkmalamt über eine neue Methode, Bodendenkmäler zu entdecken, zu erfassen und teilweise auch auszuwerten. Das LKVK (Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen) hat kürzlich eine Vermessung des Saarlandes mit Laserscannern abgeschlossen, die vom Flugzeug aus eingesetzt waren. Auf der Basis des umfangreichen Datenmaterials, das dabei gesammelt wurde, lassen sich digitale Modelle der Geländeoberfläche errechnen. Dabei kann der anstehende Bewuchs (Wald, Buschwerk) ‚ausgeblendet’ werden. So werden Oberflächendetails sichtbar, die in unübersichtlichem Gelände nicht oder kaum auszumachen sind, insbesondere lassen sie sich auch über größere Flächen verfolgen und problemlos auf Landkarten übertragen.

Auf diese Weise sind künstliche Erhebungen (z.B. Grabhügel, Ruinenhügel verfallener Gebäude, Wallanlagen) ebenso zu erfassen wie Vertiefungen (Gräben, eingestürzte Keller, Schächte usw.) oder Böschungen. Vieles wird durch die digitalen Geländemodelle erstmals sichtbar.

Eine wichtige Neuentdeckung ist ein römischer Gutshof (villa rustica) in einem nordsaarländischen Waldgebiet, von dem bisher nur das zentrale Wohngebäude bekannt war. Das in der Fotografie (unten)  abgebildete Geländemodell zeigt, dass es sich um einen umfangreichen rechteckigen Komplex mit mehreren Gebäuden auf einer Fläche von 130 m : 110 m handelt. Das Gelände ist an drei Seiten von einer Mauer oder einem flachen Wall eingefasst. Die Südseite des großen Hofareals wird begrenzt durch eine Böschung, die als Prallhang des heute weiter südlich fließenden Baches anzusprechen ist, d.h. in der Antike schloss die Hoffläche wahrscheinlich direkt an den Bach an. Mehrere Bauwerke sind als Ruinenhügel entlang der West- und der Ostmauer auszumachen. Im Norden setzt sich ein langschmaler Streifen durch eine Böschung vom übrigen Hofareal ab, für den eine besondere Nutzung, vielleicht als Garten, anzunehmen ist. Westlich außerhalb der Umfassungsmauer erstreckt sich am Hang oberhalb der Bachuferböschung ein Steinbruch mit Abbaukanten und Halden. Er endet so genau an der Außenmauer des Villenareals, dass seine Zugehörigkeit und damit Datierung in römische Zeit gesichert erscheint. Hier wurde offenbar das Baumaterial für den Gutshof gewonnen. Ein ähnlicher Gehöftgrundriss ist aus dem rund 25 km entfernten Ort Vierherrenborn (Kr. Trier-Saarburg) bekannt.

Das neue Prospektionsverfahren hat bereits viele neue Einsichten erbracht und wird künftig noch zu zahlreichen Entdeckungen führen. Es wird sich in kurzer Zeit zu einem wichtigen Instrument sowohl der archäologischen Denkmalpflege als auch der Altertumsforschung entwickeln. Dank gilt dem LKVK für die Bereitstellung der digitalen Modelle und für vielfache Unterstützung. Um das hier vorgestellte Beispiel hat sich besonders Herr Markus Rink (DGM 2) verdient gemacht. Das Landesdenkmalamt und das LKVK werden auch künftig eng zusammenarbeiten.

Das oben abgebildete Geländemodell zeigt, dass es sich um einen umfangreichen rechteckigen Komplex mit mehreren Gebäuden auf einer Fläche von 130 m : 110 m handelt. Abbildung: LKVK
Das oben abgebildete Geländemodell zeigt, dass es sich um einen umfangreichen rechteckigen Komplex mit mehreren Gebäuden auf einer Fläche von 130 m : 110 m handelt. Abbildung: LKVK
Ministerium für Umwelt