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Saarstatut und Volksabstimmung 1955Daheim in Europa?
Tag X - 06. Juli 1959
Nach dem Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft stellte Frankreich Bedingungen: Erst sollte die Saarfrage gelöst sein. Dann könne Frankreich der Beendigung des Besatzungsregimes und dem Beitritt der Bundesrepublik zum Brüsseler Paktsystem zustimmen.
Eine Einigung kam am 23.10.1954 zustande. Die Saar sollte im Rahmen der Westeuropäischen Union bis zu einem Friedensvertrag einen europäischen Status erhalten - überwacht von einem Kommissar der WEU. Die Bevölkerung sollte in einer Volksabstimmung zu diesem "Saarstatut" Stellung nehmen. Im Saarland hatte sich bereits seit 1950 eine Opposition gegen die enge wirtschaftliche Bindung an Frankreich und gegen die "Entnationalisierung" der Bevölkerung gebildet. Politisch wurde sie vor allem von folgenden Parteien getragen.
Erst drei Monate vor der Volksabstimmung konnten sich diese Parteien legal betätigen. Sie sagten "Nein" zum Saarstatut und schlossen sich zum "Deutschen-Heimatbund" zusammen. Auf der Seite der "Ja"-Sager standen die
Die Kommunistische Partei, Landesverband Saar, lehnte die gesamten Pariser Verträge und somit auch das Saarstatut ab. Der Abstimmungskampf verlief sehr leidenschaftlich. Es kam zu nationalistischen Überspitzungen - vor allem von Seiten der DPS. Bei der von der WEU-Kommission überwachten Abstimmung vom 23.10.1955 entschieden sich 67,7% gegen das Saarstatut. Unter dem Eindruck der Niederlage trat die Regierung Hoffmann (CVP) zurück. Am 29.10.1955 übernahm ein Übergangskabinett unter Heinrich Welsch (parteilos) die Regierungsgeschäfte. Bei den Landtagswahlen vom 18.12.1955 erhielten die "Heimatbundparteien" die Mehrheit. Die Rückgliederung 1957 und 1959 - Das Saarland wird Bundesland
Der saarländische Landtag erklärte am 14.12.1956 den vom Grundgesetz geforderten förmlichen Beitritt zu dessen Geltungsbereich. Die DPS enthielt sich der Stimme, weil ihrer Ansicht nach die wirtschaftlichen und sozialen Probleme der Eingliederung noch nicht befriedigend geklärt waren. Die durch den Abstimmungskampf aufgebrochenen parteipolitischen Gegensätze wurden nur langsam abgebaut.
Die volle Integration des Saarlandes in das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Gefüge der Bundesrepublik, einschließlich einer umfassenden Rechtsbereinigung, erforderte rund zwei Jahrzehnte. |

