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Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz
 

Die ehemalige Geologische Sammlung der Universität

Die Geologische Sammlung wurde 1950 in Gebäude 6 der Universität begründet. Mit der Einrichtung eines Lehrstuhls für Mineralogie im Jahre 1956 entstand am gleichen Ort eine Mineralogische Sammlung, die 1961 mit dem Umzug der Mineralogie in den Neubau 9.1 selbständig wurde. Beide Sammlungen nahmen bis in die späten 70er Jahre stark zu. Nachdem 1984 die Fachrichtungen Geologie und Mineralogie erloschen und die Reste zu einer neuen Fachrichtung Angewandte Geochemie (bereits 1994 wieder aufgelöst) verschmolzen waren, folgte 1989 die Zusammenlegung beider Sammlungen im Untergeschoß der Mensa (Gebäude 28) - auf etwa 1/3 der ursprünglichen Fläche; 1992 war feierliche Wiedereröffnung.

Die Geologische Sammlung wurde zunächst von Prof. Dr. Nicolas Theobald, von 1953 bis 1978 durch seinen Nachfolger Prof. Dr. Fridolin Firtion und Assistenten - später Prof. Dr. Horst Schneider und Prof. Dr. Erich Schneider (bis 1982) - aufgebaut und von Dr. Kurt Schroeder betreut; die Mineralogische Sammlung wurde von Anfang an von Prof. Dr. Franz Rost betrieben und nach dessen Emeritierung 1979 von Prof. Dr. Günter Lensch und Dr. Arne Mihm betreut. Nach der Zusammenlegung der Sammlungen und der Pensionierung der übrigen genannten Personen in den Jahren 1993 bis 1995 lag die Betreuung allein bei Mihm.

Die Sammlung besteht aus vier Hauptabteilungen sowie einigen Sondergebieten und Einzelstücken. Es handelt sich um eine systematische Lehrsammlung, nicht aber um ein didaktisch aufbereitetes Museum. In den Schubladen unter den Vitrinen befindet sich ein Vielfaches des ausgestellten Materials.

Aus der Geologie stammen eine reichhaltige Paläontologische Sammlung sowie eine umfassende Kollektion zur Regionalen Geologie des Saarlandes (vgl. hierzu THEOBALD 1952 und SCHNEIDER 1991). Die Mineralogie ist vertreten durch eine detaillierte Sammlung zur Systematischen Mineralogie und zur Systematischen Gesteinskunde mit einem Schwerpunkt zur Gesteinsmetamorphose und zu den Ultrabasiten (vgl. ROST 1963 und 1968). Daneben bestehen Sonderschauen u.a. zu den Mineralfunden der Region, zur Technischen Mineralogie und Technischen Gesteinskunde, und schließlich eine unvollständige Kollektion zur Lagerstättenkunde.

Einige komplette private Sammlungen sowie die meisten Fossilien und Mineralstücke sind käuflich erworben, die übrigen und die Mehrheit der Gesteinsproben wurden bei wissenschaftlichen Exkursionen gesammelt. Außerdem stammen viele Stücke aus Schenkungen französischer Universitäten anläßlich des Aufbaus des Geologischen Instituts.

Unter allen natürlichen Gegebenheiten einer Region spielt die Regionale Geologie nach dem Klima die zweitwichtigste Rolle. Sie bedingt maßgeblich das Relief und die Bodenschätze und ist bedeutend für die lokale Umwelt sowie die Land-, Wasser- und Forstwirtschaft. Die entsprechende Teilsammlung und die Geologische Reliefkarte können sehr viel zum Verständnis dieser Zusammenhänge beitragen. Überregional hat die Sammlung in allen ihren Teilen ihre Bedeutung darin, dass sie Exponate enthält, die woanders nicht zu finden sind und die vielfach aus Vorkommen stammen, die heute nicht mehr zugänglich sind.

Eine wirkungsvollere Nutzung der Sammlung ergibt sich zwangsläufig schon durch einen weniger versteckten Standort und durch eine regelmäßige Zugänglichkeit. Weitere Verbesserungen sind durch eine museumspädagogische Aufbereitung und Ausgestaltung zu erreichen. Ferner würde eine Neukatalogisierung mit EDV und Internetpräsenz eine überregionale Nutzbarkeit fördern.

 

Die Geschichte der Geologisch-mineralogischen Sammlung der DSK

Die Anfänge der geologischen Sammlung, der Saarbrücker Bergschule führen zu dem Bergreferendar von Oynhausen zurück, welcher den Bergeleven in den Jahren 1819-1822 Unterricht in Geologie erteilte und deshalb zu Lehrzwecken die ersten Fundstücke geologisch- mineralogischer Art zusammengestellt hatte.
 
Sichere Nachricht vom Aufbau einer Lehrsammlung wurde erst durch die eifrige Tätigkeit von Friedrich Goldenberg belegt. Dieser war nach Gründung der Bergschule 1822, dort von 1826-1836 als Lehrer tätig. Er gilt als eigentlicher Begründer der geologischen Lehrsammlung und war einer der ersten, die im Rahmen der Paläontologie „Der neuen Wissenschaft vom Leben in der Vorwelt“ durch exakte Beschreibung und Aufbau der Lehrsammlung wissenschaftlich arbeitete“. Es war sehr wichtig, dass im Saarländischen Steinkohlengebirge die neue Wissenschaft Paläontologie, durch die Bergschullehrer gerade in ihrem Entstehen, gefördert wurde. Den Niederschlag daraus finden wir heute in zahlreichen Veröffentlichungen, korrekten Beschreibungen und der so entstandenen umfangreichen Lehrsammlung.

1857 erweiterte Dr. Karl Justus Andrä, Lehrer der Naturwissenschaften an der Saarbrücker Bergschule, die Sammlungen. Auch in seinen Veröffentlichungen werden wichtige Versteinerungen aus dem Saarländischen Steinkohlengebirge erstmals beschrieben.

Der Nachfolger von Andrä, Dr. Christian Weiß, Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften an der Bergschule baute die Sammlung weiter aus und schuf  Grundlagen einer stratigraphischen Gliederung des Saarkarbons und kartierte als Geologe der Preußischen Geologischen Landesanstalt wichtige Blätter der geologischen Spezialkarte von Preußen in unserem Raum. Ebenso wichtig sind seine Veröffentlichungen über fossile Floren des saarländischen Karbons und Perms.

Wichtige Veröffentlichungen und Abhandlungen über Gliederfüßler aus dem Saarkarbon stammen von dem Oberbergamts-Marktscheider Moritz Kliver. Die beschriebenen Fundstücke wurden in die Sammlung der Bergschule aufgenommen.

In den Jahren 1879-1902 gelangten sehr viele Objekte durch Erwerb und Schenkung in die Sammlung. Auch fand eine erste Inventarisierung durch den Bergrat Dannenberg statt. Diese Aufarbeitung des Sammlungsbestandes führte zu vielen Neubestimmungen.

Eine erneute Neuordnung der Sammlungen führte Bergrat Willert in den Jahren 1910-1920 durch. Er stellte eine Mineraliensammlung des Saarkarbons zusammen, bearbeitete besondere fossile Pflanzenarten und schrieb Veröffentlichungen darüber.

Nach dem Einzug der französischen Saargrubenverwaltung wurde die gesamte Sammlung in Kisten verpackt und im Keller aufbewahrt. Nach 1935, als die deutsche Saargrubenverwaltung wieder verantwortlich war, wurde die Sammlung  bereits 1936 wieder der Öffentlichkeit präsentiert. Zwischenzeitlich hatte Dr. h. c. Paul Guthörl die Betreuung der Sammlung übernommen. Guthörl brachte 6 500 Stücke in die Sammlung ein, so dass diese zu diesem Zeitpunkt ca. 17 000 Exponate umfasste.

In der 1920 verpackten Sammlung (ca. 10 500 Stücke) befanden sich laut Guthörl nur 983 Stücke aus dem Saarkarbon und diese waren dürftig und mehr als lückenhaft. In der Folgezeit bemühte er sich gerade um diese Sammlung und trug unermüdlich neues Material herbei, entwarf eine Kartei, inventarisierte, katalogisierte und schrieb Veröffentlichungen.

Allein für die Zeit seit der Übernahme der Bergschule einschließlich der geologischen Sammlungen durch die deutsche Verwaltung am 1.3.1935 sind bis Ende 1936 2500 Neueingänge zu verzeichnen, davon rund 1 500 aus dem Karbon.

Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges (1939) war die Sammlung so ausgebaut, dass sie weit über den Rahmen einer Lehrsammlung hinaus allen Anforderungen der Wissenschaft und praktischen Geologie, insbesondere der Bergbaugeologie, gerecht werden konnte. Zu den Besuchern zählten damals schon Fachleute aus dem In- und Ausland.

Zu Beginn des Krieges, wurde die Sammlung in Hunderte von Holzkisten sorgfältig verpackt und an verschiedenen Standorten sichergestellt. Leider wurde in unbewachten Zeiten, manches davon willkürlich zerstört und geplündert. Trotzdem wuchs die Sammlung weiter und Ende 1944 hatte sie, die ausgelagerten Stücke mitgerechnet, einen Umfang von über 30 000 Stücken erreicht. Davon allein 16 000 Stücke aus dem saar-lothringischen Karbon.

Die Kriegseinwirkungen auf die Haupt- und Nebengebäude der Saargruben waren so erheblich, dass man gezwungen war die vorhandenen Museumsräume in Büroräume umzubauen. Man bemühte sich andere Räumlichkeiten zu finden und verlagerte schließlich die Reste der Sammlung in das ehemalige Schlafhaus und spätere Kasino der Grube „Von der Heydt“. Hier sollte die Sammlung nur vorübergehend, bis erneute Umbaumaßnahmen eine Unterbringung in der Bergschule zuließen, gelagert werden. Doch vergingen die Jahre ohne dass eine Neueinrichtung in Saarbrücken verwirklicht werden konnte. So begann man die Sammlung in „Von der Heydt“ wieder aufzubauen. Verdienstvoller Betreuer beim Wiederaufbau und der ständigen Erweiterung war Dr. h. c. Guthörl. Im April 1950 waren die restaurierten und zum Teil neu angeschafften 110 Sammlungsschränke zur Aufnahme des Sammlungsmaterials in „Von der Heydt“ bereit und bereits Im März 1963, nach größeren Umbaumaßnahmen konnte schließlich wieder zur freien Besichtigung der Sammlungen eingeladen werden.

Zwischenzeitlich war P. Guthörl in den Ruhestand getreten und Richard Germer übernahm ab April 1961 die Betreuung der Sammlungen.

Parallel liefen bereits seit 1961 Verhandlungen zwischen dem Wirtschaftsministerium und Saarberg. Ziel war es die Sammlung des geologischen Museums der Oberrealschule zu Saarbrücken mit dem geologischen Museum der Bergingenieurschule zu vereinen. 1964 kam schließlich ein Vertrag zustande, wobei die Eigentumsrechte beider Sammlungen gewahrt blieben. Die Verwaltung und wissenschaftliche Betreuung wurde der Bergingenieurschule übertragen. Um die 35 000 Stücke umfassende Sammlung in „Von der Heydt“ aufzunehmen, mussten dort weitere Umbaumaßnahmen stattfinden. Bereits im Dezember 1964 konnte über die „wertvolle Erweiterung des geologischen Museums in „Von der Heydt“ berichtet werden. Die nicht nur äußerliche Vereinigung der beiden großen Sammlungen erforderte noch mehrere Jahre lang Detail-Arbeit.

Nach der Zusammenlegung wurde der Bestand in „Von der Heydt“ neu gegliedert und folgende Einzelsammlungen gezeigt: Die sehr umfangreiche Abteilung „Erdgeschichte“, dann die „Gesteine“ und schließlich „Mineralien“. Spezialsammlungen waren: das „Saarländische Steinkohlengebirge“, chronologisch geordnet, die Flora und Fauna des Saarländischen Steinkohlengebirges“, systematisch angeordnet und „das Rand- und Deckengebirge des Saarländischen Steinkohlengebirges“, die sogenannte Heimatsammlung.

Aus der ursprünglichen vorübergehenden Lösung, die Sammlungen in „Von der Heydt“ zu lagern, wurde über die Jahre hinweg ein ansehnliches Museum mit zufriedenstellenden Besucherzahlen. Im Jahre 1982 waren dann alle praktischen Vorraussetzungen gegeben für eine, wie man glaubte, endgültige Lösung in Saarbrücken.

So  konnte sich 1982 das geologische Museum in den neuen großzügig ausgestatteten Räumen der Bergingenieurschule präsentieren. Auf 730 m2 Ausstellungsfläche zeigte man die interessantesten und schönsten Exemplare der einzelnen Sammlungen zu den Themen: Erdgeschichte, Geologie des Saarlandes, Mineralogie, Petrographie und Lagerstätten.

Der Museumsleiter H. Rehkopf und dessen späterer Nachfolger Dr. Rudolf Becker standen auch weiterhin in ständigem Kontakt zu wichtigen Museen in ganz Deutschland. Eine Vielzahl von Sonderausstellung mit ganz unterschiedlichen Themen waren ein weiterer Publikumsmagnet und bescherten dem geologischen Museum zuletzt bis zu 14 000 Besucher im Jahr.

Die Sammlung des geologischen Museums der Deutschen Steinkohle AG zählt mit seiner Vielzahl an Exponaten zu einer der umfassendsten Fachsammlungen Südwest-Deutschlands und hat die wohl vollständigste Sammlung des Saarländischen Steinkohlengebirges.